eBay B2B verkaufen 2026: Geschäftskunden & Rechnungskauf
eBay B2B verkaufen 2026: Wie Rechnungskauf für Geschäftskunden funktioniert, welche Rechnungspflichten gelten und wie Sie B2B-Käufer gezielt ansprechen.

Die kurze Antwort: Verkaufen Sie bei eBay an ein Unternehmen, sind Sie grundsätzlich zur ordnungsgemäßen Rechnungsstellung verpflichtet – mit allen Pflichtangaben nach Umsatzsteuergesetz wie vollständigem Namen und Anschrift, Steuernummer oder USt-IdNr., fortlaufender Rechnungsnummer, Nettobetrag sowie Steuersatz und Steuerbetrag. Für den Rechnungskauf selbst arbeitet eBay unter anderem mit dem Zahlungsdienstleister Riverty zusammen, der sowohl eine monatliche Sammelrechnung für Privatkäufer als auch eine B2B-Rechnungslösung mit Bonitäts- und Adressprüfung anbietet.
Bis Ende 2026 dürfen Sie B2B-Rechnungen noch als PDF oder auf Papier ausstellen, PDF-Rechnungen allerdings nur mit Zustimmung des Empfängers. Ab 2028 wird die E-Rechnung im B2B-Bereich verpflichtend, sodass sich eine frühzeitige Umstellung lohnt.
Für Händler bedeutet das eBay-Geschäftskunden-Segment vor allem eines: Wer Rechnungskauf und saubere B2B-Prozesse anbietet, erschließt sich Firmenkunden mit höheren Warenkörben und wiederkehrenden Bestellungen – muss dafür aber auch buchhalterisch und rechtlich sauber aufgestellt sein. AMZ+ Consulting sieht in der täglichen Arbeit mit Händlern regelmäßig, dass genau diese Sauberkeit in der Praxis über Erfolg oder Frustration im B2B-Geschäft entscheidet.
Was eBay B2B-Verkauf von privaten Verkäufen unterscheidet
Sobald Sie als gewerblicher Verkäufer bei eBay an ein Unternehmen verkaufen, ändern sich Ihre Pflichten gegenüber dem klassischen B2C-Verkauf an Privatpersonen. Verkaufen Sie an ein Unternehmen, sind Sie grundsätzlich zur Rechnungsstellung verpflichtet – unabhängig davon, ob der Käufer diese explizit anfordert oder nicht. Bei Privatkunden müssen Sie eine Rechnung dagegen nur ausstellen, wenn diese ausdrücklich verlangt wird.
Die Rechnung selbst braucht alle Pflichtangaben nach Umsatzsteuergesetz: vollständige Namen und Anschriften von Verkäufer und Käufer, Ihre Steuernummer oder USt-IdNr., das Rechnungsdatum, eine fortlaufende Rechnungsnummer, Menge und Bezeichnung der gelieferten Ware, den Nettobetrag sowie Steuersatz und Steuerbetrag. Fehlt eine dieser Angaben, kann der Geschäftskunde die Vorsteuer nicht korrekt geltend machen – ein Grund, warum viele B2B-Käufer bewusst nach Anbietern mit sauberer Rechnungsstellung suchen.
Ein weiterer Unterschied betrifft die Zahlungsart. Geschäftskunden erwarten häufig Kauf auf Rechnung mit einem Zahlungsziel von 14 oder 30 Tagen, statt sofort per PayPal oder Kreditkarte zu zahlen. eBay hat dafür in den vergangenen Jahren das Zahlungsangebot erweitert und bindet unter anderem Riverty aus der Bertelsmann-Gruppe als Zahlungsdienstleister ein.
Auch die Kommunikation mit B2B-Käufern unterscheidet sich von der mit Privatkunden. Geschäftskunden fragen häufiger nach Staffelpreisen, Mindestbestellmengen und Lieferzeiten für größere Stückzahlen. Wer hier klare Angaben in der Artikelbeschreibung macht, spart sich viele Rückfragen und wirkt professioneller als Anbieter, die nur auf Einzelverkäufe ausgelegt sind. Ein Blick in unseren Artikel zu eBay-Geschäftskunden gibt weitere Hintergründe zur Zielgruppe.
