Amazon Markenrechtsverletzung melden 2026: So geht's
Amazon Markenrechtsverletzung melden 2026: Brand Registry, Report a Violation, Transparency und Project Zero richtig nutzen und Fälscher stoppen.

Die kurze Antwort: Um eine Markenrechtsverletzung auf Amazon zu melden, brauchen Sie zunächst die Amazon Brand Registry. Voraussetzung dafür ist eine eingetragene Marke beim DPMA oder EUIPO. Danach nutzen Sie das „Report a Violation"-Tool (RaV), um Marken- und Urheberrechtsverletzungen sowie Produktfälschungen zu melden. Zusätzlich schützen Amazon Transparency (individuelle Produktcodes gegen Fälschungen) und Project Zero (ein Selbstlösch-Tool für qualifizierte Marken) Ihr Sortiment. Wichtig ist die Unterscheidung: Fälschung, Listing-Hijacking und unautorisierte Wiederverkäufer sind drei verschiedene Fälle. Und seien Sie fair: Nicht jeder Fremdanbieter ist illegal. Der reine Wiederverkauf originaler Ware ist oft zulässig. Es zählt allein die echte Fälschung oder Markenrechtsverletzung.
In diesem Beitrag ordnen wir die Werkzeuge und die Fallarten. Und Sie erfahren Schritt für Schritt, wie Sie eine Verletzung sauber melden.
Inhalt
- Die Werkzeuge für Markeninhaber im Überblick
- Fälschung, Hijacking oder Wiederverkäufer: der Unterschied zählt
- Beweise sichern, bevor Sie melden
- So melden Sie eine Markenrechtsverletzung in 6 Schritten
- Rechenbeispiel: Was ein Fälscher Sie kostet
- Was Sie jetzt tun können
Die Werkzeuge für Markeninhaber im Überblick
Amazon stellt Markeninhabern mehrere Werkzeuge zur Verfügung. Sie bauen aufeinander auf und decken unterschiedliche Bedürfnisse ab (Stand: 2026, Quelle: Amazon Brand Registry).
Amazon Brand Registry: Die Basis für alles Weitere. Voraussetzung ist eine eingetragene Marke beim DPMA oder EUIPO. Ohne Brand Registry haben Sie keinen Zugriff auf die Schutz-Tools.
Report a Violation (RaV): Das zentrale Melde-Tool. Damit melden Sie Marken- und Urheberrechtsverletzungen sowie Produktfälschungen direkt an Amazon.
Amazon Transparency: Ein Programm mit individuellen Produktcodes. Jedes Original erhält einen eindeutigen Code, mit dem sich Fälschungen erkennen und aussortieren lassen.
Project Zero: Ein Selbstlösch-Tool für qualifizierte Marken. Damit können Sie erkannte Fälschungen selbst entfernen, ohne jedes Mal auf Amazon warten zu müssen.
✅ Vorteil: Wer diese Werkzeuge kombiniert, schützt seine Marke auf mehreren Ebenen. Wie Sie die Brand Registry einrichten, zeigt der Beitrag zur Amazon Brand Registry.
Fälschung, Hijacking oder Wiederverkäufer: der Unterschied zählt
Bevor Sie melden, müssen Sie den Fall richtig einordnen. Es gibt drei sehr unterschiedliche Situationen.
Markenrechtsverletzung oder Fälschung: Dritte verkaufen gefälschte oder unautorisierte Ware unter Ihrer Marke. Das ist der klarste Fall für eine Meldung über RaV.
Listing-Hijacking: Fremde hängen sich an Ihr Listing oder manipulieren den Content, etwa Bilder oder Texte. Hier geht es nicht immer um Fälschung, sondern um die Kontrolle über Ihre Produktseite.
Unautorisierte Wiederverkäufer: Ein Anbieter verkauft Ihre originale Ware, ohne Ihre Erlaubnis zu haben. Das ist ärgerlich, aber nicht automatisch illegal.
⚠️ Achtung: Seien Sie fair und genau. Der reine Wiederverkauf originaler Ware ist oft zulässig. Wenn Sie einen legalen Wiederverkäufer fälschlich als Fälscher melden, riskieren Sie Ärger und verlieren Glaubwürdigkeit bei Amazon.
