Kaufland Gewährleistungslabel 2026: Pflicht ab 27.9.
Seit 27. September 2026 ist das EU-Gewährleistungslabel auf Kaufland Pflicht. Was Händlern noch fehlt und wie Sie es in 6 Schritten rechtssicher nachrüsten.

Seit dem 27. September 2026 müssen Sie als Kaufland-Händler bei jedem Angebot mit elektronischer Bestellfunktion ein Gewährleistungslabel zeigen — eine farbige Pflichtgrafik zu den gesetzlichen Mängelrechten. Bieten Sie zusätzlich eine kostenlose Herstellergarantie von mehr als zwei Jahren auf ein Produkt, kommt ein zweites, personalisiertes Garantielabel hinzu. Rechtsgrundlage ist die EU-Richtlinie 2024/825, umgesetzt über Art. 246 und 246a EGBGB — eine Übergangsfrist gibt es nicht.
Für Kaufland-Händler ist das kein Randthema: Fehlen die Labels, ist das ein Fall für eine wettbewerbsrechtliche Abmahnung wegen fehlender Informationspflichten — bei hunderten Angeboten im Sortiment ein Risiko, das sich schnell summiert. Dieser Beitrag zeigt, was konkret Pflicht ist, wie Sie es auf Kaufland technisch umsetzen und was das für Ihre anderen Marktplätze bedeutet.
Inhalt:
- Was ist das Gewährleistungslabel — und was das Garantielabel?
- Rechtsgrundlage und Frist: Warum es keine Schonzeit gibt
- Wo und wie Sie die Labels auf Kaufland einbinden
- In 6 Schritten: So rüsten Sie Ihr Kaufland-Konto nach
- Rechenbeispiel: Aufwand für ein mittleres Sortiment
- Über Kaufland hinaus: Amazon, Otto und eBay ziehen nach
- Was Sie jetzt tun können
- FAQ
Was ist das Gewährleistungslabel — und was das Garantielabel?
Die beiden Labels werden häufig verwechselt, regeln aber unterschiedliche Sachverhalte. Das Gewährleistungslabel ist eine statische, unveränderbare Grafik mit den wesentlichen Informationen zu den gesetzlichen Mängelrechten — vor allem zur zweijährigen Gewährleistungsfrist bei mangelhafter Ware. Es ist bei jedem B2C-Angebot Pflicht, unabhängig davon, ob Sie eine Herstellergarantie anbieten.
Das Garantielabel dagegen ist produktspezifisch und nur dann Pflicht, wenn der Hersteller eine unentgeltliche Garantie von mehr als 24 Monaten auf die gesamte Ware gewährt — genau zwei Jahre reichen nicht aus. Es enthält Herstellername, Modellkennung und Garantiedauer und muss für jedes betroffene Produkt individuell befüllt werden.
Der wichtigste praktische Unterschied: Das Gewährleistungslabel darf auch im Checkout vor der Bestellabgabe erscheinen, das Garantielabel ausschließlich auf der Produktdetailseite. Beide Labels sind nur in der farbigen Fassung zulässig — Schwarz-Weiß-Varianten, Links oder Mouseover-Lösungen erfüllen die Pflicht nicht. Mehr zu den Grundlagen der 24-Monats-Gewährleistungspflicht auf Kaufland lesen Sie in unserem Beitrag Kaufland Gewährleistung vs. Garantie 2026.
Hintergrund der neuen Kennzeichnungspflicht ist, dass Verbraucher gesetzliche Mängelrechte und freiwillige Herstellerzusagen in der Praxis häufig verwechseln — mit der Folge, dass viele Käufer eine ohnehin kostenlose gesetzliche Gewährleistung fälschlich für eine kulante Extraleistung des Händlers halten. Die beiden Labels sollen diese Verwechslung an der Stelle auflösen, an der die Kaufentscheidung fällt: direkt auf der Produktseite, nicht erst im Kleingedruckten der AGB.
Rechtsgrundlage und Frist: Warum es keine Schonzeit gibt
Grundlage ist die EU-Richtlinie 2024/825 zur Stärkung der Verbraucherrechte, in Deutschland umgesetzt durch das Gesetz zur Änderung des Verbrauchervertrags- und des Versicherungsvertragsrechts. Die konkreten Pflichten stehen in Art. 246 EGBGB für den stationären Handel und Art. 246a EGBGB für den Fernabsatz — und damit auch für Ihr Kaufland-Konto (Stand: September 2026, Quelle: EU-Richtlinie 2024/825, IT-Recht Kanzlei).