Ein weiterer praktischer Unterschied: Bei privaten Käufern greift bei Widerruf meist das reguläre 14-tägige Widerrufsrecht. Bei B2B-Geschäften zwischen zwei Unternehmen gilt dieses gesetzliche Widerrufsrecht dagegen nicht automatisch, sodass Sie in Ihren AGB klar regeln sollten, welche Rückgabebedingungen für Geschäftskunden gelten. AMZ+ Consulting empfiehlt Händlern, diese Regelungen frühzeitig rechtlich prüfen zu lassen, statt sie erst bei der ersten Reklamation zu klären.
Schließlich lohnt sich ein Blick auf die eigene Positionierung: Wer als gewerblicher Verkäufer auftritt und aktiv Geschäftskunden anspricht, sollte das eigene Angebot auch entsprechend kennzeichnen – etwa durch Hinweise auf Firmenkundenrabatte oder eine dedizierte Kontaktmöglichkeit für Anfragen mit größeren Stückzahlen.
Rechnungskauf, Riverty und die E-Rechnungspflicht ab 2026
Für den eigentlichen Zahlungsprozess beim Rechnungskauf setzt eBay unter anderem auf Riverty, einen Zahlungsdienstleister aus der Bertelsmann-Gruppe. Bei der klassischen monatlichen Sammelrechnung für Privatkäufer werden mehrere eBay-Einkäufe eines Monats zu einer Übersicht zusammengefasst, die Käufer dann innerhalb von 14 Tagen begleichen können – ohne zusätzliche Gebühren bei fristgerechter Zahlung.
Für den B2B-Bereich bietet Riverty eine eigene Rechnungslösung an, bei der eine Bonitäts- und Adressprüfung des Geschäftskunden vorgenommen wird, bevor der Kauf auf Rechnung freigegeben wird. Das reduziert für Sie als Verkäufer das Ausfallrisiko, weil die Zahlungsfähigkeit bereits vor Vertragsschluss geprüft wurde. Ergänzend bietet eBay über Klarna auch Ratenzahlungsoptionen an, die insbesondere bei höherpreisigen B2B-Bestellungen relevant sein können.
Wichtig für 2026 ist die anstehende E-Rechnungspflicht. Bis Ende 2026 dürfen Sie B2B-Rechnungen noch als PDF-Datei oder auf Papier ausstellen – PDF-Rechnungen allerdings nur, wenn der Empfänger dem zustimmt, Papierrechnungen grundsätzlich ohne gesonderte Zustimmung. Ab 2028 wird die strukturierte E-Rechnung im B2B-Geschäft dann vollständig verpflichtend.
Wer schon heute auf ein E-Rechnungssystem umstellt, spart sich später den Umstellungsstress und profitiert zusätzlich von einer saubereren, automatisierten Buchhaltung. Gerade Händler, die parallel auf mehreren Marktplätzen wie eBay, Amazon oder Kaufland verkaufen, sollten die Rechnungsprozesse kanalübergreifend vereinheitlichen, statt für jeden Marktplatz eine eigene Insellösung zu pflegen.
Neben der reinen Rechnungsstellung sollten Sie auch die eBay-Umsatzsteuerpflichten im Blick behalten, insbesondere wenn Sie B2B-Kunden im EU-Ausland beliefern und dort das Reverse-Charge-Verfahren greifen könnte.
Für die technische Umsetzung reicht bei kleineren Händlern häufig eine Rechnungssoftware mit Schnittstelle zu eBay, bei größeren Sortimenten lohnt sich dagegen oft eine Anbindung an ein ERP-System. Wichtig ist in beiden Fällen, dass Rechnungsnummern lückenlos fortlaufend vergeben werden – Finanzämter prüfen genau diesen Punkt bei Betriebsprüfungen besonders genau.
In 6 Schritten zum eBay-B2B-Rechnungsverkauf
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Gewerbliches Konto und Rechtstexte prüfen. Stellen Sie sicher, dass Ihr eBay-Konto als gewerblich geführt wird und Ihr Impressum sowie Ihre AGB auch B2B-Kunden ansprechen.
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USt-IdNr. und Rechnungsdaten hinterlegen. Tragen Sie Ihre Steuernummer oder USt-IdNr. korrekt in Ihren Verkäuferdaten ein, damit sie automatisch auf Rechnungen erscheint.
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Rechnungssystem einrichten. Nutzen Sie eine Rechnungssoftware oder einen Dienstleister, der alle Pflichtangaben nach Umsatzsteuergesetz automatisch abbildet und auf E-Rechnung vorbereitet ist.
