Amazon Data Kiosk 2026: Neue Berichte für Händler
Amazon Data Kiosk 2026: Welche Berichte die neue SP-API-Schnittstelle liefert, welche Reports wegfallen und wie Sie ohne Dev-Team profitieren.

Die kurze Antwort: Amazon Data Kiosk ist eine neuere Schnittstelle innerhalb der Selling Partner API (SP-API), über die Händler und ihre Tools gezielt einzelne Datenfelder abrufen können, statt wie bisher immer den kompletten, starren Bericht herunterzuladen. Seit der allgemeinen Verfügbarkeit im Juni 2024 liefert Amazon Data Kiosk drei Datensätze: Sales and Traffic (Umsatz- und Traffic-Kennzahlen), Vendor Analytics (für Vendor-Central-Konten) und Economics (Produktökonomie inklusive Gebühren und Werbekosten). Amazon hat dabei angekündigt, Data Kiosk zur zentralen Reporting-Lösung auszubauen — ältere Report-Versionen werden dafür sukzessive abgeschaltet, so wurde die erste Version des Sales-and-Traffic-Datensatzes zum 26. März 2026 entfernt. Für Sie als Händler heißt das praktisch: Sie brauchen keinen Entwickler, um von den neuen Möglichkeiten zu profitieren, wenn Sie mit der richtigen Software oder einer Agentur wie AMZ+ Consulting arbeiten. In diesem Artikel erklären wir Amazon Data Kiosk verständlich, zeigen die verfügbaren Berichte und wie Sie die Umstellung ohne eigenes IT-Team meistern.
Inhalt
- Was ist Amazon Data Kiosk?
- Welche Berichte und Datensätze liefert Data Kiosk 2026?
- In 6 Schritten: Amazon Data Kiosk ohne eigenes Dev-Team nutzen
- Rechenbeispiel: Was manuelles Reporting wirklich kostet
- Was Sie jetzt tun können
- FAQ: Häufige Fragen zu Amazon Data Kiosk
- Über den Autor
Was ist Amazon Data Kiosk?
Amazon Data Kiosk ist Teil der Selling Partner API (SP-API), also der technischen Schnittstelle, über die Seller-Central- und Vendor-Central-Konten mit externen Tools verbunden werden. Amazon hat die Schnittstelle im November 2023 zunächst als Beta gestartet und im Juni 2024 in allen Marktplätzen allgemein verfügbar gemacht.
Der technische Unterschied zu klassischen Berichten lässt sich einfach erklären: Ein klassischer Amazon-Bericht liefert immer eine feste Tabelle mit vorgegebenen Spalten — egal, ob Sie zehn oder nur zwei davon brauchen. Data Kiosk arbeitet dagegen mit einer Abfragesprache namens GraphQL.
Vereinfacht gesagt bedeutet das: Man bestellt sich aus einem großen Datentopf genau die Felder, die man tatsächlich benötigt — nicht mehr und nicht weniger. Für Entwickler bedeutet das weniger überflüssige Daten und schnellere Verarbeitung, für Sie als Händler bedeutet es letztlich präzisere und aktuellere Auswertungen in den Tools, die Sie nutzen.
Amazon liefert die Ergebnisse im sogenannten JSONL-Format aus — ein Zeilenformat, das für große Datenmengen optimiert ist und das Software direkt verarbeiten kann, ohne dass jemand die Datei manuell öffnen müsste. Für Sie als Nutzer bleibt das im Hintergrund: Sichtbar wird davon nur, dass Dashboards, Reports und Auswertungen in Ihren Tools künftig feiner aufgeschlüsselt und schneller aktualisiert werden können.
Wichtig zu verstehen: Data Kiosk selbst ist kein Programm, das Sie öffnen und bedienen. Es ist eine Schnittstelle im Hintergrund, die von Software-Anbietern, Agenturen und Entwicklern genutzt wird, um Ihnen bessere Auswertungen bereitzustellen. Amazon hat in der offiziellen Ankündigung selbst formuliert, dass Data Kiosk perspektivisch "die einzige Reporting-Lösung" für Selling-Partner-Daten werden soll. Das erklärt, warum ältere Reports Schritt für Schritt in den Ruhestand geschickt werden, sobald ihre Inhalte über Data Kiosk verfügbar sind.
