Amazon Virtual Bundles 2026: Mehr Umsatz ohne Repacking
Amazon Virtual Bundles 2026 in Deutschland: Voraussetzungen, Einrichtung in 6 Schritten, Vor- und Nachteile und ob sich virtuelle Produktbündel für Ihre Marke lohnen.

Die kurze Antwort: Amazon Virtual Bundles erlauben es registrierten Markeninhabern, zwei bis fünf eigene FBA-Artikel auf einer gemeinsamen Produktdetailseite als ein neues, eigenständiges Angebot zu verkaufen – ohne die Artikel vorab physisch zu verpacken oder ins Lager einzuschicken. Amazon versendet die Einzelartikel weiterhin separat aus dem bestehenden FBA-Bestand, berechnet aber die normalen FBA- und Verkaufsgebühren pro Bestandteil. Seit dem 16. Dezember 2025 steht das Feature auch auf amazon.de und den übrigen europäischen Marktplätzen zur Verfügung – vorher war es auf die USA beschränkt. Voraussetzung ist die Amazon Brand Registry; das Bundle-ASIN bekommt eigene Bewertungen, ein eigenes organisches Ranking und ist kompatibel mit Sponsored Ads, Coupons und A+ Content.
Für Händler mit mehreren ergänzenden Produkten ist das eine der unkompliziertesten Möglichkeiten, den durchschnittlichen Bestellwert zu steigern, ohne neue Lagerprozesse aufzubauen. Wie das Feature genau funktioniert, wer es nutzen darf und wann es sich wirklich lohnt, zeigt dieser Beitrag.
Inhaltsverzeichnis
- Was Amazon Virtual Bundles sind
- Voraussetzungen: Wer Virtual Bundles nutzen darf
- In 6 Schritten ein Virtual Bundle anlegen
- Vor- und Nachteile für Händler
- Rechenbeispiel: Was ein Bundle für den Warenkorbwert bedeutet
- Was Sie jetzt tun können
- FAQ
Was Amazon Virtual Bundles sind
Virtual Bundles unterscheiden sich grundlegend von klassischen, physisch verpackten Sets. Bei einem physischen Bundle müssen Sie die Einzelartikel vor dem Einlagern manuell zusammenpacken, neu etikettieren und als eigene FBA-Einheit einlagern – mit allen Kosten und dem Aufwand, der dazugehört.
Bei einem Virtual Bundle bleibt jeder Artikel als eigenständiges FBA-Produkt im Lager. Amazon erstellt lediglich eine neue, virtuelle Produktdetailseite, die mehrere Ihrer bestehenden ASINs zu einem Angebot zusammenfasst. Bestellt ein Kunde das Bundle, kommissioniert und versendet Amazon die enthaltenen Artikel – bei Bedarf auch in mehreren Paketen – direkt aus dem vorhandenen Bestand.
Das Bundle-ASIN erhält eine eigene Produktseite mit eigenem Titel, eigenen Bildern und eigenem A+ Content. Wichtig für die Sichtbarkeit: Es sammelt eigene Kundenbewertungen und läuft im organischen Ranking als neues Produkt – unabhängig von den Einzelartikeln. Gleichzeitig lässt sich das Bundle ganz normal mit Sponsored Products bewerben und in Coupon-Aktionen einbinden.
Kostentechnisch ändert sich für die Einzelartikel nichts: Amazon berechnet weiterhin die FBA-Gebühren und die Verkaufsprovision für jede Komponente einzeln, es gibt also keinen automatischen Mengenrabatt auf die Gebührenseite. Der wirtschaftliche Vorteil entsteht ausschließlich über einen höheren Bündelpreis, höhere Conversion und einen größeren Warenkorbwert – nicht über gesparte Logistikgebühren.
Voraussetzungen: Wer Virtual Bundles nutzen darf
Nicht jeder Verkäufer kann Virtual Bundles sofort nutzen. Amazon knüpft das Feature an klare Bedingungen:
Markeninhaberschaft: Sie benötigen eine aktive Registrierung in der Amazon Brand Registry und müssen als Markenvertreter (Brand Representative) hinterlegt sein. Ohne Markenregistrierung ist das Tool nicht zugänglich.
