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Ratgeber

Kaufland FBK 2026: Retourenprozess im Überblick

Fulfillment by Kaufland (FBK) wurde eingestellt. So funktioniert der Kaufland-Retourenprozess 2026 heute wirklich – und was als Nachfolger kommt.

✍️ Jorginho Engelmeyer📅 2. August 20269 Min. Lesezeit
Kaufland FBK 2026: Retourenprozess im Überblick

Die kurze Antwort: Fulfillment by Kaufland (FBK) als eigenständiger Lager- und Versanddienst wurde bereits zum 28. Februar 2025 eingestellt, nachdem der Service seit Februar 2024 im Test war. Eingelagerte Ware wurde damals kostenfrei an die Händler zurückgesendet. Wer heute – im August 2026 – nach dem "Kaufland FBK Retourenprozess" sucht, muss also wissen: Ein reines FBK-Retourenmanagement im ursprünglichen Sinn existiert aktuell nicht mehr, Kaufland arbeitet aber an einem neuen, modularen Cross-Border-Fulfillment-System, das auch Rückversand und Retourenlabels abdecken soll.

Für Händler bedeutet das im Alltag: Retouren auf Kaufland laufen aktuell überwiegend über die eigene Logistik des Verkäufers, unterstützt durch automatisierte Retourenlabel-Integrationen für DHL und DPD innerhalb des Kaufland Seller Central. In diesem Artikel erklären wir, was aus FBK geworden ist, wie der Kaufland-Retourenprozess 2026 tatsächlich funktioniert und worauf Sie sich als Händler einstellen sollten, wenn Kaufland sein neues Fulfillment-Angebot ausrollt.

Was aus Fulfillment by Kaufland (FBK) geworden ist

Fulfillment by Kaufland wurde 2024 eingeführt und sollte Händlern nahezu den kompletten Fulfillment-Prozess abnehmen: Einlagerung, Verpackung, Versand, Kundenservice und eben auch die Retourenabwicklung inklusive Klassifizierung der zurückgesendeten Ware. Das Modell war damit konzeptionell mit Amazon FBA vergleichbar.

Zum 28. Februar 2025 hat Kaufland FBK jedoch eingestellt. Bereits eingelagerte Produkte wurden kostenfrei an die jeweiligen Verkaufspartner zurückgeschickt. Als Begründung wurde ein strategischer Kurswechsel genannt: Statt eines starren Standard-Fulfillments arbeitet Kaufland seither an einem flexibleren, modularen System für grenzüberschreitendes Fulfillment, das speziell auf die wachsende internationale Ausrichtung des Marktplatzes zugeschnitten sein soll – ein Thema, das durch die parallele Kaufland Expansion nach Spanien und in die Niederlande zusätzlich an Relevanz gewinnt.

💡 Tipp: Wenn Sie in Angeboten, Vergleichsartikeln oder bei Software-Anbietern noch auf "Fulfillment by Kaufland" als aktiv buchbaren Service stoßen, prüfen Sie das Datum der Quelle kritisch. Viele Inhalte zu FBK stammen aus 2024 und sind inzwischen überholt.

Für Händler, die sich damals bereits auf FBK eingestellt und Prozesse darauf aufgebaut hatten, war die Einstellung ein spürbarer Einschnitt. Wer beispielsweise eigene Lagerkapazitäten reduziert oder interne Retourenteams verkleinert hatte, musste die Prozesse innerhalb weniger Wochen wieder inhouse aufbauen. Diese Erfahrung zeigt exemplarisch, wie wichtig es ist, bei der Fulfillment-Planung nicht ausschließlich auf ein einzelnes Marktplatz-Programm zu setzen, sondern parallel eigene Kompetenzen und Lieferantenbeziehungen für Versand und Retouren aufrechtzuerhalten.

Nach aktuellem Stand plant Kaufland ein modulares Nachfolgesystem, das automatisierte Versand- und Retourenlabels sowie einen Multi-Channel-Fulfillment-Service umfassen soll – also die Möglichkeit, auch Bestellungen aus anderen Vertriebskanälen und dem eigenen Onlineshop über eine zentrale Lösung abzuwickeln. Ein konkretes Startdatum für den vollständigen Rollout war zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels noch nicht final bestätigt. Mehr zur allgemeinen Fulfillment-Landschaft bei Kaufland lesen Sie in unserem Artikel zu Kaufland Fulfillment.