Ein weiterer Unterschied zur klassischen Reports API betrifft die Bereitstellung: Bei einem herkömmlichen Bericht fordert eine Anwendung eine fertige Datei an und wartet, bis Amazon sie erzeugt hat. Bei Data Kiosk wird stattdessen eine Abfrage formuliert, die exakt beschreibt, welche Felder für welchen Zeitraum und welche Granularität benötigt werden — etwa je Tag, je Woche oder je Produkt. Amazon stellt dafür einen sogenannten Schema-Explorer bereit, mit dem Entwickler die verfügbaren Datenfelder durchsuchen und die passende Abfrage zusammenstellen können, bevor sie in eine Anwendung eingebaut wird.
Welche Berichte und Datensätze liefert Data Kiosk 2026?
Zum Stand August 2026 stellt Amazon Data Kiosk drei Datensätze bereit, die jeweils unterschiedliche Fragen beantworten.
Sales and Traffic liefert Umsatz- und Traffic-Kennzahlen wie bestellte Einheiten, Umsatz, Seitenaufrufe und Buy-Box-Anteil — je ASIN oder je Datum. Die ursprüngliche Version dieses Datensatzes (Stand November 2023) wurde zum 26. März 2026 abgeschaltet. Wer sie noch nutzte, musste auf die Nachfolgeversion vom April 2024 umsteigen, die zusätzlich eine Trend-Abfrage bietet: Sie kombiniert die bisherigen Auswertungen nach ASIN und nach Datum und liefert Kennzahlen wahlweise auf Tages-, Wochen- oder Monatsbasis für einzelne Produkte.
Vendor Analytics richtet sich an Vendor-Central-Konten und bündelt Verkaufs-, Traffic-, Bestands-, Prognose- und Profitabilitätsdaten über mehrere Bereiche hinweg — inklusive neuerer geografischer Verkaufskennzahlen.
Economics liefert aggregierte und produktbezogene Wirtschaftlichkeitsdaten je Einheit: Umsatz, Retouren, Werbekosten, Amazon-Gebühren, Kosten außerhalb von Amazon und den tatsächlichen Nettoerlös — für den gesamten Katalog in einem gewählten Zeitraum.
⚠️ Achtung: Nicht jedes Konto sieht automatisch alle Datensätze. Für Vendor Analytics und Sales and Traffic verlangt Amazon die sogenannte Brand-Analytics-Berechtigung, für Economics die Selling-Partner-Insights-Berechtigung. Beide Berechtigungen sind an Voraussetzungen wie eine eingetragene Marke geknüpft und müssen über die jeweilige Amazon-Anwendung freigegeben werden.
Diese Rollenprüfung ist zugleich ein Sicherheitsmechanismus: Amazon beschreibt den Zugriff auf Data-Kiosk-Anfragen ausdrücklich als anwendungsgebunden — sichtbar sind Abfrageergebnisse nur für die Anwendung, die sie gestellt hat. Für Sie bedeutet das: Wenn eine Agentur oder ein Tool in Ihrem Namen auf Data Kiosk zugreift, geschieht das über eine autorisierte, nachvollziehbare Verbindung und nicht über einen offenen Datenexport.
Praktisch bedeutet die Umstellung auch, dass Inhalte, die früher über mehrere getrennte Reports verteilt waren, in Data Kiosk gebündelt abgefragt werden können. Der Economics-Datensatz etwa führt Umsatz, Retouren, Werbekosten und Gebühren zusammen, die zuvor teils aus unterschiedlichen Berichten manuell zusammengeführt werden mussten. Für Auswertungen über den gesamten Katalog hinweg — etwa "welche Produkte sind nach Abzug aller Kosten noch profitabel" — ist das ein spürbarer Fortschritt gegenüber dem Zusammensuchen einzelner Reports.
In 6 Schritten: Amazon Data Kiosk ohne eigenes Dev-Team nutzen
Sie müssen kein GraphQL lernen und keine eigene SP-API-Anwendung programmieren, um von Data Kiosk zu profitieren. Die folgenden Schritte zeigen, wie Sie die Umstellung praktisch angehen, ohne selbst technisch tätig zu werden:
- Berechtigungen prüfen. Klären Sie, ob Ihr Konto über die Brand-Analytics-Rolle und gegebenenfalls die Selling-Partner-Insights-Rolle verfügt — beides Voraussetzung für die relevanten Data-Kiosk-Datensätze. Ohne eingetragene Marke fehlt in der Regel die Grundlage für diese Rollen.
