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Ratgeber

Kaufland: Welche der 9 Länder 2026 aktivieren?

Kaufland Global Marketplace 2026: Priorisierungs-Kriterien für die Länderauswahl aus einem Konto – Sprache, Nachfrage, Versand, MwSt. Mit Schritt-für-Schritt-Plan.

✍️ Jorginho Engelmeyer📅 7. September 20269 Min. Lesezeit
Kaufland: Welche der 9 Länder 2026 aktivieren?

Die kurze Antwort: Der Kaufland Global Marketplace ist 2026 in neun Ländern aktiv – Deutschland, Österreich, Polen, Tschechien, die Slowakei, Frankreich, Italien sowie neu ab Spätsommer 2026 Spanien und die Niederlande. Alle neun Märkte lassen sich aus einem einzigen Verkäuferkonto heraus steuern, ohne separate Registrierung je Land. Die eigentliche Aufgabe für Sie als bestehenden Kaufland-Verkäufer ist deshalb nicht die technische Aktivierung, sondern die Priorisierung: welches Land zuerst, mit welchem Sortiment und mit wie viel Aufwand.

Die Kaufland-Marktplätze sind im Jahresvergleich um rund 106 Prozent beim GMV gewachsen, angetrieben vor allem durch Polen, Österreich sowie die Entwicklung in Tschechien und der Slowakei. Für Verkäufer mit laufendem Geschäft auf Kaufland stellt sich deshalb weniger die Frage, ob sich internationale Expansion lohnt, sondern welches Land als Nächstes drankommt. Als AMZ+ Consulting begleiten wir Händler regelmäßig genau bei dieser Priorisierungsentscheidung.

Dieser Artikel liefert eine konkrete Priorisierungslogik und einen Schritt-für-Schritt-Plan, mit dem Sie aus Ihrem bestehenden Kaufland-Konto systematisch neue Länder aktivieren – statt einfach alle neun Märkte gleichzeitig anzuschalten. Ziel ist eine Reihenfolge, die zu Ihrem Sortiment und Ihren Kapazitäten passt, statt eine pauschale Empfehlung unreflektiert zu übernehmen.

Warum die Länderauswahl mehr ist als ein Klick im Portal

Technisch ist die Aktivierung eines neuen Landes im Kaufland-Verkäuferkonto schnell erledigt – ein zusätzlicher Marktplatz lässt sich mit wenigen Klicks freischalten. Operativ ist damit aber noch nichts gewonnen, denn jedes Land bringt eigene Anforderungen an Sprache, Versand und steuerliche Pflichten mit.

Wer ohne Priorisierung einfach alle verfügbaren Länder aktiviert, überträgt häufig unverändert die deutschen Produktdaten. Das Ergebnis sind Angebote, die zwar sichtbar, aber nicht wirklich lokalisiert sind – mit entsprechend schwacher Konversion. Für AMZ+ Consulting ist das einer der häufigsten Fehler, den wir bei Kaufland-Neueinsteigern in weiteren Ländern sehen.

Die Grundidee des Kaufland Global Marketplace – ein Konto, mehrere Länder – reduziert vor allem den administrativen Aufwand für Vertragswerk und Kontoverwaltung. Die inhaltliche Arbeit an Übersetzung, Preisgestaltung und Versandlogistik bleibt davon unberührt und muss Land für Land geleistet werden. Deshalb lohnt sich eine bewusste Reihenfolge statt eines Big-Bang-Starts in allen neun Märkten gleichzeitig.

Gerade für Multichannel-Händler, die bereits auf Amazon oder eBay grenzüberschreitend verkaufen, ist die Mechanik nicht neu. Der Unterschied bei Kaufland: Die Plattform wächst aktuell besonders dynamisch, sodass sich eine frühe, aber durchdachte Präsenz in wachstumsstarken Ländern langfristig auszahlen kann.