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Zahlungsarten für Geschäftskunden aktivieren. Prüfen Sie, welche Rechnungskauf- und Ratenzahlungsoptionen eBay über Riverty und Klarna für Ihr Konto anbietet, und aktivieren Sie die passenden Optionen.
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Staffelpreise und Mindestmengen kommunizieren. Hinterlegen Sie in Ihren Angeboten klare Angaben zu Mengenrabatten, damit Geschäftskunden Bestellungen ohne Rückfrage abschließen können.
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Prozesse regelmäßig prüfen. Kontrollieren Sie quartalsweise, ob Ihre Rechnungsprozesse noch den aktuellen gesetzlichen Vorgaben entsprechen, insbesondere im Hinblick auf die E-Rechnungspflicht ab 2028.
Wer diese sechs Schritte einmal sauber aufgesetzt hat, muss sie in der Regel nur noch punktuell nachjustieren, statt bei jeder neuen Anfrage von Geschäftskunden improvisieren zu müssen. Gerade Schritt drei und vier – Rechnungssystem und Zahlungsarten – sollten Sie nicht überstürzen, da hier spätere Änderungen oft aufwendiger sind als eine sorgfältige Erstauswahl.
Rechenbeispiel: Angenommen, ein Händler gewinnt einen neuen B2B-Kunden
Nehmen wir hypothetisch an, ein Werkzeughändler verkauft überwiegend an Privatkunden mit einem durchschnittlichen Warenkorb von 45 Euro. Über eine B2B-Anfrage gewinnt er einen Handwerksbetrieb als Stammkunden, der monatlich Werkzeuge im Wert von 800 Euro auf Rechnung mit 14 Tagen Zahlungsziel bestellt.
Im Vergleich zu zehn bis fünfzehn einzelnen Privatkundenbestellungen mit ähnlichem Gesamtvolumen bedeutet dieser eine B2B-Kunde deutlich weniger Einzeltransaktionen, aber einen höheren Verwaltungsaufwand pro Rechnung wegen der Pflichtangaben nach Umsatzsteuergesetz. Gleichzeitig sinkt das Retourenrisiko, weil Geschäftskunden erfahrungsgemäß seltener aus Kaufreue zurücksenden als Privatkunden.
Bleibt dieser Kunde über zwölf Monate stabil, ergibt sich hypothetisch ein Jahresumsatz von rund 9.600 Euro aus einer einzigen Geschäftsbeziehung – ein Wert, für den im B2C-Geschäft oft mehrere Dutzend Einzelkunden nötig wären. Dieses Rechenbeispiel zeigt, warum sich der zusätzliche administrative Aufwand für B2B-Prozesse für viele Händler lohnt.
Gewinnt der Händler in diesem hypothetischen Szenario im Laufe des Jahres drei weitere Handwerksbetriebe mit ähnlichem Bestellvolumen, würde sich der zusätzliche B2B-Jahresumsatz auf rund 38.000 Euro summieren. Gleichzeitig bliebe die Zahl der Rechnungen überschaubar, weil jeder Betrieb monatlich nur eine Sammelbestellung statt vieler Einzelkäufe aufgibt – ein Vorteil, der den administrativen Mehraufwand pro Kunde relativiert.
Was Sie jetzt tun können
Prüfen Sie zunächst, ob Ihre aktuellen Rechnungsprozesse alle Pflichtangaben nach Umsatzsteuergesetz automatisch abbilden, oder ob Sie bei B2B-Anfragen noch manuell nacharbeiten müssen. Klären Sie anschließend mit Ihrem Steuerberater, wie Sie sich am besten auf die E-Rechnungspflicht ab 2028 vorbereiten, statt die Umstellung auf den letzten Drücker zu erledigen.
Ergänzen Sie Ihre Angebote um klare Angaben zu Staffelpreisen und Mindestmengen, damit Geschäftskunden Sie leichter finden und ohne Rückfragen bestellen können. AMZ+ Consulting unterstützt Händler dabei, B2B-Prozesse auf eBay und anderen Marktplätzen sauber aufzusetzen – von der Rechnungsstellung bis zur Ansprache neuer Geschäftskunden.
Wenn Sie prüfen möchten, ob sich ein gezielter B2B-Ausbau für Ihr Sortiment lohnt, sprechen wir gerne im kostenlosen Erstgespräch darüber. Auch einen Blick auf unsere Leistungen lohnt sich, wenn Sie B2B-Prozesse über mehrere Marktplätze hinweg bündeln möchten.