Die Pflicht gilt seit dem 27. September 2026 ohne Übergangsfrist. Betroffen sind B2C-Online-Shops und -Verkaufsplattformen mit elektronischer Bestellfunktion sowie der stationäre Einzelhandel. Ausgenommen sind reine B2B-Angebote, digitale Inhalte und Dienstleistungen sowie eng auszulegende Geschäfte des täglichen Lebens, die sofort erfüllt werden.
Wichtig für Kaufland-Händler: Eine frühere Einbindung vor dem Stichtag war zulässig und wird nicht als irreführende Werbung mit einer gesetzlichen Selbstverständlichkeit gewertet. Wer die Labels also schon vor dem 27. September eingebunden hatte, ist rechtlich auf der sicheren Seite — wer nicht, muss jetzt zügig nachziehen. Fehlende Pflichtangaben zählen wettbewerbsrechtlich zu den Klassikern, die Abmahnungen auslösen — mehr dazu in unserem Beitrag Kaufland Abmahnung 2026.
Die Label-Pflicht reiht sich damit in eine ganze Serie von EU-Informationspflichten der vergangenen Jahre ein, von der Grundpreisangabenverordnung über GPSR bis zur Textilkennzeichnung — für Kaufland-Händler mit breitem Sortiment ist es inzwischen weniger die einzelne Vorschrift, die den Aufwand treibt, sondern die schiere Zahl gleichzeitig laufender Kennzeichnungspflichten, die alle sauber dokumentiert und aktuell gehalten werden müssen.
Wo und wie Sie die Labels auf Kaufland einbinden
Für das Gewährleistungslabel gilt: Es muss auf der Produktdetailseite oder im Checkout vor der Bestellabgabe erscheinen, direkt als Grafik eingebunden — nicht verlinkt, nicht per Mouseover nachgeladen. Eine feste Größenvorgabe für den Online-Handel gibt es nicht, die Grafik muss aber für das bloße Auge ohne Zoomen erkennbar sein.
Für das Garantielabel gelten strengere Vorgaben. Es gehört ausschließlich auf die Produktdetailseite, personalisiert mit Herstellername, Modellkennung und Garantiedauer in Jahren — eine generische Grafik reicht hier nicht. Zusätzlich müssen Sie die vollständigen Garantiebedingungen nach dem Kauf auf einem dauerhaften Datenträger zustellen, etwa als PDF-Anhang in der Bestellbestätigung.
⚠️ Achtung: Beide Labels müssen als farbige Grafik eingebunden werden — eine reine Textbeschreibung der Rechte reicht nicht aus, selbst wenn der Inhalt korrekt ist. Prüfen Sie deshalb nicht nur, ob Sie eine Gewährleistungs-Information hinterlegt haben, sondern auch, in welcher Form.
Gerade bei gewachsenen Sortimenten mit mehreren Produktvorlagen lohnt sich vorab ein technischer Blick in Ihr Kaufland Seller Portal: Prüfen Sie, ob die Einbindung über eine zentrale Vorlage oder pro Angebot einzeln erfolgen muss, bevor Sie mit dem Rollout beginnen. Das entscheidet maßgeblich darüber, wie schnell Sie flächendeckend rechtssicher sind.
In 6 Schritten: So rüsten Sie Ihr Kaufland-Konto nach
- Sortiment nach Herstellergarantie filtern. Prüfen Sie, bei welchen Angeboten der Hersteller freiwillig eine Garantie von mehr als 24 Monaten auf die gesamte Ware gewährt — nur diese Artikel brauchen zusätzlich ein Garantielabel.
- Gewährleistungslabel für alle Angebote einbinden. Da dieses Label statisch und nicht produktspezifisch ist, lässt es sich als einheitliche Grafik über einen Massen-Upload oder das Kaufland Seller Portal auf alle aktiven Angebote ausrollen.
- Garantielabel für die gefilterten Produkte personalisieren. Hinterlegen Sie Herstellername, Modellkennung und Garantiedauer korrekt und produktspezifisch — pauschale Angaben genügen den Vorgaben nicht.
- Garantiebedingungen als PDF vorhalten. Stellen Sie sicher, dass die vollständigen Garantiebedingungen automatisch nach dem Kauf auf einem dauerhaften Datenträger versendet werden, etwa als Anhang der Bestellbestätigung.
- Checkout-Anzeige nur für das Gewährleistungslabel prüfen. Kontrollieren Sie, dass ausschließlich das Gewährleistungslabel im Bestellprozess erscheint — das Garantielabel gehört dort nicht hin.