Es zählt allein die echte Fälschung oder Markenrechtsverletzung. Prüfen Sie deshalb nüchtern, welcher der drei Fälle wirklich vorliegt. Wie Sie die Kontrolle über Ihr Listing behalten, lesen Sie im Beitrag zur Buy Box.
Beweise sichern, bevor Sie melden
Eine Meldung ist nur so gut wie ihre Beweise. Amazon braucht nachvollziehbare Belege, um zu handeln.
Machen Sie zuerst Screenshots. Halten Sie das verletzende Angebot fest: Listing, Preis, Verkäufername und Datum. Diese Nachweise sichern den Zustand, bevor der Anbieter reagiert.
Bei Fälschungsverdacht ist ein Testkauf sinnvoll. So beweisen Sie, dass die gelieferte Ware tatsächlich gefälscht oder unautorisiert ist. Heben Sie Produkt, Verpackung und Beleg auf.
💡 Tipp: Dokumentieren Sie systematisch. Ein einfacher Ordner mit Datum, Screenshots und Belegen macht spätere Meldungen und Eskalationen deutlich einfacher.
Je besser Ihre Dokumentation, desto schneller reagiert Amazon. Lückenhafte Meldungen führen dagegen oft zu Rückfragen oder Ablehnung. Wie individuelle Produktcodes zusätzlich schützen, zeigt der Beitrag zu Amazon Transparency.
Bewahren Sie alle Beweise auf, auch nach der Meldung. Bei Wiederholungstätern brauchen Sie die Historie für die Eskalation.
So melden Sie eine Markenrechtsverletzung in 6 Schritten
Mit einem klaren Ablauf melden Sie sauber und erhöhen die Erfolgschance. So gehen Sie vor:
- Fall einordnen: Klären Sie, ob es sich um eine Fälschung, um Listing-Hijacking oder um einen bloßen Wiederverkäufer handelt. Nur echte Verletzungen gehören gemeldet.
- Marke in Brand Registry sicherstellen: Prüfen Sie, ob Ihre eingetragene Marke in der Amazon Brand Registry hinterlegt ist. Ohne sie haben Sie keinen Zugriff auf das Melde-Tool.
- Beweise sichern: Erstellen Sie Screenshots und bei Fälschungsverdacht einen Testkauf zur Beweissicherung. Dokumentieren Sie Datum und Verkäufer.
- Über RaV melden: Reichen Sie die Verletzung über das „Report a Violation"-Tool ein und fügen Sie Ihre Beweise bei.
- Bei Wiederholung eskalieren: Reagiert der Anbieter nicht oder taucht erneut auf, eskalieren Sie mit der gesammelten Historie.
- Marke dauerhaft schützen: Bauen Sie parallel Schutz auf, etwa über Transparency und, sofern qualifiziert, Project Zero.
⚠️ Achtung: Melden Sie nie ins Blaue. Eine unbegründete Meldung kann auf Sie zurückfallen und Ihre Glaubwürdigkeit bei Amazon schwächen.
Rechenbeispiel: Was ein Fälscher Sie kostet
Rechenbeispiel (hypothetisch, zur Veranschaulichung): Nehmen wir an, ein Fälscher unterbietet Ihr Produkt und zieht 20 Prozent Ihres Absatzes ab.
Sie verkaufen normalerweise 1.000 Einheiten pro Monat mit 15 Euro Deckungsbeitrag. Der Fälscher kostet Sie also 200 Verkäufe, das sind 3.000 Euro entgangener Deckungsbeitrag pro Monat.
Dazu kommt der Schaden am Ruf. Kunden, die minderwertige Fälschungen erhalten, geben schlechte Bewertungen ab. Sagen wir, das kostet Sie weitere 10 Prozent Conversion auf dem echten Listing.
Nach einer erfolgreichen Meldung und Entfernung des Fälschers gewinnen Sie diese 200 Verkäufe zurück. Über ein Jahr sind das 36.000 Euro Deckungsbeitrag, den Sie sonst verloren hätten.
