Lieferkettengesetz 2026: Was Marktplatz-Händler wissen müssen
Lieferkettengesetz LkSG 2026: Wer betroffen ist, was sich durch die geplante Reform und die EU-Richtlinie CSDDD ändert und was Marktplatz-Händler jetzt tun sollten. Mit Aktionsplan.

Die kurze Antwort: Das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) gilt 2026 direkt für Unternehmen ab 1.000 Mitarbeitern — die meisten Marktplatz-Händler liegen darunter und sind daher nicht unmittelbar verpflichtet. Betroffen sind sie meist indirekt: als Zulieferer großer Kunden, die Sorgfaltsanforderungen weitergeben. Wichtig: Die geplante Reform soll die jährliche Berichtspflicht streichen (rückwirkend ab 2023), die Sorgfaltspflichten aber bestehen lassen — sanktioniert werden künftig nur schwere Verstöße. Langfristig löst ein neues Gesetz zur EU-Richtlinie CSDDD das LkSG ab; die Umsetzungsfrist wurde bis 26. Juli 2028 verlängert.
Das Thema verunsichert viele Händler mehr als nötig. Dieser Beitrag ordnet die Lage 2026 sachlich ein und zeigt, was wirklich zu tun ist.
Wer direkt betroffen ist — und wer nicht
Die Schwelle ist entscheidend. Seit 2024 gilt das LkSG für Unternehmen ab 1.000 Mitarbeitern, und diese Grenze bleibt 2026 bestehen.
Die allermeisten Marktplatz-Händler beschäftigen deutlich weniger Personen und sind damit nicht direkt verpflichtet. Trotzdem sollten Sie das Thema nicht ignorieren.
⚠️ Wichtig: „Nicht direkt betroffen" heißt nicht „irrelevant". Große Handels- und Industriekunden geben Sorgfaltsanforderungen vertraglich an ihre Lieferanten weiter — auch an kleinere.
Die geplante Reform 2026
Die Bundesregierung will das LkSG entlasten und anwendungsfreundlicher machen.
Kernpunkt: Die jährliche Berichtspflicht soll entfallen — nach aktuellem Stand rückwirkend ab dem Berichtszeitraum 2023. Die Sorgfaltspflichten selbst bleiben bestehen, sanktioniert werden aber nur noch schwere Verstöße.
Das reduziert die Bürokratie spürbar, ändert aber nichts am Grundprinzip: Menschenrechte und Umweltstandards in der Lieferkette bleiben relevant.
CSDDD: der europäische Rahmen
Langfristig wird das LkSG durch ein neues Gesetz zur Umsetzung der EU-Richtlinie CSDDD ersetzt.
Nach der jüngsten Überarbeitung auf EU-Ebene wurde die Umsetzungsfrist für den deutschen Gesetzgeber bis zum 26. Juli 2028 verlängert. Für Marktplatz-Händler bedeutet das: Es bleibt Zeit, aber die Richtung ist klar — Sorgfalt in der Lieferkette wird dauerhaft Thema.
In 6 Schritten sich richtig aufstellen
So handeln Sie 2026 mit Augenmaß:
- Betroffenheit prüfen — liegen Sie über oder unter 1.000 Mitarbeitern?
- Kundenanforderungen klären — verlangen große Kunden Sorgfaltsnachweise von Ihnen?
- Lieferanten kennen — wissen, woher Ihre Ware stammt und unter welchen Bedingungen.
- Dokumentation aufbauen — Herkunfts- und Zertifikatsnachweise geordnet ablegen.
- Verträge prüfen — Sorgfaltsklauseln in Lieferantenverträgen aufnehmen.
- Entwicklung verfolgen — Reform und CSDDD-Umsetzung im Blick behalten.
Für kleinere Händler liegt der Fokus auf Schritt 2 und 3 — Kundenanforderungen und Lieferantentransparenz sind die praktisch relevanten Punkte.
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Praxis-Szenario: der indirekte Weg
Beispiel (hypothetisch): Ein Händler mit 30 Mitarbeitern ist selbst nicht LkSG-pflichtig. Ein großer Handelskunde, der über 1.000 Mitarbeiter hat, verlangt aber im Rahmen seiner eigenen Sorgfaltspflicht Nachweise zur Herkunft und zu den Produktionsbedingungen der gelieferten Ware.