Für bestehende Kaufland-Verkäufer, die bereits ein funktionierendes Geschäft in Deutschland aufgebaut haben, kommt ein weiterer Aspekt hinzu: Die Kapazität im eigenen Team ist begrenzt. Wer versucht, alle neun Länder parallel zu bearbeiten, verteilt Aufmerksamkeit und Budget so dünn, dass kein einzelnes Land wirklich sauber betreut wird. Eine bewusste Reihenfolge stellt sicher, dass jedes neu aktivierte Land tatsächlich die Pflege erhält, die es für eine faire Erfolgschance braucht.

Aus der Beratungspraxis von AMZ+ Consulting zeigt sich außerdem, dass die erste Ländererweiterung oft unterschätzt wird, weil das Prinzip "ein Konto, mehrere Länder" den Eindruck erweckt, der Rest laufe fast automatisch. Tatsächlich verschiebt sich der Aufwand lediglich von der Kontoverwaltung hin zu Übersetzung, Kundenservice in der Landessprache und länderspezifischer Preisgestaltung. Wer diesen Aufwand von Anfang an einplant, vermeidet böse Überraschungen nach der Aktivierung.

Die vier zentralen Priorisierungskriterien

Um zu entscheiden, welches der neun Länder Sie als Nächstes aktivieren, lohnt sich eine strukturierte Bewertung anhand von vier Kriterien statt einer Bauchentscheidung.

Sprachaufwand. Österreich benötigt praktisch keine Übersetzung, da Produktdaten in deutscher Sprache übernommen werden können. Polen, Tschechien, die Slowakei, Frankreich, Italien und Spanien erfordern dagegen vollständige Übersetzungen von Titeln, Beschreibungen und Attributen, was den Startaufwand deutlich erhöht.

Nachfrage-Einschätzung. Prüfen Sie, ob Ihr Sortiment in der Zielregion überhaupt gefragt ist, bevor Sie in Lokalisierung investieren. Kategorien mit starker saisonaler oder kultureller Prägung eignen sich nicht automatisch für jedes Land gleich gut.

Versandkosten. Die Lieferung nach Polen oder Tschechien ist aus Deutschland logistisch meist unkomplizierter und günstiger als nach Spanien oder in die Niederlande, abhängig von Ihrem bestehenden Versanddienstleister. Klären Sie vor der Aktivierung, ob Ihr aktueller Versandpartner das Zielland zu wettbewerbsfähigen Konditionen bedient.

MwSt-Pflichten. Sobald Sie grenzüberschreitend an Endkunden verkaufen, greifen die Regeln des One-Stop-Shop-Verfahrens (OSS) für die Umsatzsteuer. Klären Sie vor dem Start jedes neuen Landes mit Ihrem Steuerberater, ob und wie sich Ihre Meldepflichten durch das zusätzliche Land ändern.

Diese vier Kriterien wirken selten unabhängig voneinander. Ein Land mit niedrigem Sprachaufwand kann trotzdem ungeeignet sein, wenn die Versandkosten unverhältnismäßig hoch sind oder die Nachfrage für Ihr konkretes Sortiment fehlt. Erst die Kombination aller vier Faktoren ergibt ein belastbares Bild, welches Land sich für Ihr Geschäft aktuell am meisten lohnt.

Legen Sie sich für jedes in Frage kommende Land eine einfache Bewertung an, etwa auf einer Skala von eins bis fünf je Kriterium. So lässt sich die Priorisierung nachvollziehbar dokumentieren und im Team oder mit Ihrer Agentur abstimmen, statt sie allein aus dem Bauch heraus zu treffen.

Eine sinnvolle erste Reihenfolge für DACH-Händler ergibt sich häufig aus der Kombination dieser vier Kriterien: Österreich zuerst wegen des minimalen Sprachaufwands, danach Polen oder Tschechien wegen der Kombination aus Marktwachstum und überschaubaren Versandkosten, erst später die südeuropäischen oder neuen Märkte Spanien und Niederlande mit höherem Lokalisierungsaufwand.

Diese Reihenfolge ist keine feste Regel, sondern ein Ausgangspunkt. Ein Händler mit stark saisonalem Sortiment, das in Südeuropa traditionell gefragt ist, kann durchaus mit Spanien beginnen, wenn die Nachfrage-Einschätzung das rechtfertigt. Entscheidend ist, dass Sie die vier Kriterien für Ihr konkretes Sortiment durchgehen, statt eine allgemeine Reihenfolge unreflektiert zu übernehmen.

