Amazon Marketing Cloud (AMC) 2026: Leitfaden für Händler
Amazon Marketing Cloud 2026: Was der Clean Room kann, warum AMC jetzt für alle Seller kostenlos ist und wie Sie ohne SQL-Team erste Insights gewinnen.

Die kurze Antwort: Amazon Marketing Cloud (AMC) ist ein sicherer, datenschutzfreundlicher „Clean Room", in dem Sie anonymisierte, aggregierte Shopper-Signale über all Ihre Werbeformate hinweg auswerten — Sponsored Products, Sponsored Brands, Sponsored Display und, falls genutzt, DSP, ergänzt um organische und Streaming-Kontaktpunkte. Die große Neuerung 2026: AMC ist über die Self-Service-Konsole für jeden Seller kostenlos zugänglich, der Sponsored Ads schaltet — ein eigener Datenanalyst oder Agenturvertrag ist nicht mehr zwingend nötig. Neu ist außerdem eine Speicherdauer der Werbedaten von 24 Monaten (vorher 13) für Jahresvergleiche sowie ein KI-Audience-Generator, der aus einer Beschreibung in normaler Sprache die passende Abfrage erzeugt. Der Haken bleibt: AMC arbeitet mit SQL-Abfragen, und die meisten Händler-Teams haben niemanden, der das routiniert beherrscht. Dieser Leitfaden zeigt, wofür sich AMC lohnt und wie Sie einsteigen.
Inhaltsverzeichnis
- Was Amazon Marketing Cloud ist
- Was 2026 neu ist
- Welche Fragen AMC beantwortet
- In 5 Schritten mit AMC starten
- Rechenbeispiel: Wann sich AMC lohnt
- Was Sie jetzt tun können
- FAQ
Was Amazon Marketing Cloud ist
Amazon Marketing Cloud ist ein Analyse- und Audience-Werkzeug, das Amazon als „Clean Room" bereitstellt. Ein Clean Room ist eine geschützte Umgebung, in der Sie Ereignisdaten auf aggregierter, anonymisierter Ebene auswerten können, ohne jemals die Identität einzelner Käufer zu sehen. Genau das unterscheidet AMC von den Standardberichten in Seller Central oder der Ads-Konsole.
Während die üblichen Berichte Ihnen fertige Kennzahlen je Kampagne liefern, arbeiten Sie in AMC auf Ereignisebene: einzelne Impressionen, Klicks, Warenkorb-Aktionen und Käufe lassen sich miteinander verknüpfen. So sehen Sie, wie verschiedene Werbeformate zusammenwirken — etwa ob ein Kunde zuerst eine Display-Anzeige sah, später über ein Keyword suchte und dann kaufte. Diese formatübergreifende Sicht bleibt in den Standardberichten verborgen.
Der zweite Nutzen: In AMC erstellte Zielgruppen lassen sich direkt für die Aussteuerung von Werbung aktivieren — über Sponsored Ads, Video- und Display-Anzeigen. Damit wird aus einer reinen Analyse ein Steuerungsinstrument. AMC ist also kein Ersatz für Ihre bestehenden Berichte, sondern die tiefere Ebene darunter, auf der Sie den gesamten Kaufweg verstehen und darauf reagieren.
Was 2026 neu ist
Für Händler haben sich 2026 drei Dinge grundlegend geändert. Erstens der Zugang: Jeder Seller, der Sponsored-Ads-Kampagnen über Amazon Ads schaltet, kann AMC nun über die Self-Service-Konsole nutzen — ohne dedizierten Datenanalysten und ohne Agenturvertrag als Voraussetzung. AMC war früher faktisch großen Werbetreibenden vorbehalten; diese Hürde ist gefallen.
Zweitens die Datenhistorie: AMC speichert Werbedaten jetzt 24 Monate statt bisher 13. Das klingt technisch, ist aber praktisch wertvoll — Sie können Jahr-über-Jahr vergleichen, saisonale Zielgruppen aufbauen und längere Kaufzyklen nachvollziehen. Für Produkte mit Wiederkauf oder saisonalem Muster ist das ein echter Analysegewinn.