Nur eigene ASINs: Alle Artikel im Bundle müssen zur gleichen registrierten Marke gehören. Fremdprodukte oder Artikel anderer Marken – auch wenn Sie diese verkaufen – lassen sich nicht einbinden.
FBA-Pflicht: Sämtliche Bestandteile müssen aktiv per Fulfillment by Amazon (FBA) geführt werden und lieferbar sein. Für FBM-Artikel steht das Feature nicht zur Verfügung.
Bündelgröße: Ein Bundle darf aus mindestens zwei und maximal fünf ASINs bestehen.
Professional Seller Account: Ein Individual-Konto reicht nicht aus, Sie benötigen ein professionelles Verkäuferkonto.
Zugang im Seller Central: Das Virtual-Bundle-Tool finden Sie im europäischen Seller Central unter dem Menüpunkt „Marken" beziehungsweise über die direkte Suche nach „Virtual Bundles".
Erfüllen Sie diese Kriterien nicht, bleibt Ihnen als Alternative weiterhin das klassische physische Bundling – mit eigener Einlagerung und höherem Vorbereitungsaufwand.
In 6 Schritten ein Virtual Bundle anlegen
So gehen Sie in der Praxis vor, um ein Virtual Bundle in Seller Central einzurichten:
- Berechtigung prüfen: Stellen Sie sicher, dass Ihre Marke in der Brand Registry aktiv ist und alle geplanten ASINs FBA-geführt sind.
- Passende Kombination auswählen: Wählen Sie zwei bis fünf Artikel, die inhaltlich zusammenpassen und einen echten Zusatznutzen für den Kunden ergeben – etwa Hauptprodukt plus passendes Zubehör oder Verbrauchsmaterial.
- Virtual-Bundle-Tool öffnen: Navigieren Sie im Seller Central zu „Marken" und starten Sie dort den Assistenten für virtuelle Produktbündel.
- ASINs hinzufügen und Menge festlegen: Tragen Sie die ausgewählten ASINs samt Stückzahl pro Bundle ein und prüfen Sie, ob Amazon alle Artikel als bündelfähig einstuft.
- Bundle-Listing gestalten: Erstellen Sie Titel, Bullet Points, Hauptbild und – falls vorhanden – A+ Content speziell für das neue Bundle-ASIN, statt Inhalte der Einzelartikel zu duplizieren.
- Preis setzen und veröffentlichen: Kalkulieren Sie den Bundle-Preis so, dass er attraktiver wirkt als der Einzelkauf, aber die addierten FBA- und Verkaufsgebühren pro Komponente noch abdeckt. Anschließend veröffentlichen Sie das Bundle und beobachten die ersten Wochen Absatz und Bewertungen.
Rechnen Sie mit einer gewissen Vorlaufzeit, bis das neue Bundle-ASIN indexiert ist und in der Suche sichtbar wird – planen Sie Sponsored-Products-Kampagnen daher erst nach den ersten Tagen Sichtbarkeit ein.
Vor- und Nachteile für Händler
✅ Kein zusätzlicher Lageraufwand: Da kein physisches Repacking nötig ist, sparen Sie sich eigene Verpackungsprozesse und zusätzliche FBA-Einlagerung für das Bundle selbst.
✅ Eigenes Ranking und eigene Bewertungen: Das Bundle konkurriert nicht direkt mit den Einzelartikeln um Bewertungen, sondern baut eine eigene Historie auf.
✅ Flexibel kombinierbar mit Werbung: Sponsored Products, Coupons und A+ Content funktionieren wie bei jedem normalen ASIN.
⚠️ Keine Gebühren-Ersparnis: Da alle Standardgebühren pro Komponente weiterlaufen, muss der höhere Bündelpreis die Marge tragen – kalkulieren Sie das vor dem Launch durch.