- Dokumentation sichern. Halten Sie Screenshots und Versionsstände Ihrer gelabelten Produktseiten fest, um im Abmahnfall den Umsetzungszeitpunkt nachweisen zu können.
Je größer Ihr Kaufland-Sortiment, desto wichtiger wird Schritt 1: Die Filterung nach Herstellergarantie entscheidet, ob Sie nur eine einmalige Grafik ausrollen oder hunderte Produktseiten einzeln personalisieren müssen.
Rechenbeispiel: Aufwand für ein mittleres Sortiment
Rechenbeispiel (hypothetisch, dient nur der Einordnung): Ein Kaufland-Händler mit 600 aktiven Angeboten benötigt für alle 600 Artikel das einheitliche Gewährleistungslabel — technisch ein einmaliger Rollout ohne Personalisierung. Bietet er zusätzlich bei 90 Produkten eine 3-Jahres-Herstellergarantie an, kommen für genau diese 90 Artikel ein personalisiertes Garantielabel sowie eine automatisierte PDF-Zustellung der Garantiebedingungen hinzu.
Wird jedes dieser 90 Garantielabel manuell mit Hersteller, Modell und Laufzeit befüllt, sind das 90 Einzelvorgänge statt eines einmaligen Rollouts — bei laufender Sortimentspflege ein wiederkehrender Aufwand bei jedem neuen Produkt mit Herstellergarantie. Wird die Personalisierung dagegen über einen zentralen Produktdatenfeed gesteuert, entfällt die manuelle Einzelbearbeitung, und neue Artikel mit Garantie werden automatisch korrekt gelabelt.
Der Unterschied liegt also nicht in der grundsätzlichen Umsetzbarkeit, sondern im laufenden Pflegeaufwand: Ein manueller Prozess muss bei jeder Sortimentsänderung neu angestoßen werden, ein datenfeedbasierter Prozess läuft mit. Für Händler mit häufigen Neulistungen und mehreren Garantie-Kategorien ist das ein relevanter Unterschied für die Frage, ob die Nachrüstung einmalig oder dauerhaft Kapazität bindet.
Realistischer als eine pauschale Aufwandsschätzung ist deshalb, zunächst die Anzahl der betroffenen Garantie-Artikel exakt zu ermitteln, bevor Sie entscheiden, ob sich eine Automatisierung schon jetzt oder erst bei weiterem Sortimentswachstum lohnt.
Über Kaufland hinaus: Amazon, Otto und eBay ziehen nach
Die Label-Pflicht ist keine kaufland-spezifische Regel, sondern gilt EU-weit für alle B2C-Verkaufsplattformen — betroffen sind also auch Amazon, Otto und eBay, wenn Sie dort ebenfalls verkaufen. Bei der praktischen Umsetzung ziehen die Marktplätze allerdings unterschiedlich schnell nach: Otto verlangt seit dem 16. September 2026 konkret PDF-Garantiebedingungen im Partner-Portal, eBay führt zum 24. September 2026 ein eigenes Attribut für Haltbarkeitsgarantien ein, während Amazon zum Redaktionsschluss dieses Artikels noch keine detaillierten Umsetzungsvorgaben veröffentlicht hatte (Stand: September 2026).
Für Sie als Multichannel-Händler bedeutet das doppelten Aufwand, wenn Sie jeden Kanal einzeln pflegen: unterschiedliche Label-Formate, unterschiedliche Fristen, unterschiedliche Anzeigeorte — bei identischer Rechtsgrundlage. Genau hier setzt eine kanalübergreifende Steuerung an, wie sie unsere eigene KI-Plattform MarketplAIce für Listing- und Content-Pflege über Amazon, Otto und Kaufland hinweg bietet, damit Produktdaten wie Garantieangaben zentral gepflegt und konsistent auf jeden Marktplatz ausgespielt werden.
Unabhängig vom eingesetzten Werkzeug gilt: Wer die Label-Pflicht nur für Kaufland löst und die übrigen Kanäle vergisst, hat das Abmahnrisiko nur verlagert, nicht beseitigt. Prüfen Sie deshalb Ihr gesamtes Marktplatz-Portfolio, nicht nur den Kanal, der gerade am dringendsten wirkt.
Besonders für Händler, die auf drei oder mehr Marktplätzen gleichzeitig aktiv sind, wird der Koordinationsaufwand schnell zur eigentlichen Herausforderung: Jeder Kanal verlangt sein eigenes Format, seine eigene Anzeigelogik und teils eigene Fristen, während die zugrunde liegenden Produktdaten — Herstellername, Modell, Garantiedauer — identisch bleiben. Wer diese Daten einmal sauber zentral pflegt, muss sie nur noch kanalgerecht ausspielen, statt sie mehrfach parallel zu erfassen.