Auch die Slowakei und Frankreich beziehungsweise Italien sollten in dieser Bewertung nicht pauschal hinten angestellt werden. Für Händler mit günstigem Versand in diese Regionen oder mit Sortimenten, die dort nachweislich nachgefragt sind, kann sich eine frühere Aktivierung durchaus lohnen. Die vier Kriterien liefern dafür die notwendige Entscheidungsgrundlage, unabhängig davon, welches Land am Ende an welcher Stelle der Prioritätenliste landet.

So aktivieren Sie ein neues Land Schritt für Schritt

Statt alle neun Länder gleichzeitig zu aktivieren, empfiehlt sich ein schrittweises Vorgehen mit klaren Testphasen. So gehen Sie konkret vor.

  1. Zielland anhand der vier Kriterien auswählen. Bewerten Sie Sprachaufwand, Nachfrage, Versandkosten und MwSt-Pflichten für die realistischen Kandidaten und wählen Sie das Land mit dem besten Aufwand-Nutzen-Verhältnis.
  2. Steuerliche Registrierung klären. Sprechen Sie mit Ihrem Steuerberater ab, ob das OSS-Verfahren ausreicht oder eine zusätzliche lokale Registrierung nötig ist, bevor Sie Angebote im neuen Land live schalten.
  3. Testsortiment festlegen. Wählen Sie 10 bis 20 Prozent Ihrer bestperformenden SKUs für den Start aus, statt das komplette Sortiment sofort zu übertragen.
  4. Produktdaten lokalisieren. Übersetzen Sie Titel, Beschreibungen und Attribute professionell, statt maschinelle Übersetzungen ungeprüft zu übernehmen.
  5. Versandkonditionen fürs Zielland festlegen. Kalkulieren Sie Versandkosten und Lieferzeiten realistisch und stellen Sie sicher, dass Ihr Versanddienstleister das Land zuverlässig abdeckt.
  6. Land im Verkäuferkonto aktivieren und Testsortiment einstellen. Schalten Sie den neuen Marktplatz frei und laden Sie ausschließlich das vorbereitete Testsortiment hoch.
  7. Ergebnisse nach 4 bis 6 Wochen auswerten. Prüfen Sie Absatzzahlen, Kundenanfragen und Retourenquote im neuen Land, bevor Sie über eine Ausweitung des Sortiments entscheiden.

Nach einer erfolgreichen Testphase folgt der eigentliche Roll-out: Sie erweitern das Sortiment im neuen Land schrittweise, statt sofort den kompletten Katalog zu übertragen. Parallel dazu lohnt es sich, den Kundenservice für das neue Land vorzubereiten, etwa durch Übersetzungshilfen oder eine klare Eskalationsroute für Anfragen in der jeweiligen Landessprache. Erst wenn dieser Betrieb stabil läuft, sollten Sie mit der Priorisierung des nächsten Landes beginnen.

Rechenbeispiel: Angenommen, ein Händler mit 500 SKUs auf dem deutschen Kaufland-Marktplatz aktiviert Polen als zweites Land. Bei geschätzten 25 Stunden für Übersetzung und Anpassung von 75 Testartikeln (15 Prozent des Sortiments) sowie zusätzlichen 300 Euro für professionelle Übersetzungsdienste ergibt sich ein überschaubarer Testaufwand. Zeigen die 75 Artikel nach sechs Wochen eine positive Konversion, lässt sich die Übersetzung für das restliche Sortiment gezielt budgetieren, statt vorab blind in alle 500 SKUs zu investieren.

Wenn Sie Unterstützung bei der Priorisierung Ihrer nächsten Kaufland-Länder benötigen, sprechen Sie uns im kostenlosen Erstgespräch an.

Was Sie jetzt tun können

Bewerten Sie die neun verfügbaren Kaufland-Länder anhand von Sprachaufwand, Nachfrage, Versandkosten und MwSt-Pflichten, bevor Sie ein neues Land aktivieren. Starten Sie mit einem Testsortiment statt dem kompletten Katalog und werten Sie die Ergebnisse nach einigen Wochen aus, bevor Sie weiter skalieren.

