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Ratgeber

Amazon IPI-Score 2026: Lagerbestandsleistung verstehen und verbessern

Amazon IPI-Score 2026: Wie der Inventory Performance Index berechnet wird, welcher Schwellenwert gilt und wie Sie FBA-Lagerlimits und Zusatzgebühren vermeiden.

✍️ Jorginho Engelmeyer📅 6. August 20269 Min. Lesezeit
Amazon IPI-Score 2026: Lagerbestandsleistung verstehen und verbessern

Die kurze Antwort: Der IPI-Score (Inventory Performance Index) ist eine Kennzahl zwischen 0 und 1.000, mit der Amazon misst, wie effizient Sie Ihr FBA-Lager managen. 2026 liegt der kritische Schwellenwert bei 400 Punkten — fällt Ihr Score darunter, drohen Lagerlimits, Überschreitungsgebühren und teils ASIN-spezifische Nachschub-Beschränkungen (Quelle: Amazon Seller Central, 2026). Der Score wird wöchentlich auf Basis eines rollierenden 90-Tage-Fensters aktualisiert, die entscheidenden Quartalsprüfungen finden jeweils rund sechs Wochen vor Quartalsende statt.

Wer seinen IPI-Score ignoriert, riskiert genau in der umsatzstärksten Zeit — dem Weihnachtsgeschäft — plötzliche Lagerbeschränkungen. Dieser Beitrag erklärt, wie der Score berechnet wird und wie Sie ihn gezielt verbessern.

Wie der IPI-Score berechnet wird

Der IPI-Score setzt sich aus vier Faktoren zusammen:

  • Überbestandsquote (Excess Inventory %): Wie viel Ihres Lagerbestands sich deutlich langsamer verkauft als geplant.
  • Abverkaufsrate (Sell-Through Rate): Verhältnis von verkauften Einheiten zu durchschnittlichem Lagerbestand.
  • Gestrandeter Bestand (Stranded Inventory %): Anteil an Ware, die zwar im Lager liegt, aber wegen inaktiver Angebote nicht verkäuflich ist.
  • Verfügbarkeitsquote (In-Stock Rate): Wie zuverlässig Ihre Bestseller lieferbar bleiben.

Alle vier Faktoren fließen gewichtet in den Gesamtscore ein — eine einseitige Optimierung (z. B. nur Überbestand abbauen, aber Out-of-Stocks riskieren) verbessert den Score nur begrenzt.

Warum der Schwellenwert 400 so wichtig ist

Amazon behält sich vor, den Schwellenwert quartalsweise je nach Netzwerkkapazität und Nachfrage anzupassen — 2026 liegt er bei 400 Punkten. Unterschreiten Sie diesen Wert:

⚠️ Lagerlimits: Amazon begrenzt, wie viel Bestand Sie in FBA-Lager einlagern dürfen.

⚠️ Überschreitungsgebühren: Wird das Limit dennoch überschritten, fallen zusätzliche Lagergebühren an.

⚠️ ASIN-spezifische Nachschub-Deckelung: Bei einzelnen Produkten kann Amazon den Nachschub gezielt einschränken.

💡 Tipp: Die formalen Quartalsprüfungen finden rund sechs Wochen vor Quartalsende statt. Wer seinen Score kontinuierlich über 450–500 hält, hat einen komfortablen Puffer für saisonale Schwankungen im Q4.

In 6 Schritten den IPI-Score verbessern

So bringen Sie Ihren Score gezielt nach oben:

  1. Score-Verlauf analysieren — im Inventory Performance Dashboard prüfen, welcher der vier Faktoren am schwächsten ist.
  2. Überbestand abbauen — über Coupons, Blitzangebote oder Removal-Aufträge langsam drehende Ware reduzieren.
  3. Gestrandeten Bestand aktivieren — inaktive Angebote reparieren oder die betroffene Ware entfernen lassen.
  4. Prognosen verfeinern — Nachschubmengen realistischer an die tatsächliche Abverkaufsrate anpassen, statt auf Verdacht große Mengen einzulagern.
  5. Bestseller priorisieren — bei knappen Lagerkapazitäten zuerst die margenstärksten und umsatzstärksten ASINs versorgen.
  6. Wöchentlich kontrollieren — der Score aktualisiert sich wöchentlich, regelmäßiges Monitoring verhindert böse Überraschungen vor der Quartalsprüfung.