Drittens die KI-Unterstützung: Der neue AMC-Audience-Generator erlaubt es, eine Wunsch-Zielgruppe in normaler Sprache zu beschreiben — AMC erzeugt daraus automatisch die passende Abfrage. Das senkt die Einstiegshürde deutlich, ersetzt aber nicht vollständig das Verständnis für die Daten. Denn AMC bleibt im Kern SQL-basiert, und wer tiefer gehen will, braucht jemanden, der Abfragen lesen und anpassen kann. Genau hier setzt die Unterstützung durch eine Marktplatz-Agentur wie AMZ+ Consulting an.
Welche Fragen AMC beantwortet
Der Wert von AMC zeigt sich an den Fragen, die Standardberichte nicht beantworten können. Ein Beispiel ist die Neukundengewinnung: Wie viele Käufe über eine Kampagne kamen von echten Neukunden gegenüber Bestandskunden? Für Marken, die wachsen wollen, ist das oft wichtiger als der reine ACoS.
Ein zweites Feld ist die Kanal-Überschneidung: Welche Kombination aus Werbeformaten führt am häufigsten zum Kauf? Vielleicht zeigt sich, dass Sponsored Display allein selten verkauft, in Kombination mit einem späteren Sponsored-Products-Klick aber die Conversion deutlich hebt. Solche Erkenntnisse verändern die Budgetverteilung.
Drittens die Customer Journey über Zeit: Wie lange dauert es vom ersten Kontakt bis zum Kauf, und wie viele Kontaktpunkte braucht es? Mit der 24-Monats-Historie lassen sich auch Wiederkaufraten und saisonale Muster auswerten. Diese Analysen sind besonders für Marken mit größerem Werbebudget relevant. Für kleinere Kataloge reicht oft die reguläre Kampagnensteuerung — der Aufwand für AMC lohnt sich vor allem dann, wenn die zusätzlichen Insights auch in Budgetentscheidungen einfließen. Diese Logik gilt analog für datengetriebene Steuerung auf Otto Retail Media oder Kaufland Retail Media, auch wenn AMC selbst Amazon-spezifisch ist.
In 5 Schritten mit AMC starten
So beginnen Sie 2026 mit Amazon Marketing Cloud:
- Zugang aktivieren. Prüfen Sie in der Amazon-Ads-Konsole, ob Ihr Konto AMC über den Self-Service nutzen kann, und richten Sie die Instanz ein.
- Ziel festlegen. Definieren Sie eine konkrete Frage — etwa Neukundenanteil oder Kanal-Überschneidung — statt planlos Daten zu ziehen.
- KI-Generator nutzen. Beschreiben Sie Zielgruppe oder Auswertung in normaler Sprache und lassen Sie AMC die Abfrage erzeugen.
- Ergebnis interpretieren. Übersetzen Sie die Kennzahlen in eine Handlung — etwa Budget von einem schwachen in einen starken Kanal-Mix verschieben.
- Zielgruppe aktivieren. Spielen Sie in AMC gebildete Audiences direkt in Ihre Kampagnen aus und messen Sie die Wirkung.
Starten Sie mit genau einer Frage. AMC entfaltet seinen Nutzen erst, wenn eine Auswertung zu einer Entscheidung führt — nicht durch das reine Sammeln von Daten.
Rechenbeispiel: Wann sich AMC lohnt
Rechenbeispiel (hypothetisch, Stand 2026): Angenommen, eine Marke gibt monatlich 10.000 Euro für Amazon-Werbung aus, verteilt auf Sponsored Products, Brands und Display. Die Standardberichte zeigen für jedes Format einen ACoS, aber nicht, wie die Formate zusammenwirken. Eine AMC-Analyse deckt auf, dass Display-Anzeigen als alleinige Kontaktpunkte kaum verkaufen, in Kombination mit späteren Suchklicks aber die Conversion spürbar erhöhen.
Verschiebt die Marke daraufhin Budget bewusst in die wirksame Kombination und reduziert isolierte, wirkungslose Ausspielungen, kann sie denselben Umsatz mit weniger Streuverlust erzielen. Schon eine Effizienzverbesserung von wenigen Prozentpunkten auf 10.000 Euro Monatsbudget summiert sich über ein Jahr zu einem vierstelligen Betrag — mehr als der Aufwand für die Analyse.
