Amazon Passkeys 2026: In 5 Schritten Ihr Seller-Konto absichern
Amazon macht Passkeys ab Ende September 2026 zur Pflicht – auch für geteilte Konten. Was Verkäufer jetzt konkret in Seller Central prüfen müssen.

Die kurze Antwort: Amazon hat Verkäufer am 15. September 2026 per E-Mail informiert, dass Passkeys ab etwa dem 29. September 2026 gestaffelt zur Pflicht werden – für Seller Central ebenso wie für den normalen Amazon-Login. Ein Passkey nutzt die vorhandene Geräte-Authentifizierung (Fingerabdruck, Gesichtsscan oder Geräte-PIN) statt Passwort. Sobald ein Konto umgestellt ist, bleibt das Passwort nur noch für die Konto-Wiederherstellung hinterlegt, für den normalen Login wird es nicht mehr akzeptiert.
Der eigentliche Einschnitt betrifft weniger die Technik als geteilte Zugänge: Amazon verlangt, dass jede weitere Person, die im selben Konto arbeitet, als eigener Nebenbenutzer angelegt wird – mit eigener, bislang ungenutzter E-Mail-Adresse und eigenem Passkey. Ein gemeinsames Login für Gründer, Lager-Team und Agentur funktioniert damit nicht mehr.
Es gibt kein einheitliches Stichdatum für alle Konten – Amazon rollt die Pflicht kontenweise aus. Wer noch keine E-Mail erhalten hat, sollte trotzdem jetzt handeln, denn ein Tag ohne Seller-Central-Zugriff kann in der Auftragsabwicklung teuer werden.
Inhalt
- Was sich ab dem 29. September 2026 konkret ändert
- Warum geteilte Logins jetzt zum Risiko werden
- In 5 Schritten: Ihr Amazon-Konto auf Passkeys vorbereiten
- Rechenbeispiel: Was ein Tag ohne Zugriff kostet
- Was Sie diese Woche noch tun sollten
- FAQ
Was sich ab dem 29. September 2026 konkret ändert
Amazon hatte Passkeys bereits im Juni 2026 als optionale Option angekündigt und für "einige Konten" eine spätere Pflicht in Aussicht gestellt. Die E-Mail vom 15. September 2026 macht daraus einen konkreten Zeitplan: Die Umstellung beginnt rollierend rund zwei Wochen nach Zugang der Mitteilung, also ab etwa dem 29. September 2026 – ohne festen Stichtag für jedes Konto oder jede Region.
Die Regel gilt nicht nur für Seller Central. Amazon zieht den regulären Amazon.com/Amazon.de-Login gleich mit. Ein Passkey stützt sich auf die Sicherheitsfunktion, die auf dem jeweiligen Gerät ohnehin vorhanden ist – Fingerabdruck, Gesichtserkennung oder Geräte-PIN. Amazon empfiehlt ausdrücklich, den Passkey auf mindestens zwei Geräten einzurichten, und weist darauf hin, dass sich Passkeys über ein Apple-, Google- oder Microsoft-Konto synchronisieren lassen.
⚠️ Wichtig: Ist ein Konto einmal auf Passkeys umgestellt, bleibt das alte Passwort ausschließlich für die Identitätsprüfung bei der Konto-Wiederherstellung erhalten. Für den täglichen Login wird es nicht mehr akzeptiert. Wer sich darauf verlässt, "das Passwort halt zu merken", hat im Ernstfall keinen Zugriff mehr.
Nach Amazons eigener Aussage im Seller-Rundschreiben soll der Support bei Passkey-Problemen innerhalb von 24 Stunden reagieren und den Zugriff nach Identitätsprüfung wiederherstellen. Das ist ein Serviceversprechen, keine Garantie für jeden Einzelfall – planen Sie also nicht damit, dass ein blockierter Zugang binnen Minuten gelöst ist.
Warum geteilte Logins jetzt zum Risiko werden
In vielen Amazon-Geschäften kursiert bis heute ein einziges Login zwischen Geschäftsführung, Lager, Buchhaltung und externer Agentur. Genau diese Praxis wird mit der Passkeys-Pflicht schwieriger, weil ein Passkey technisch an ein konkretes Gerät oder einen konkreten Cloud-Account gebunden ist.