- Nicht selbst programmieren. Wählen Sie ein Reporting-Tool oder eine Agentur, die die technische SP-API-Anbindung bereits betreibt und pflegt, statt eine eigene Schnittstelle aufzubauen. Der Aufwand für eine Eigenentwicklung lohnt sich für die meisten Händler wirtschaftlich nicht.
- Seller-Central-Zugriff autorisieren. Verknüpfen Sie Ihr Konto über die offizielle Amazon-Autorisierung mit dem gewählten Tool — ohne dass Zugangsdaten geteilt werden müssen. Diese Autorisierung können Sie jederzeit selbst widerrufen.
- Relevante Kennzahlen festlegen. Bestimmen Sie gemeinsam mit Ihrem Ansprechpartner, welche Datensätze für Ihr Geschäft wichtig sind: Umsatz und Traffic, Produktökonomie oder beides. Priorisieren Sie dabei die Kennzahlen, die tatsächlich Entscheidungen auslösen sollen.
- Dashboards einrichten lassen. Lassen Sie die Kennzahlen so aufbereiten, dass sie Ihre wichtigsten Fragen beantworten — etwa welche ASINs Marge verlieren oder wo Werbekosten überproportional steigen. Achten Sie darauf, dass Daten aus mehreren Marktplätzen dabei nicht wieder in getrennten Tabellen landen.
- Regelmäßig gemeinsam auswerten. Nutzen Sie die aktuelleren, granulareren Daten für laufende Entscheidungen statt für rückblickende Monatsberichte — im besten Fall im Rahmen eines festen Termins mit Ihrer Agentur, bei dem Auffälligkeiten direkt besprochen werden.
Rechenbeispiel: Was manuelles Reporting wirklich kostet
Rechenbeispiel: Angenommen, ein Händler mit 500.000 EUR Jahresumsatz auf Amazon pflegt aktuell Sales-and-Traffic-Zahlen, Werbekosten und Gebühren manuell in Excel zusammen. Eine Teilzeitkraft benötigt dafür realistisch rund 6 Stunden pro Woche bei internen Kosten von etwa 20 EUR pro Stunde.
Das ergibt rund 120 Stunden im Jahr beziehungsweise 2.400 EUR reine Arbeitszeitkosten — nur für das Zusammentragen von Rohdaten, noch bevor überhaupt eine einzige Optimierungsentscheidung getroffen wurde. Kommen mehrere Marktplätze wie Otto, Kaufland oder eBay hinzu, addiert sich der Aufwand für jede zusätzliche, separat gepflegte Datenquelle noch einmal.
Bei drei bis vier zusätzlichen Kanälen ist es realistisch, dass sich der wöchentliche Aufwand mehr als verdoppelt, da jeder Marktplatz sein eigenes Berichtsformat und seinen eigenen Rhythmus mitbringt. Diese Zeit steht dann nicht mehr für die eigentliche Analyse zur Verfügung — also für die Frage, warum eine Kennzahl sich verändert hat und was daraus folgen sollte.
💡 Tipp: Der eigentliche Wert von Data Kiosk liegt nicht in der Technik selbst, sondern darin, diese Zeit für Analyse statt für Datenpflege zu nutzen — vorausgesetzt, die Rohdaten laufen automatisiert und kanalübergreifend zusammen. Genau hier setzt MarketplAIce an: Die Plattform verarbeitet SP-API-Datenquellen wie Data Kiosk automatisch weiter und macht sie für Repricing-, Bestands- und Gebotsentscheidungen nutzbar, ohne dass Sie oder Ihre Agentur eine eigene Schnittstelle bauen müssen. Mehr dazu unter marketplaice.io.
Wollen Sie wissen, wie viel manuelles Reporting Sie aktuell wirklich kostet und wo automatisierte Auswertung sich für Sie lohnt? Vereinbaren Sie ein kostenloses Erstgespräch mit AMZ+ Consulting.
Was Sie jetzt tun können
- ✅ Prüfen Sie in Seller Central, ob Ihr Konto die Brand-Analytics-Rolle besitzt — Voraussetzung für Sales-and-Traffic- und Vendor-Analytics-Daten.
- ✅ Fragen Sie Ihre bestehende Reporting-Software oder Agentur aktiv, ob sie bereits auf die aktuelle Data-Kiosk-Version (Stand April 2024) umgestellt hat.