Was Sie jetzt tun können
Priorisieren Sie zunächst die Angebote mit dem höchsten Umsatzanteil — dort ist im Abmahnfall auch der wirtschaftliche Schaden am größten, und dort lohnt sich die sofortige Korrektur am meisten. Rollen Sie das Gewährleistungslabel für den Rest des Sortiments anschließend flächendeckend aus, da es ohne Personalisierung technisch der einfachere Schritt ist.
Klären Sie parallel mit Ihren Herstellern, welche Garantiezusagen tatsächlich länger als 24 Monate laufen — häufig ist das intern nicht sauber dokumentiert und muss erst zusammengetragen werden. Und bauen Sie, wenn Sie auf mehreren Marktplätzen aktiv sind, einen Prozess auf, der Garantie- und Gewährleistungsangaben zentral pflegt statt pro Kanal einzeln.
Wenn Sie unsicher sind, wo Sie bei Ihrem Kaufland-Konto stehen, oder die Umsetzung über mehrere Marktplätze hinweg koordinieren möchten: Buchen Sie ein kostenloses Erstgespräch. Als Marktplatz-Agentur prüfen wir Ihr Sortiment, ordnen das Abmahnrisiko realistisch ein und übernehmen auf Wunsch die komplette Umsetzung — für Ihre Kaufland-Angebote und darüber hinaus. Auch einen Blick auf unsere weiteren Leistungen für Marktplatz-Compliance und -Steuerung lohnt sich in diesem Zusammenhang.
FAQ: Häufige Fragen zum Kaufland-Gewährleistungslabel 2026
Was ist das Kaufland-Gewährleistungslabel und seit wann gilt es?
Das Gewährleistungslabel ist eine farbige Pflichtgrafik mit den wesentlichen Informationen zu den gesetzlichen Mängelrechten. Es ist seit dem 27. September 2026 bei jedem B2C-Angebot mit elektronischer Bestellfunktion Pflicht, also auch auf Kaufland — ohne Übergangsfrist.
Muss ich das Gewährleistungslabel für jedes Produkt einzeln erstellen?
Nein. Das Gewährleistungslabel ist inhaltlich statisch und nicht produktspezifisch, es lässt sich als einheitliche Grafik über alle Angebote ausrollen. Individuell befüllt werden muss dagegen das Garantielabel, falls es zutrifft.
Wann brauche ich zusätzlich ein Garantielabel?
Ein Garantielabel ist nur dann Pflicht, wenn der Hersteller eine unentgeltliche Garantie von mehr als 24 Monaten auf die gesamte Ware gewährt. Genau zwei Jahre Garantielaufzeit reichen nicht aus, um die Pflicht auszulösen.
Wo genau muss ich die Labels auf Kaufland anzeigen?
Das Gewährleistungslabel gehört auf die Produktdetailseite oder in den Checkout vor der Bestellabgabe. Das Garantielabel darf ausschließlich auf der Produktdetailseite erscheinen, nicht im Checkout.
Was passiert, wenn ich die Labels nicht rechtzeitig eingebunden habe?
Fehlende Pflichtangaben zu Gewährleistung und Garantie gelten wettbewerbsrechtlich als Informationspflichtverletzung und können Abmahnungen auslösen. Je größer Ihr Sortiment, desto größer die Angriffsfläche für einen entsprechenden Verstoß.
Gilt die Label-Pflicht auch für Amazon, Otto und eBay?
Ja, die Pflicht gilt EU-weit für alle B2C-Verkaufsplattformen. Die Marktplätze setzen sie allerdings unterschiedlich schnell technisch um — Otto und eBay hatten im September 2026 bereits konkrete Vorgaben veröffentlicht, Amazon zum Redaktionsschluss noch nicht.
Kann AMZ+ Consulting die Umsetzung für mich übernehmen?
Ja. Als Marktplatz-Agentur prüfen wir, welche Ihrer Kaufland-Produkte ein Garantielabel benötigen, kümmern uns um die korrekte Einbindung beider Labels und richten bei Bedarf eine kanalübergreifende Pflege über mehrere Marktplätze ein.
Über den Autor
Jorginho Engelmeyer ist Geschäftsführer der AMZ+ Consulting GmbH und seit über 8 Jahren auf Amazon, Otto und Kaufland für Händler aktiv. → Kostenloses Erstgespräch buchen
Zuletzt aktualisiert: 28. September 2026
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