Amazon verlangt für jede zusätzliche Person einen eigenen Nebenbenutzer mit eigener E-Mail-Adresse, die zuvor auf keinem anderen Amazon-Konto verwendet wurde. Praktisch heißt das: Ein Mitarbeiter, eine Agentur oder eine virtuelle Assistenz darf künftig nicht mehr einfach die Zugangsdaten des Hauptkontos mitnutzen.
✅ Der Vorteil dabei: Sie gewinnen echte Nachvollziehbarkeit. Wer wann welche Änderung in Ihrem Konto vorgenommen hat, lässt sich mit sauber getrennten Nebenbenutzern klarer zurückverfolgen als mit einem geteilten Login. Das erleichtert auch die interne Kontrolle über Benutzerrechte und Rollen in Seller Central.
💡 Tipp: Nutzen Sie die Umstellung als Anlass für einen Zugangs-Check. Erstellen Sie eine Liste aller Personen, die aktuell Zugriff haben, welche Aufgabe sie übernehmen, auf welche Marktplätze sie zugreifen und welche Rechte dafür tatsächlich nötig sind. Entfernen Sie inaktive Zugänge und vergeben Sie Admin-Rechte nur dort, wo sie wirklich gebraucht werden.
Für Remote-Teams kommt ein weiterer Punkt hinzu: Ein Passkey ist wertlos, wenn das Gerät, auf dem er liegt, nicht erreichbar ist. Zwei Smartphones, die beide über denselben Cloud-Account synchronisiert sind, geben Ihnen im Ernstfall nicht die Unabhängigkeit, die Sie erwarten – fällt der Cloud-Zugang aus, fallen beide Geräte gleichzeitig aus.
Ein Laptop und ein Smartphone können ebenfalls gemeinsam ausfallen, wenn niemand die Geräte-PIN kennt, die zuständige Person gerade nicht erreichbar ist oder der Zugriff auf das für die Wiederherstellung hinterlegte E-Mail-Konto fehlt. Notieren Sie deshalb zu jedem Gerät, wer es kontrolliert und was im Vertretungsfall zu tun ist – dieser eine Satz Dokumentation entscheidet später über Stunden statt Tage ohne Zugriff.
In 5 Schritten: Ihr Amazon-Konto auf Passkeys vorbereiten
So bereiten Sie Ihr Seller-Central-Konto auf die Passkeys-Pflicht vor, bevor Amazon Ihr Konto zur Umstellung auffordert:
- Zugangs-Inventur erstellen. Listen Sie alle Personen mit Login-Zugriff auf – Geschäftsführung, Mitarbeiter, Agenturen, virtuelle Assistenzen. Notieren Sie Aufgabe, genutzte Marktplätze und benötigte Rechte je Person.
- Login & Security in Seller Central prüfen. Öffnen Sie den Bereich "Login & Security" direkt in Seller Central – nicht über einen Link aus einer unerwarteten E-Mail – und sehen Sie nach, ob für Ihr Konto bereits eine Passkey-Option oder -Pflicht angezeigt wird.
- Nebenbenutzer mit eigener E-Mail anlegen. Richten Sie für jede weitere Person, die im Konto arbeitet, einen eigenen Nebenbenutzer mit einer E-Mail-Adresse ein, die noch auf keinem anderen Amazon-Konto registriert ist. Vergeben Sie dabei nur die minimal nötigen Rechte.
- Passkey auf zwei getesteten Geräten einrichten. Legen Sie den ersten Passkey auf einem bekannten, aktuellen Gerät an. Richten Sie einen zweiten, unabhängigen Weg ein – etwa ein separates Gerät mit eigenem PIN – und testen Sie beide in einem privaten Browserfenster, bevor Sie alte Zugangsdaten löschen.