Für Multichannel-Händler, die mehrere Marktplätze und mehrere Länder gleichzeitig im Blick behalten müssen, wird die manuelle Steuerung schnell unübersichtlich. MarketplAIce bündelt Bestand, Preise und Werbemaßnahmen kanal- und länderübergreifend, sodass Sie eine zentrale Übersicht behalten, statt jedes Land einzeln manuell zu überwachen.

Als AMZ+ Consulting unterstützen wir Kaufland-Verkäufer dabei, die Länderauswahl datenbasiert statt aus dem Bauch heraus zu treffen und die Expansion so zu planen, dass sie sich operativ auch tatsächlich stemmen lässt. Vereinbaren Sie dazu gern ein Erstgespräch mit unserem Team.

Mehr zur Grundstruktur des Marktplatzes finden Sie in unserem Artikel zu Kaufland Global Marketplace.

FAQ

In wie vielen Ländern kann ich über Kaufland aus einem Konto verkaufen?

2026 sind es neun Länder: Deutschland, Österreich, Polen, Tschechien, die Slowakei, Frankreich, Italien sowie seit Spätsommer 2026 Spanien und die Niederlande. Alle Länder lassen sich aus einem einzigen Verkäuferkonto heraus steuern, ohne dass Sie für jedes Land ein separates Vertragswerk abschließen müssen.

Welches Land sollte ich als bestehender Kaufland-Verkäufer zuerst aktivieren?

Für DACH-Händler ist Österreich meist der einfachste Einstieg, da keine Übersetzung nötig ist. Polen und Tschechien folgen häufig danach wegen des starken Marktwachstums und überschaubarer Versandkosten, bevor aufwendigere Märkte wie Spanien in Betracht gezogen werden.

Brauche ich für jedes neue Land eine separate steuerliche Registrierung?

In vielen Fällen deckt das OSS-Verfahren die Umsatzsteuermeldung für grenzüberschreitende Verkäufe innerhalb der EU ab. Klären Sie dennoch mit Ihrem Steuerberater, ob im Einzelfall eine zusätzliche lokale Registrierung erforderlich ist, etwa bei Lagerhaltung im Zielland.

Wie viel Aufwand bedeutet die Lokalisierung der Produktdaten für ein neues Land?

Das hängt stark von der Sortimentsgröße und der Sprache ab. Für ein Testsortiment von 10 bis 20 Prozent der Artikel ist der Aufwand überschaubar und lässt sich vor einer vollständigen Ausweitung realistisch einschätzen, bevor Sie in die komplette Übersetzung investieren.

Lohnt sich die Expansion nach Spanien und in die Niederlande für jeden Händler?

Nicht automatisch – das hängt von Sortiment, Zielgruppe und Versandkosten ab. Prüfen Sie anhand der vier Priorisierungskriterien, ob sich der zusätzliche Aufwand für Ihr konkretes Sortiment rechnet, bevor Sie Übersetzungs- und Versandbudget dafür einplanen.

Wie lange sollte eine Testphase in einem neuen Land laufen?

Vier bis sechs Wochen sind ein realistischer Zeitraum, um erste belastbare Aussagen zu Absatz, Konversion und Retouren zu erhalten. Erst danach sollten Sie über eine Ausweitung des Sortiments entscheiden und weitere Budgets freigeben.

Kann ich ein aktiviertes Land bei Kaufland auch wieder deaktivieren?

Ja, Sie können ein Land im Verkäuferkonto wieder deaktivieren, falls sich die Erwartungen nach der Testphase nicht erfüllen. Prüfen Sie vorher offene Bestellungen und laufende steuerliche Pflichten, um einen sauberen Ausstieg ohne offene Verpflichtungen sicherzustellen.

Über den Autor Jorginho Engelmeyer ist Geschäftsführer der AMZ+ Consulting GmbH und seit über 8 Jahren auf Amazon, Otto und Kaufland für Händler aktiv. → Kostenloses Erstgespräch buchen

Zuletzt aktualisiert: 07.09.2026

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