Für die Einordnung ist auch der zeitliche Kontext wichtig: FBK war noch keine zwölf Monate aktiv, bevor die Einstellung erfolgte. Das zeigt, wie dynamisch sich Fulfillment-Angebote bei europäischen Marktplätzen aktuell entwickeln – anders als bei etablierten Systemen wie Amazon FBA, die seit vielen Jahren mit vergleichsweise stabilen Grundregeln laufen. Für Händler bedeutet das: Wer Fulfillment-Entscheidungen zu stark auf ein einzelnes Marktplatz-Programm ausrichtet, sollte einen Plan B parat haben, falls sich die Rahmenbedingungen kurzfristig ändern.

Auch aus Sicht der Kaufland-Strategie macht der Schritt Sinn: Mit der parallel laufenden Kaufland Expansion nach Spanien und in die Niederlande wird grenzüberschreitendes Fulfillment ohnehin komplexer. Ein Multi-Channel-fähiges, modulares System, das Bestellungen aus mehreren Ländern und Kanälen zentral bündeln kann, passt besser zu dieser Wachstumsstrategie als ein starres Standard-Fulfillment, das ursprünglich vor allem für den deutschen Markt konzipiert war.

Wie der Kaufland-Retourenprozess 2026 tatsächlich funktioniert

Ohne aktives FBK liegt die Verantwortung für Rücksendungen aktuell wieder überwiegend beim Händler selbst. Das Kaufland Seller Central bietet dafür mehrere unterstützende Werkzeuge:

Die Widerrufsfrist auf dem Kaufland-Marktplatz beträgt 14 Tage – das gesetzliche Minimum in Deutschland. Laut Händler-AGB muss der Rückversand ab einem Bestellwert von 40 Euro kostenfrei für den Kunden sein. Für die technische Abwicklung stehen zwei automatisierte Integrationen zur Verfügung: Über die DHL-Integration wird Kunden automatisch ein Retourenlabel erstellt, sobald der Händler seine DHL-Zugangsdaten im Seller Central hinterlegt hat. Alternativ steht eine DPD-Integration zur Verfügung, die sich an Händler richtet, die bereits einen eigenen DPD-Vertrag nutzen.

⚠️ Achtung: Seit Februar 2026 gilt eine verschärfte Regel für die Reaktionszeit auf Rückgabeanfragen. Händler sind verpflichtet, bereits in der ersten Antwort auf eine fristgerechte Widerrufsanfrage eine gültige Rückgabemöglichkeit samt Retourenlabel bereitzustellen und dem Kunden optional die Möglichkeit anzubieten, den Artikel gegen einen Rabatt zu behalten. Wer diese Frist verpasst, riskiert Performance-Abwertungen im Kaufland-Ranking.

Das gilt analog auch für Amazon und Otto: Auch dort entscheidet die Geschwindigkeit und Nutzerfreundlichkeit der Retourenabwicklung direkt über Performance-Kennzahlen und langfristig über die Sichtbarkeit im jeweiligen Marktplatz. Weiterführende Details zum kompletten Retourenrahmen bei Kaufland finden Sie in unserem Artikel zu Kaufland Retouren.

Ein weiterer praktischer Punkt: Ohne ein aktives FBK-Programm liegt auch die Klassifizierung zurückgesendeter Ware wieder komplett beim Händler. Das heißt konkret, Sie müssen selbst entscheiden und dokumentieren, ob ein zurückgesendetes Produkt wieder als "neuwertig" verkauft werden kann, als B-Ware in eine reduzierte Kategorie wandert oder aufgrund von Beschädigung aussortiert werden muss. Diese Entscheidung hat direkten Einfluss auf Ihre Marge, da falsch klassifizierte Retouren entweder zu Umsatzausfällen oder zu Reklamationen durch Endkunden führen können.

Gerade bei höherpreisigen oder empfindlichen Produkten lohnt sich deshalb ein dokumentierter interner Prüfprozess für Rücksendungen – mit klaren Kriterien, wer im Team eine Retoure prüft, wie die Entscheidung dokumentiert wird und innerhalb welcher Frist die Ware wieder verkaufsfähig gemacht oder final ausgebucht wird.