⚠️ Bestandsabhängigkeit: Ist auch nur eine Komponente nicht lieferbar, wird das komplette Bundle inaktiv. Bei knappem Bestand einzelner Artikel kann das häufiger passieren als gedacht.
⚠️ Neue Rezension-Historie: Weil das Bundle bei null Bewertungen startet, dauert es, bis genügend Social Proof für eine starke Conversion aufgebaut ist.
Für wen weniger geeignet: Händler mit sehr volatilem Bestand einzelner Komponenten oder Marken ohne aktive Brand Registry profitieren aktuell nicht – hier lohnt sich zunächst der Fokus auf Grundlagen wie Markenregistrierung und stabile Lagerreichweite.
Virtual Bundles im Vergleich zu anderen Bündelungsstrategien
Neben Virtual Bundles kennen Marktplatz-Händler drei weitere Wege, um mehrere Produkte gemeinsam zu vermarkten: klassische physische Sets, „Häufig zusammen gekauft"-Empfehlungen und manuelle Cross-Selling-Hinweise im A+ Content. Jede Variante hat einen anderen Aufwand-Nutzen-Charakter.
Physische Sets erfordern eigenes Repacking und eine neue FBA-Einlagerung, bieten dafür aber ein einheitliches Packaging-Erlebnis und eignen sich besonders für Geschenksets oder Aktionsware, bei der die physische Präsentation selbst Teil des Kaufanreizes ist. „Häufig zusammen gekauft" ist eine reine Amazon-Empfehlung ohne eigenes Listing – Sie haben hier weder Einfluss auf die Zusammenstellung noch auf den Preis, dafür entsteht auch kein zusätzlicher Pflegeaufwand.
Virtual Bundles liegen dazwischen: Sie behalten die volle Kontrolle über Zusammenstellung, Preis und Listing-Inhalte, ohne physisches Repacking leisten zu müssen. Der Trade-off ist der bereits erwähnte fehlende Gebühren-Vorteil und die Abhängigkeit vom Bestand aller Einzelkomponenten. Für Händler, die regelmäßig neue Produktkombinationen testen möchten, ist das dennoch der flexibelste Weg – Bundles lassen sich vergleichsweise schnell anlegen, anpassen oder auch wieder deaktivieren, ohne Lagerbestand umzudisponieren.
Ein weiterer Aspekt, der bei der Entscheidung häufig unterschätzt wird: Virtual Bundles eignen sich besonders gut, um neue oder umsatzschwächere Produkte an ein etabliertes Bestseller-Produkt „anzudocken". Kombinieren Sie einen margenstarken, aber wenig bekannten Artikel mit Ihrem meistverkauften Produkt, profitiert das Bundle von der Sichtbarkeit und dem Vertrauen, das der Bestseller bereits aufgebaut hat.
Rechenbeispiel: Was ein Bundle für den Warenkorbwert bedeutet
Rechenbeispiel: Angenommen, ein Händler verkauft ein Hauptprodukt für 29,99 EUR und ein passendes Ersatzteil-Set für 12,99 EUR einzeln. Im Virtual Bundle bietet er beide Artikel zusammen für 39,99 EUR an – ein rechnerischer Rabatt von rund 7 Prozent gegenüber dem Einzelkauf.
Verkauft der Händler das Bundle 150-mal im Monat statt der Artikel nur einzeln, ergibt sich ein zusätzlicher Bündelumsatz von 5.998,50 EUR. Selbst wenn ein Teil davon Umsatz kannibalisiert, der sonst über die Einzelartikel gelaufen wäre, steigt der durchschnittliche Bestellwert messbar – vorausgesetzt, die addierten FBA- und Verkaufsgebühren beider Komponenten sind im Bundle-Preis von 39,99 EUR bereits eingepreist.
Dieses Beispiel dient ausschließlich der Veranschaulichung der Rechenlogik und ersetzt keine individuelle Kalkulation auf Basis Ihrer tatsächlichen Gebühren und Einkaufspreise.