Die Lehre: AMC lohnt sich dort, wo das Werbebudget groß genug ist, dass kleine Effizienzgewinne relevant werden — und wo jemand die Erkenntnisse tatsächlich in Budgetentscheidungen übersetzt. Für sehr kleine Kataloge bleibt die reguläre Kampagnensteuerung meist die bessere Wahl.
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Was Sie jetzt tun können
Ihr Fahrplan für Amazon Marketing Cloud 2026: Prüfen Sie den kostenlosen Self-Service-Zugang, formulieren Sie eine konkrete Frage und nutzen Sie den KI-Audience-Generator für den Einstieg. Übersetzen Sie jede Auswertung in eine Budget- oder Kampagnenentscheidung und aktivieren Sie gebildete Zielgruppen direkt in Ihren Anzeigen.
Wer über mehrere Kanäle wirbt und verkauft, braucht eine Steuerung, die Daten zusammenführt. Unsere KI-Plattform MarketplAIce verbindet vorausschauende Gebots- und Bestandssteuerung über Amazon, Otto und Kaufland, sodass Werbeerkenntnisse und Preis-/Bestandsentscheidungen zusammenspielen. Verwandte Grundlagen finden Sie in Amazon Sponsored Products 2026 und Amazon DSP 2026.
Wenn Ihnen das SQL-Know-how fehlt, übernimmt AMZ+ Consulting als Marktplatz-Agentur Aufbau und Auswertung Ihrer AMC-Abfragen — und übersetzt die Ergebnisse in konkrete Maßnahmen.
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FAQ
Was ist Amazon Marketing Cloud (AMC)?
AMC ist ein datenschutzfreundlicher Clean Room, in dem Sie anonymisierte, aggregierte Shopper-Signale über all Ihre Amazon-Werbeformate hinweg auswerten. Anders als Standardberichte arbeiten Sie auf Ereignisebene und sehen, wie Formate zusammenwirken — ohne Zugriff auf einzelne Käuferidentitäten.
Ist Amazon Marketing Cloud 2026 kostenlos?
Ja. Seit 2026 kann jeder Seller, der Sponsored-Ads-Kampagnen über Amazon Ads schaltet, AMC über die Self-Service-Konsole nutzen — ohne dedizierten Datenanalysten oder Agenturvertrag als Voraussetzung. Der Zugang selbst ist kostenlos.
Brauche ich SQL-Kenntnisse für AMC?
Im Kern arbeitet AMC mit SQL-Abfragen. Der 2026 eingeführte KI-Audience-Generator erzeugt Abfragen aus einer Beschreibung in normaler Sprache und senkt die Einstiegshürde. Für tiefergehende Analysen ist SQL-Verständnis aber weiterhin hilfreich.
Wie lange speichert AMC Werbedaten?
Seit 2026 speichert AMC Werbedaten 24 Monate, vorher waren es 13. Das ermöglicht Jahr-über-Jahr-Vergleiche, saisonale Zielgruppen und die Auswertung längerer Kaufzyklen und Wiederkaufmuster.
Für welche Händler lohnt sich AMC?
Vor allem für Marken mit größerem Werbebudget, bei denen kleine Effizienzgewinne relevant werden — und die die Erkenntnisse auch in Budgetentscheidungen umsetzen. Für sehr kleine Kataloge reicht meist die reguläre Kampagnensteuerung.
Was kann ich mit AMC herausfinden, was Standardberichte nicht zeigen?
AMC beantwortet Fragen wie den Neukundenanteil einer Kampagne, das Zusammenwirken verschiedener Werbeformate und die Dauer der Customer Journey. Diese formatübergreifenden Zusammenhänge bleiben in den Standardberichten verborgen.
Kann eine Agentur bei AMC unterstützen?
Ja. AMZ+ Consulting übernimmt als Marktplatz-Agentur Aufbau und Auswertung der AMC-Abfragen und übersetzt die Ergebnisse in konkrete Maßnahmen. Das ist besonders sinnvoll, wenn im eigenen Team kein SQL-Know-how vorhanden ist.
Über den Autor Jorginho Engelmeyer ist Geschäftsführer der AMZ+ Consulting GmbH und seit über 8 Jahren auf Amazon, Otto und Kaufland für Händler aktiv. → Kostenloses Erstgespräch buchen
Zuletzt aktualisiert: 16. Juli 2026
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