- Recovery-Plan dokumentieren. Halten Sie auf einer Seite fest: Hauptkontoinhaber, Nebenbenutzer mit Admin-Rechten, Wiederherstellungs-E-Mail und -Telefonnummer, benötigte Geschäftsunterlagen für die Identitätsprüfung und die Person, die im Ernstfall einen Support-Fall eröffnen darf. Bewahren Sie dieses Dokument außerhalb von Seller Central auf.
⚠️ Klicken Sie niemals auf Passkey-Links, QR-Codes oder Bildschirmfreigabe-Anfragen aus E-Mails oder Chatnachrichten, die sich als Amazon-Support ausgeben. Starten Sie jede Passkey-Aktion ausschließlich über den direkten Login in Seller Central.
Rechenbeispiel: Was ein Tag ohne Zugriff kostet
Rechenbeispiel, klar als Modellrechnung gekennzeichnet: Angenommen, ein Händler mit 15.000 Euro Tagesumsatz auf Amazon verliert durch eine missglückte Passkey-Umstellung für 24 Stunden den Zugriff auf Seller Central – etwa weil beide hinterlegten Geräte über denselben, nicht erreichbaren Cloud-Account synchronisiert waren.
In diesen 24 Stunden lassen sich keine Bestellungen manuell bestätigen, keine Rückfragen von Kunden beantworten, keine PPC-Gebote anpassen und keine Lagerbestände korrigieren. Bei selbstversendeten Positionen drohen zusätzlich verpasste Versandfristen, die auf die Bearbeitungszeit-Kennzahlen einzahlen. Der direkte Umsatzausfall ist in diesem Modell zweitrangig gegenüber dem Folgeschaden: eine verschlechterte Kontogesundheit, die sich erst über Wochen wieder ausgleicht.
Dieses Szenario ist der Grund, warum die Passkeys-Umstellung kein IT-Detail ist, das sich "irgendwann diese Woche" erledigen lässt, sondern ein Punkt für die Geschäftsleitung. Wer sein Konto rechtzeitig vorbereitet und den zweiten Zugangsweg tatsächlich testet, reduziert dieses Risiko auf ein Minimum.
Gerade im vierten Quartal, wenn Bestellvolumen und Werbebudgets ohnehin steigen, wiegt ein blockierter Zugang doppelt schwer: Kampagnen laufen unkontrolliert weiter, während niemand gegensteuern kann, und liegen gebliebene Bestellungen häufen sich genau in der Zeit, in der Kunden die schnellste Reaktion erwarten. Ein einmal getesteter Recovery-Weg kostet heute eine Stunde – ein ungetesteter kostet im Ernstfall einen ganzen Verkaufstag.
Viele Händler, die AMZ+ Consulting im Tagesgeschäft begleitet, haben genau an dieser Stelle eine Lücke: Zugänge werden historisch gewachsen vergeben und selten aufgeräumt. Ein strukturierter Blick von außen auf Kontosicherheit, Nebenbenutzer und Notfallprozesse lässt sich in einem kostenlosen Erstgespräch in 30 Minuten einordnen – bevor Amazon Ihr Konto zur Umstellung auffordert.
Was Sie diese Woche noch tun sollten
Warten Sie nicht auf die Amazon-E-Mail, bevor Sie aktiv werden. Diese vier Punkte lassen sich unabhängig vom genauen Umstellungsdatum Ihres Kontos umsetzen:
- Zugänge zählen statt schätzen: Prüfen Sie in Seller Central unter "Benutzerberechtigungen", wie viele Personen tatsächlich Zugriff haben – die Zahl liegt häufig höher als erwartet.
- Agentur- und Freelancer-Zugänge trennen: Externe Dienstleister erhalten einen eigenen Nebenbenutzer mit befristeten, aufgabenbezogenen Rechten statt des Hauptlogins.
- Zwei-Geräte-Test wirklich durchführen: Ein zweiter Passkey nützt nichts, wenn niemand weiß, wer das zweite Gerät kontrolliert oder wie man es im Ernstfall entsperrt.
- API-Integrationen gegenprüfen: Angebundene Tools (Repricing, PPC-Software, ERP-Anbindung) authentifizieren sich normalerweise über separate Tokens und sollten von der Passkeys-Pflicht nicht betroffen sein – bestätigen Sie das dennoch bei jedem Anbieter, statt es anzunehmen.