So bereiten Sie Ihr Unternehmen auf das neue Fulfillment-System vor

  1. Aktuellen Retourenprozess dokumentieren: Halten Sie fest, wie Rücksendungen heute bei Ihnen ablaufen – von der Anfrage bis zur Erstattung.
  2. DHL- oder DPD-Integration aktivieren: Nutzen Sie die automatisierten Retourenlabel-Funktionen im Seller Central, statt Label manuell zu erstellen.
  3. Reaktionszeiten prüfen: Stellen Sie sicher, dass Ihr Team oder Ihre Software die Erstantwort-Pflicht seit Februar 2026 zuverlässig einhält.
  4. Retourenquote pro Kategorie auswerten: Identifizieren Sie Produktgruppen mit überdurchschnittlicher Rücksendequote, um Ursachen gezielt anzugehen.
  5. Bestand und Cashflow im Blick behalten: Ohne FBK liegt die Lagerlogik wieder bei Ihnen – Retourenware muss zeitnah wieder verkaufsfähig gemacht werden, um Kapital nicht unnötig zu binden.
  6. Ankündigungen zum neuen Fulfillment-System beobachten: Prüfen Sie regelmäßig das Kaufland Seller Central auf Updates zum modularen Cross-Border-Fulfillment.
  7. Multichannel-Prozesse vereinheitlichen: Wenn Sie zusätzlich auf Amazon oder Otto verkaufen, lohnt sich ein einheitlicher Retourenstandard über alle Kanäle hinweg.
  8. Interne Verantwortlichkeit klar zuweisen: Legen Sie fest, wer im Team für die Klassifizierung und schnelle Wiedereinlagerung von Retouren zuständig ist, statt die Aufgabe unklar zwischen mehreren Personen zu verteilen.

Gerade der letzte Punkt – Bestands- und Retourendaten kanalübergreifend im Blick zu behalten – ist manuell kaum noch zu leisten. Hier positioniert sich unsere KI-Plattform MarketplAIce als Lösung, die Bestand, Retouren und Preisentwicklung über mehrere Marktplätze hinweg automatisiert auswertet und Handlungsempfehlungen ausspielt.

Rechenbeispiel: Angenommen, Ihre Retourenquote liegt bei 8 Prozent

Rechenbeispiel: Angenommen, ein Händler verkauft monatlich 1.000 Artikel auf Kaufland zu einem durchschnittlichen Verkaufspreis von 35 Euro, also 35.000 Euro Umsatz. Bei einer Retourenquote von 8 Prozent kommen 80 Artikel im Wert von 2.800 Euro zurück.

Wird jede Rücksendung im Schnitt 3 Tage zu langsam bearbeitet, weil die Erstantwort-Pflicht seit Februar 2026 nicht eingehalten wird, drohen zusätzlich Performance-Abwertungen, die sich indirekt auf die Sichtbarkeit und damit auf künftige Verkäufe auswirken können. Wird die Retourenware zudem nicht innerhalb weniger Tage wieder einlagerungsfähig gemacht, bindet allein dieser Bestand rechnerisch rund 2.800 Euro Kapital, das für Nachbestellungen fehlt. Dieses Rechenbeispiel dient nur der Veranschaulichung und ersetzt keine individuelle Kalkulation.

Noch deutlicher wird der Effekt, wenn man ihn auf ein ganzes Geschäftsjahr hochrechnet: Bleiben die 2.800 Euro Retourenbestand jeden Monat neu gebunden, weil die Wiedereinlagerung strukturell zu langsam läuft, addiert sich das rechnerisch auf mehrere Zehntausend Euro gebundenes Kapital über zwölf Monate – Geld, das an anderer Stelle für Wareneinkauf, Werbebudget oder Lagerkapazität fehlt. Genau deshalb lohnt es sich, den Retourenprozess nicht als Nebensache, sondern als eigenen, messbaren Geschäftsprozess zu behandeln.