Diese Zahlen sind ein Modell, keine Garantie. Aber sie zeigen, warum konsequenter Markenschutz kein Luxus ist, sondern direkt auf den Gewinn wirkt.
Kämpfen Sie gegen Fälscher? Im kostenlosen Erstgespräch prüfen wir Ihren Markenschutz und zeigen die schnellsten Hebel. → Kostenloses Erstgespräch buchen
Was Sie jetzt tun können
Prüfen Sie zuerst Ihre Basis. Ist Ihre Marke beim DPMA oder EUIPO eingetragen und in der Brand Registry hinterlegt? Ohne diese Grundlage fehlt Ihnen der Zugriff auf alle Schutz-Tools.
Beobachten Sie danach Ihre wichtigsten Listings regelmäßig. Wer früh erkennt, dass sich ein Fälscher oder Hijacker anhängt, kann schneller reagieren und den Schaden begrenzen.
AMZ+ Consulting unterstützt Sie beim Aufbau eines belastbaren Markenschutzes. Wir richten Brand Registry, Transparency und, wo möglich, Project Zero ein und übernehmen die saubere Dokumentation und Meldung über RaV. So verteidigen Sie Ihre Marke systematisch, statt jedem Fall einzeln hinterherzulaufen.
FAQ: Häufige Fragen zur Amazon Markenrechtsverletzung
Was brauche ich, um eine Verletzung überhaupt melden zu können?
Sie brauchen die Amazon Brand Registry, und dafür eine eingetragene Marke beim DPMA oder EUIPO. Ohne Brand Registry haben Sie keinen Zugriff auf das „Report a Violation"-Tool. Die Markeneintragung ist also der erste Schritt.
Was ist der Unterschied zwischen Fälschung und Wiederverkäufer?
Bei einer Fälschung verkaufen Dritte gefälschte oder unautorisierte Ware unter Ihrer Marke. Ein Wiederverkäufer verkauft dagegen echte Originalware. Der reine Wiederverkauf ist oft zulässig, während Fälschung klar eine Verletzung ist.
Was ist Listing-Hijacking?
Beim Hijacking hängen sich Fremde an Ihr Listing oder manipulieren dessen Content, etwa Bilder oder Texte. Es geht dabei um die Kontrolle über Ihre Produktseite. Das ist ein anderer Fall als eine reine Produktfälschung.
Wofür ist Amazon Transparency gut?
Transparency vergibt individuelle Produktcodes für jedes Original. Damit lassen sich Fälschungen erkennen und aussortieren, bevor sie den Kunden erreichen. Es ist ein präventiver Schutz zusätzlich zum Melden.
Was macht Project Zero?
Project Zero ist ein Selbstlösch-Tool für qualifizierte Marken. Damit entfernen Sie erkannte Fälschungen selbst, ohne bei jedem Fall auf Amazon warten zu müssen. Das beschleunigt den Schutz erheblich.
Welche Beweise brauche ich für eine Meldung?
Sichern Sie Screenshots des verletzenden Angebots mit Datum und Verkäufername. Bei Fälschungsverdacht hilft ein Testkauf zur Beweissicherung. Je vollständiger die Dokumentation, desto schneller reagiert Amazon.
Kann eine falsche Meldung mir schaden?
Ja. Eine unbegründete Meldung, etwa gegen einen legalen Wiederverkäufer, kann auf Sie zurückfallen. Sie riskieren Ärger und verlieren Glaubwürdigkeit bei Amazon. Melden Sie deshalb nur echte Verletzungen mit klaren Beweisen.
Über den Autor
Jorginho Engelmeyer ist Geschäftsführer der AMZ+ Consulting GmbH und seit über 8 Jahren auf Amazon, Otto und Kaufland für Händler aktiv.
→ Kostenloses Erstgespräch buchen
Zuletzt aktualisiert: 22. Juli 2026
Lohnt sich eine Agentur für Ihr Geschäft?
Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir uns Ihre Zahlen gemeinsam an — unverbindlich und ehrlich.
Kostenloses Erstgespräch buchen