Auch für den Krisenfall lohnt sich ein Blick über die Passkeys-Umstellung hinaus: Ein dokumentierter Notfallplan für den Ausfall der verantwortlichen Person deckt nicht nur technische Zugangsprobleme ab, sondern auch Krankheit, Urlaub oder Personalwechsel. Wer diesen Plan jetzt zusammen mit der Passkeys-Umstellung aufsetzt, spart sich später einen zweiten Durchlauf.
Wenn Sie unsicher sind, wie Sie Zugänge, Nebenbenutzer und Notfallprozesse für mehrere Marktplätze gleichzeitig sauber organisieren, ordnen wir das im Erstgespräch gemeinsam mit Ihnen ein – ohne Verkaufsdruck, mit einer klaren Einschätzung, wo Ihr größtes Risiko liegt.
FAQ: Häufige Fragen zu Amazon Passkeys 2026
Ab wann genau sind Passkeys bei Amazon Pflicht?
Amazon hat betroffene Verkäufer am 15. September 2026 informiert; die Umstellung beginnt gestaffelt rund zwei Wochen später, also etwa ab dem 29. September 2026. Es gibt kein einheitliches Datum für alle Konten – prüfen Sie den Bereich "Login & Security" in Ihrem eigenen Seller-Central-Konto.
Was passiert mit meinem bisherigen Passwort?
Nach der Umstellung wird das Passwort nicht mehr für den normalen Login akzeptiert. Es bleibt ausschließlich als Rückfalloption für die Identitätsprüfung bei der Konto-Wiederherstellung hinterlegt.
Können mehrere Personen weiterhin ein gemeinsames Login nutzen?
Nein. Amazon verlangt, dass jede zusätzliche Person als eigener Nebenbenutzer mit einer eigenen, bislang ungenutzten E-Mail-Adresse angelegt wird und einen eigenen Passkey einrichtet. Ein geteiltes Hauptlogin für mehrere Mitarbeiter oder eine Agentur ist damit nicht mehr vorgesehen.
Wie richte ich einen Passkey technisch ein?
Ein Passkey nutzt die vorhandene Sicherheitsfunktion Ihres Geräts – Fingerabdruck, Gesichtserkennung oder Geräte-PIN. Amazon empfiehlt, Passkeys auf mindestens zwei Geräten einzurichten; sie lassen sich über ein Apple-, Google- oder Microsoft-Konto synchronisieren.
Was mache ich, wenn ich nach der Umstellung ausgesperrt bin?
Laut Amazons eigener Ankündigung soll der Seller Support innerhalb von 24 Stunden reagieren und den Zugang nach Identitätsprüfung wiederherstellen. Das ist ein Serviceversprechen, keine Garantie – ein dokumentierter Recovery-Plan mit Geschäftsunterlagen und Kontaktdaten verkürzt die Prüfung in der Praxis.
Betrifft die Passkeys-Pflicht auch angebundene Software wie Repricing- oder PPC-Tools?
API-Integrationen authentifizieren sich in der Regel über separate Zugriffstoken und nicht über den menschlichen Login, sollten also von der Umstellung unberührt bleiben. Bestätigen Sie das dennoch aktiv bei jedem angebundenen Anbieter, statt sich darauf zu verlassen.
Ist die Umstellung auf Passkeys ein Sicherheitsgewinn oder nur zusätzlicher Aufwand?
Beides. Kurzfristig bedeutet es Aufwand, weil geteilte Logins aufgelöst werden müssen. Mittelfristig ist es ein echter Sicherheitsgewinn, weil Passwort-Phishing gegen Passkeys praktisch wirkungslos ist und sich Zugriffe durch benannte Nebenbenutzer klarer nachvollziehen lassen.
Über den Autor Jorginho Engelmeyer ist Geschäftsführer der AMZ+ Consulting GmbH und seit über 8 Jahren auf Amazon, Otto und Kaufland für Händler aktiv. → Kostenloses Erstgespräch buchen
Zuletzt aktualisiert: 21.09.2026
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