Was Sie jetzt tun können

  1. Prüfen Sie, ob in Ihren aktuellen Prozessen noch Annahmen aus der aktiven FBK-Zeit stecken, die inzwischen überholt sind.
  2. Aktivieren Sie die DHL- oder DPD-Retourenlabel-Integration im Kaufland Seller Central, falls noch nicht geschehen.
  3. Schulen Sie Ihr Team auf die seit Februar 2026 geltende Erstantwort-Pflicht bei Widerrufsanfragen.
  4. Werten Sie Ihre Retourenquote pro Produktkategorie aus, um Schwachstellen im Sortiment zu identifizieren.
  5. Beobachten Sie die Kaufland-Ankündigungen zum neuen modularen Fulfillment-System aktiv mit.
  6. Lassen Sie sich in einem kostenlosen Erstgespräch von AMZ+ Consulting zeigen, wie sich Ihr Retourenprozess optimieren lässt.
  7. Prüfen Sie, ob eine KI-gestützte Lösung wie MarketplAIce Ihre Bestands- und Retourendaten kanalübergreifend automatisieren kann.

Der Kaufland-Retourenprozess 2026 verlangt heute mehr Eigenverantwortung von Händlern als zur aktiven FBK-Zeit. AMZ+ Consulting hilft Ihnen, Ihre Retourenabwicklung effizient und regelkonform aufzustellen. Vereinbaren Sie dazu gerne ein Erstgespräch.

FAQ

Gibt es Fulfillment by Kaufland (FBK) 2026 noch?

Nein, FBK als eigenständiger Lager- und Versanddienst wurde zum 28. Februar 2025 eingestellt, nachdem der Service seit Februar 2024 im Einsatz war. Eingelagerte Ware wurde damals kostenfrei an die Händler zurückgesendet. Kaufland arbeitet seither an einem modularen Nachfolgesystem für grenzüberschreitendes Fulfillment.

Wie läuft der Retourenprozess auf Kaufland aktuell ohne FBK ab?

Retouren laufen überwiegend über die eigene Logistik des Händlers, unterstützt durch automatisierte Retourenlabel-Integrationen für DHL und DPD im Kaufland Seller Central. Die Klassifizierung und Wiedereinlagerung zurückgesendeter Ware liegt dabei vollständig in der Verantwortung des Händlers.

Wie lang ist die Widerrufsfrist bei Kaufland?

Die Widerrufsfrist beträgt 14 Tage, das gesetzliche Minimum. Ab einem Bestellwert von 40 Euro ist der Rückversand laut Händler-AGB kostenfrei für den Kunden.

Was ändert sich seit Februar 2026 bei Rückgabeanfragen?

Händler müssen bereits in der ersten Antwort auf eine fristgerechte Widerrufsanfrage ein gültiges Rücksendeetikett bereitstellen und können dem Kunden alternativ einen Rabatt fürs Behalten des Artikels anbieten.

Kommt ein neuer Kaufland-Fulfillment-Service?

Ja, Kaufland entwickelt ein modulares, grenzüberschreitendes Fulfillment- und Multi-Channel-System. Ein finales Startdatum für den vollständigen Rollout stand zum Zeitpunkt dieses Artikels noch nicht fest.

Gilt der Retourenprozess ähnlich wie bei Amazon oder Otto?

Das Grundprinzip – schnelle, unkomplizierte Rückgabeprozesse als Rankingfaktor – gilt analog auch für Amazon und Otto, auch wenn technische Details und Fristen sich unterscheiden.

Wie kann AMZ+ Consulting beim Retourenmanagement helfen?

AMZ+ Consulting analysiert Ihre aktuellen Retourenprozesse, hilft bei der Einrichtung automatisierter Label-Integrationen und zeigt, wie sich Retourendaten mit KI-Unterstützung kanalübergreifend auswerten lassen. Wir unterstützen zudem bei der Entwicklung interner Prüfkriterien für die Klassifizierung zurückgesendeter Ware. Starten Sie mit einem kostenlosen Erstgespräch.

Über den Autor Jorginho Engelmeyer ist Geschäftsführer der AMZ+ Consulting GmbH und seit über 8 Jahren auf Amazon, Otto und Kaufland für Händler aktiv. → Kostenloses Erstgespräch buchen

Zuletzt aktualisiert: 02.08.2026

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