Der Händler muss also liefern können — nicht wegen eigener Pflicht, sondern um den Kunden zu halten. Wer Lieferantentransparenz und Dokumentation vorbereitet hat, bleibt geschäftsfähig; wer nicht, verliert den Auftrag.
Die Lehre: Die praktische Betroffenheit läuft oft über Kunden, nicht über die eigene Rechtspflicht.
Compliance kanalübergreifend denken
Das Lieferkettengesetz ist nur eine von mehreren Compliance-Anforderungen — neben GPSR, Verpackungsgesetz und ElektroG. Wer diese Pflichten getrennt behandelt, verliert den Überblick.
Unsere eigene KI-Plattform MarketplAIce hilft, Produkt- und Compliance-Daten kanalübergreifend strukturiert zu halten — eine Grundlage, um Nachweise über alle Marktplätze konsistent bereitzustellen. Wie Sie Abmahnungen generell vermeiden, zeigt Marktplatz-Abmahnung 2026.
Was Sie jetzt tun können
Ihr Aktionsplan zum Lieferkettengesetz 2026:
- Betroffenheit anhand der 1.000-Mitarbeiter-Schwelle prüfen.
- Kundenanforderungen aktiv abfragen.
- Lieferanten und Herkunft transparent dokumentieren.
- Verträge um Sorgfaltsklauseln ergänzen.
- Reform und CSDDD im Blick behalten.
Wenn Sie Ihre Lieferketten-Compliance sauber aufstellen wollen, unterstützt AMZ+ Consulting als Marktplatz-Agentur bei Einordnung, Dokumentation und der Verzahnung mit Ihren übrigen Compliance-Pflichten.
FAQ: Häufige Fragen zum Lieferkettengesetz 2026
Ab wann gilt das Lieferkettengesetz?
Das LkSG gilt seit 2024 für Unternehmen ab 1.000 Mitarbeitern, und diese Schwelle bleibt 2026 bestehen. Kleinere Unternehmen — darunter die meisten Marktplatz-Händler — sind nicht direkt verpflichtet.
Bin ich als kleiner Händler betroffen?
Direkt meist nicht, indirekt aber oft. Große Kunden geben ihre Sorgfaltsanforderungen an Lieferanten weiter — auch an kleinere. Sie sollten Herkunft und Produktionsbedingungen Ihrer Ware daher dokumentieren können.
Was ändert sich durch die Reform 2026?
Die jährliche Berichtspflicht soll entfallen, nach aktuellem Stand rückwirkend ab 2023. Die Sorgfaltspflichten bleiben bestehen, sanktioniert werden aber nur noch schwere Verstöße. Das senkt die Bürokratie, nicht das Grundprinzip.
Was ist die CSDDD?
Die Corporate Sustainability Due Diligence Directive ist die EU-Lieferkettenrichtlinie, die das LkSG langfristig ablösen wird. Die Umsetzungsfrist für Deutschland wurde bis zum 26. Juli 2028 verlängert.
Muss ich jetzt schon etwas tun?
Als kleiner Händler vor allem, wenn große Kunden Nachweise verlangen. Sinnvoll ist, Lieferanten und Warenherkunft transparent zu dokumentieren und Sorgfaltsklauseln in Verträge aufzunehmen — das sichert Geschäftsbeziehungen.
Gilt das Gesetz auch für Import-Ware aus Fernost?
Sorgfaltspflichten beziehen sich auf die gesamte Lieferkette, also auch auf importierte Ware. Wer aus Drittländern bezieht, sollte Herkunft und Produktionsbedingungen besonders sorgfältig dokumentieren, um Anfragen bedienen zu können.
Hilft eine Agentur bei der Lieferketten-Compliance?
Ja. AMZ+ Consulting ordnet als Marktplatz-Agentur Ihre Betroffenheit ein, unterstützt bei Dokumentation und Verträgen und verzahnt das Thema mit Ihren übrigen Compliance-Pflichten wie GPSR und Verpackungsgesetz.
Über den Autor
Jorginho Engelmeyer ist Geschäftsführer der AMZ+ Consulting GmbH und seit über 8 Jahren auf Amazon, Otto und Kaufland für Händler aktiv. Mit seinem Team verbindet er Agenturleistung mit eigener KI-Technologie, um Marktplatz-Händler vorausschauend und datengetrieben zu skalieren.
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Zuletzt aktualisiert: 6. Juli 2026
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