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</div>Was Sie jetzt tun können
Prüfen Sie zunächst, ob Ihre Marke in der Brand Registry aktiv registriert ist – ohne diese Voraussetzung führt kein Weg zu Virtual Bundles. Sichten Sie anschließend Ihr FBA-Sortiment nach Artikeln, die inhaltlich zusammenpassen und regelmäßig gemeinsam gekauft werden, etwa über den Bericht „Häufig zusammen gekauft" in Ihrer Verkäuferanalyse.
Kalkulieren Sie für die vielversprechendste Kombination einen realistischen Bundle-Preis, der die addierten Gebühren deckt und dennoch einen spürbaren Vorteil gegenüber dem Einzelkauf bietet. Legen Sie das erste Bundle testweise an, beobachten Sie vier bis sechs Wochen Absatz, Bewertungen und Lagerreichweite, und erweitern Sie das Angebot erst danach um weitere Kombinationen.
Wenn Sie mehrere Marktplätze parallel bespielen, achten Sie darauf, dass Bestand und Preise für die Bundle-Komponenten über Amazon, Otto und Kaufland hinweg konsistent bleiben – hier unterstützt eine zentrale, vorausschauende Steuerung wie MarketplAIce dabei, Bestandsreichweite und Preisänderungen automatisch kanalübergreifend im Blick zu behalten.
FAQ: Häufige Fragen zu Amazon Virtual Bundles 2026
Was ist der Unterschied zwischen Virtual Bundles und physischen Bundles?
Bei physischen Bundles müssen Sie die Artikel manuell verpacken und als eigene FBA-Einheit einlagern. Virtual Bundles fassen bestehende FBA-ASINs auf einer neuen Produktseite zusammen, ohne dass Amazon die Artikel physisch zusammenpackt – der Versand erfolgt weiterhin aus dem bestehenden Einzelbestand.
Seit wann sind Virtual Bundles in Deutschland verfügbar?
Amazon hat das Feature am 16. Dezember 2025 auf amazon.de und den übrigen europäischen Marktplätzen freigeschaltet. Zuvor war es ausschließlich in den USA verfügbar.
Brauche ich die Brand Registry für Virtual Bundles?
Ja. Nur registrierte Markeninhaber mit einer aktiven Brand-Registry-Registrierung und einer hinterlegten Markenvertreter-Rolle können das Virtual-Bundle-Tool nutzen.
Spart ein Virtual Bundle FBA-Gebühren?
Nein. Amazon berechnet weiterhin die vollen FBA- und Verkaufsgebühren für jede Komponente einzeln. Der wirtschaftliche Vorteil entsteht über den Bündelpreis, nicht über reduzierte Gebühren.
Wie viele Produkte darf ich in einem Bundle kombinieren?
Zwischen zwei und fünf FBA-ASINs derselben registrierten Marke.
Was passiert, wenn eine Bundle-Komponente nicht mehr auf Lager ist?
Ist auch nur ein Bestandteil nicht lieferbar, wird das komplette Bundle-Angebot inaktiv, bis alle Komponenten wieder verfügbar sind. Eine stabile Bestandsreichweite aller Einzelartikel ist deshalb Voraussetzung für ein zuverlässiges Bundle-Angebot.
Kann ich ein Virtual Bundle mit Sponsored Products bewerben?
Ja, das Bundle-ASIN lässt sich wie jedes andere Produkt in Sponsored-Products-Kampagnen, Coupon-Aktionen und mit eigenem A+ Content bewerben. Da es sich um ein neues ASIN ohne Verkaufshistorie handelt, sollten Sie Kampagnen zunächst mit moderaten Geboten starten und die ersten Wochen engmaschig beobachten. Ein Vorteil: Da die Einzelartikel als eigenständige FBA-Produkte weiterlaufen, lässt sich ein Bundle jederzeit ohne Bestandsverlust deaktivieren, sollte es sich nicht wie erhofft entwickeln.
Über den Autor Jorginho Engelmeyer ist Geschäftsführer der AMZ+ Consulting GmbH und seit über 8 Jahren auf Amazon, Otto und Kaufland für Händler aktiv. → Kostenloses Erstgespräch buchen
Zuletzt aktualisiert am 12. August 2026
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