- ✅ Sammeln Sie die Kennzahlen, die Ihnen aktuell am meisten Bauchschmerzen bereiten — Marge, Werbekosten oder Bestandsreichweite — als Ausgangspunkt für ein Gespräch mit Experten.
- ⚠️ Verlassen Sie sich nicht mehr auf ältere, bereits abgekündigte Report-Versionen — diese liefern ab ihrem Abschaltdatum keine Daten mehr.
- 💡 Nutzen Sie den Wegfall alter Reports als Anlass, Ihr gesamtes Reporting kanalübergreifend statt Marktplatz für Marktplatz zu betrachten.
FAQ: Häufige Fragen zu Amazon Data Kiosk
Was ist Amazon Data Kiosk einfach erklärt?
Amazon Data Kiosk ist eine Schnittstelle innerhalb der Selling Partner API, über die Software gezielt einzelne Datenfelder aus Amazons Bestand an Verkaufs-, Traffic- und Wirtschaftlichkeitsdaten abrufen kann. Statt eines starren Berichts mit festen Spalten bekommt eine Anwendung genau die Werte, die sie tatsächlich benötigt. Für Sie als Händler ist sie im Alltag unsichtbar — sichtbar wird nur das Ergebnis in Ihren Reporting-Tools.
Ist Amazon Data Kiosk kostenlos?
Der Zugriff auf Data Kiosk selbst kostet über die SP-API keine zusätzliche Gebühr von Amazon. Kosten entstehen in der Praxis dadurch, dass eine Verbindung technisch aufgebaut und gepflegt werden muss — entweder durch ein eigenes Entwicklerteam oder durch ein Tool beziehungsweise eine Agentur, die diese Anbindung bereits betreibt.
Brauche ich einen Entwickler für Amazon Data Kiosk?
Nur, wenn Sie eine eigene Anwendung programmieren möchten. Für die meisten Händler ist das nicht notwendig, da Reporting-Tools und Agenturen die technische Anbindung bereits übernehmen. Sie müssen lediglich Ihr Seller-Central-Konto autorisieren und festlegen, welche Kennzahlen für Sie relevant sind.
Welche klassischen Amazon-Reports werden abgeschafft?
Amazon baut Reports nach und nach in Data Kiosk um und schaltet ältere Versionen anschließend ab. Konkret bestätigt ist die Abschaltung der ersten Version des Sales-and-Traffic-Datensatzes zum 26. März 2026, deren Nachfolger seit April 2024 verfügbar ist. Amazon hat angekündigt, weitere klassische Reports schrittweise in Data Kiosk zu überführen.
Was ist der Unterschied zwischen Data Kiosk und Brand Analytics?
Brand Analytics ist die Berechtigung beziehungsweise Oberfläche in Seller Central, die bestimmte Marken- und Wettbewerbsdaten anzeigt und Voraussetzung für den Zugriff auf zwei der drei Data-Kiosk-Datensätze ist. Data Kiosk ist die technische Schnittstelle, über die diese und weitere Daten programmatisch abgerufen werden. Beide hängen zusammen, sind aber nicht dasselbe.
Funktioniert Data Kiosk auch für Otto, Kaufland, eBay oder Temu?
Nein, Amazon Data Kiosk ist eine Amazon-spezifische Schnittstelle innerhalb der Amazon-SP-API und liefert ausschließlich Amazon-Daten. Für ein kanalübergreifendes Bild über Otto, Kaufland, eBay und Temu hinweg benötigen Sie eine zusätzliche Ebene, die die jeweiligen Marktplatz-Schnittstellen zusammenführt.
Wie hilft MarketplAIce bei der Nutzung von Data Kiosk?
MarketplAIce verarbeitet Amazon-SP-API-Datenquellen wie Data Kiosk automatisiert weiter und verbindet sie mit Daten aus weiteren Marktplätzen für vorausschauendes Repricing, Bestands- und Gebotsmanagement. Sie oder Ihre Agentur müssen dafür keine eigene Schnittstelle programmieren. Details dazu finden Sie unter marketplaice.io.
Über den Autor
Jorginho Engelmeyer ist Geschäftsführer der AMZ+ Consulting GmbH und seit über 8 Jahren für Händler auf Amazon, Otto, Kaufland, eBay und Temu aktiv.
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Zuletzt aktualisiert: 19. August 2026
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