Für Multichannel-Händler, die neben eBay auch B2B-Geschäft auf Otto oder Kaufland aufbauen wollen, empfiehlt sich zudem ein kostenloses Erstgespräch, um die Prioritäten realistisch zu sortieren.
Denken Sie außerdem daran, Ihr Team – falls vorhanden – auf den Unterschied zwischen B2C- und B2B-Anfragen zu schulen. Wer am Telefon oder im Nachrichten-Center sofort erkennt, dass eine Anfrage von einem Geschäftskunden kommt, kann gezielter auf Staffelpreise, Zahlungsziele und Lieferfristen eingehen und wirkt dadurch deutlich professioneller.
FAQ: Häufige Fragen zu eBay B2B und Rechnungskauf
Muss ich als eBay-Verkäufer bei jedem Verkauf an ein Unternehmen eine Rechnung ausstellen?
Ja. Verkaufen Sie an ein Unternehmen, sind Sie grundsätzlich zur Rechnungsstellung verpflichtet, unabhängig davon, ob der Käufer eine Rechnung ausdrücklich anfordert. Bei Privatkunden besteht diese Pflicht dagegen nur auf ausdrücklichen Wunsch des Käufers.
Welche Angaben muss eine B2B-Rechnung bei eBay-Verkäufen enthalten?
Erforderlich sind vollständige Namen und Anschriften beider Parteien, Ihre Steuernummer oder USt-IdNr., das Rechnungsdatum, eine fortlaufende Rechnungsnummer, Menge und Bezeichnung der Ware sowie Nettobetrag, Steuersatz und Steuerbetrag. Ohne diese Angaben kann der Geschäftskunde die Vorsteuer nicht korrekt geltend machen.
Wie funktioniert der Rechnungskauf über Riverty bei eBay?
Riverty ist ein Zahlungsdienstleister aus der Bertelsmann-Gruppe, den eBay unter anderem für die monatliche Sammelrechnung und für B2B-Rechnungskäufe einbindet. Bei B2B-Rechnungskäufen führt Riverty vor Freigabe eine Bonitäts- und Adressprüfung des Geschäftskunden durch.
Ab wann wird die E-Rechnung im B2B-Geschäft bei eBay verpflichtend?
Bis Ende 2026 dürfen Sie B2B-Rechnungen noch als PDF oder Papier ausstellen, PDF-Rechnungen allerdings nur mit Zustimmung des Empfängers. Ab 2028 ist die strukturierte E-Rechnung im B2B-Bereich dann vollständig verpflichtend.
Lohnt sich der Aufbau eines B2B-Geschäfts auf eBay überhaupt?
Das hängt stark vom Sortiment ab. Kategorien wie Werkzeug, Büroausstattung, Verpackungsmaterial oder Ersatzteile eignen sich häufig gut für B2B-Geschäft, weil Geschäftskunden hier regelmäßig und in größeren Mengen bestellen.
Kann ich Geschäftskunden gezielt andere Preise als Privatkunden anbieten?
Direkt personalisierte Preise pro Kundentyp sind bei eBay nicht ohne Weiteres möglich, wohl aber Mengenrabatte und Staffelpreise, die Sie in Ihren Angeboten hinterlegen können. Diese sprechen Geschäftskunden mit größeren Bestellmengen indirekt gezielt an.
Was passiert, wenn ein B2B-Kunde eine Rechnung nicht fristgerecht bezahlt?
Bei Zahlungsverzug greifen zunächst die üblichen Mahnprozesse Ihres Rechnungs- oder Zahlungsdienstleisters. Da Riverty bei B2B-Rechnungskäufen vorab eine Bonitätsprüfung durchführt, sinkt das Ausfallrisiko gegenüber einem ungeprüften Rechnungskauf, ein Restrisiko bleibt aber immer bestehen. Deshalb sollten Sie auch bei geprüften Geschäftskunden eine offene Posten-Liste führen und bei wiederholtem Zahlungsverzug einzelner Kunden das Zahlungsziel individuell anpassen.
Über den Autor
Jorginho Engelmeyer ist Geschäftsführer der AMZ+ Consulting GmbH und seit über 8 Jahren auf Amazon, Otto und Kaufland für Händler aktiv. Mehr über ihn und das Team erfahren Sie über uns.
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Zuletzt aktualisiert: 11.08.2026
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