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Rechenbeispiel: Kosten eines niedrigen IPI-Scores

Rechenbeispiel (hypothetisch): Ein Händler mit 15.000 € monatlichem FBA-Lagerbestand rutscht mit einem Score von 380 unter den Schwellenwert. Amazon begrenzt das Lagerlimit auf 80 Prozent des bisherigen Bedarfs. Die Folge: Bestseller-ASINs geraten kurz vor dem Prime Big Deal Day in den Out-of-Stock-Status — bei einem durchschnittlichen Tagesumsatz von 400 € pro betroffenem ASIN und fünf Tagen Ausfall entstehen so schnell mehrere tausend Euro entgangener Umsatz, zusätzlich zu möglichen Überschreitungsgebühren.

Lagerkennzahlen im Multichannel-Kontext

Der IPI-Score ist eine Amazon-spezifische Kennzahl, doch das zugrunde liegende Prinzip — Überbestand vermeiden, Verfügbarkeit sichern — gilt analog für Otto, Kaufland und andere Kanäle. Wer mehrkanalig verkauft, sollte Bestand nicht isoliert pro Plattform steuern. Mit der KI-Plattform MarketplAIce lassen sich Bestandsprognosen und Nachschubmengen kanalübergreifend synchronisieren, sodass Sie den IPI-Score auf Amazon verbessern, ohne auf anderen Marktplätzen in den Out-of-Stock-Status zu rutschen.

Was Sie jetzt tun können

Ihr Aktionsplan für einen stabilen IPI-Score:

  • Aktuellen Score prüfen und den schwächsten der vier Faktoren identifizieren.
  • Überbestand gezielt abbauen, bevor Amazon quartalsweise prüft.
  • Nachschubprognosen realistischer an die tatsächliche Abverkaufsrate anpassen.
  • Bestseller priorisieren, wenn Lagerkapazität knapp wird.
  • Score wöchentlich überwachen, nicht erst kurz vor der Quartalsprüfung reagieren.

Wenn Sie Ihre Bestandsstrategie nicht allein steuern wollen, unterstützt AMZ+ Consulting als Marktplatz-Agentur bei Lagerplanung und IPI-Optimierung über alle Kanäle hinweg.

FAQ: Häufige Fragen zum Amazon IPI-Score

Was ist der Amazon IPI-Score?

Der Inventory Performance Index ist eine Kennzahl zwischen 0 und 1.000, mit der Amazon misst, wie effizient ein Händler sein FBA-Lager verwaltet. Er setzt sich aus Überbestandsquote, Abverkaufsrate, gestrandetem Bestand und Verfügbarkeitsquote zusammen.

Welcher IPI-Schwellenwert gilt 2026?

Der kritische Schwellenwert liegt 2026 bei 400 Punkten. Amazon behält sich vor, ihn quartalsweise je nach Netzwerkkapazität und Nachfrage anzupassen.

Was passiert, wenn mein IPI-Score unter 400 fällt?

Sie erhalten Lagerlimits für FBA-Bestand, bei Überschreitung fallen zusätzliche Gebühren an, und bei einzelnen ASINs kann Amazon den Nachschub gezielt deckeln.

Wie oft wird der IPI-Score aktualisiert?

Der Score wird wöchentlich, meist montags oder dienstags, auf Basis eines rollierenden 90-Tage-Fensters aktualisiert. Die formalen Quartalsprüfungen finden rund sechs Wochen vor Quartalsende statt.

Wie kann ich meinen IPI-Score am schnellsten verbessern?

Am schnellsten wirkt der Abbau von Überbestand über Coupons oder Removal-Aufträge sowie die Reaktivierung gestrandeten Bestands durch reparierte Angebote.

Reicht ein Score knapp über 400 als Sicherheitspuffer?

Nein, ein Score knapp über 400 bietet kaum Puffer für saisonale Schwankungen. Empfehlenswert ist ein Zielkorridor von 450 bis 500 Punkten, besonders vor dem Q4-Geschäft.

Kann eine Agentur die IPI-Optimierung übernehmen?

Ja. AMZ+ Consulting analysiert als Marktplatz-Agentur die vier IPI-Faktoren, optimiert Nachschubprognosen und synchronisiert Bestandsplanung kanalübergreifend mit Otto, Kaufland und weiteren Marktplätzen.

Über den Autor

Jorginho Engelmeyer ist Geschäftsführer der AMZ+ Consulting GmbH und seit über 8 Jahren auf Amazon, Otto und Kaufland für Händler aktiv. Mit seinem Team verbindet er Agenturleistung mit eigener KI-Technologie, um Marktplatz-Händler vorausschauend und datengetrieben zu skalieren.

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Zuletzt aktualisiert: 6. August 2026

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