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Marktplatz-Strategie

Kaufland-Showroom 2026: In 5 Schritten als Marktplatz-Händler ins Pilotprojekt

Kauflands Showroom-Pilot zeigt Marktplatz-Produkte zum Anfassen in der Filiale. 5 Schritte, wie Sie als Händler ins Sortiment kommen – plus offene Fragen zu Kosten und Kriterien.

✍️ Jorginho Engelmeyer📅 5. Oktober 2026⏱ 10 Min. Lesezeit
Kaufland-Showroom 2026: In 5 Schritten als Marktplatz-Händler ins Pilotprojekt

Die kurze Antwort: Kaufland testet in einer Filiale in Düsseldorf (Hilde-und-Joseph-Neyses-Platz 5) einen stationären Showroom namens „Marktplatz zum Anfassen" – Kunden scannen QR-Codes an ausgestellten Marktplatz-Produkten wie Holzkohlegrills, Sonnenliegen oder Rasenrobotern und bestellen anschließend online über eine Aktionsseite. Für Sie als Marktplatz-Händler ist das Projekt ein zusätzlicher Sichtbarkeits- und Vertrauenskanal: Online-Artikel werden im stationären Markt physisch erlebbar, bevor sie online bestellt werden. Eine offizielle, öffentlich kommunizierte Bewerbungsstrecke mit festen Teilnahmebedingungen oder Kosten gibt es nach aktuellem Rechercheergebnis nicht – das Kaufland-E-Commerce-Team stimmt die gezeigten Artikel direkt mit Marktplatz-Händlern ab. Wer rein will, muss aktiv nachfragen.

Dieser Artikel ordnet ein, was der Showroom für Ihr Marktplatz-Geschäft bedeutet, wie Sie realistisch Kontakt aufnehmen, welche Produktkriterien plausibel eine Rolle spielen, und wo die offenen Fragen liegen – inklusive einer ehrlichen Einordnung zum aktuellen Status des Pilotprojekts.

Inhaltsverzeichnis

Was ist der Kaufland-Showroom "Marktplatz zum Anfassen"?

Kaufland hat in seiner Filiale am Hilde-und-Joseph-Neyses-Platz 5 in Düsseldorf im Eingangsbereich einen Showroom eingerichtet, in dem ausgewählte Marktplatz-Produkte ausgestellt werden – darunter Holzkohlegrills, Sonnenliegen, Rasenroboter und Inline-Skates. Jedes Ausstellungsstück trägt einen QR-Code. Kunden scannen ihn mit der Smartphone-Kamera und landen auf einer Aktionsseite unter kaufland.de/showroom, auf der sie den Artikel direkt bestellen können. Die ausgestellten Artikel selbst stehen nicht zum Mitnehmen bereit – sie sind reine Anschauungsstücke.

Entwickelt wurde das Konzept laut Kauflands eigener Pressemitteilung in Zusammenarbeit mit dem Kölner Digital-Start-up Blaenk. Gerald Schönbucher, Vorstand von Kaufland e-commerce, beschrieb das Vorhaben als „ein Stück Kaufland Marktplatz zum Anfassen" in der Filiale – mit dem Ziel, dem Marktplatz auf der Verkaufsfläche mehr Sichtbarkeit zu verschaffen. Laut Ankündigung sollte das Sortiment im Showroom während der Pilotphase wechseln, und der Test war auf mehrere Monate angelegt.

Transparenz-Hinweis: Die Pressemitteilung zum Showroom-Pilotprojekt stammt aus dem Sommer 2023. Weder in der Kaufland-Pressestelle noch in der einschlägigen Fachpresse (Lebensmittelzeitung, neuhandeln.de, OHN Händlerbund) findet sich eine öffentlich dokumentierte Aussage darüber, ob der Showroom in Düsseldorf aktuell noch läuft, auf weitere Filialen ausgeweitet wurde oder beendet ist. Für diesen Artikel ordnen wir das Konzept deshalb bewusst als Blaupause ein, nicht als laufende, tagesaktuell bestätigte Aktion – und empfehlen am Ende konkret, wie Sie den aktuellen Status direkt bei Kaufland erfragen.

Parallel zum Showroom hat Kaufland in den vergangenen Jahren Filial- und Marktplatz-Welt auch in der eigenen App zusammengeführt, sodass Kunden nicht mehr zwischen den beiden Kanälen wechseln müssen. Der Showroom reiht sich damit in eine klar erkennbare strategische Linie ein: Kaufland will seinen Marktplatz – mit Stand aktueller Marktbeobachtungen mittlerweile mehr als 18.000 aktive Händler:innen und ein mehrstelliges Milliarden-GMV in der DACH-Region und weiteren europäischen Ländern – enger mit dem stationären Geschäft verzahnen, statt die beiden Welten getrennt zu betreiben.

Warum das für Marktplatz-Händler relevant ist

Für Sie als Händler auf dem Kaufland-Marktplatz ist die eigentliche Neuigkeit nicht der einzelne Showroom in Düsseldorf, sondern das Prinzip dahinter: Kaufland experimentiert aktiv damit, Online-Marktplatz-Ware physisch erlebbar zu machen, bevor der Kauf online abgeschlossen wird. Das betrifft drei Punkte, die für Ihr Geschäft direkt relevant sind.

Markenbekanntheit über den Online-Kanal hinaus. Kaufland betreibt in Deutschland mehr als 700 Filialen mit entsprechend hoher Frequenz im Eingangsbereich. Ein Produkt, das dort als Showroom-Stück steht, erreicht Kunden, die Ihre Marke sonst nie über eine Google-Suche oder die Kaufland-App gefunden hätten.

Vertrauen durch Anfassen. Gerade bei Produkten mit hohem Beratungsbedarf oder hohem Warenwert – Grills, Gartenmöbel, Elektrogeräte – ist die Kaufhürde online oft die Unsicherheit über Haptik, Größe und Verarbeitungsqualität. Ein Showroom-Stück nimmt genau diese Unsicherheit, ohne dass Sie selbst eine eigene Ladenfläche betreiben müssen.

Cross-Channel-Sichtbarkeit ohne eigene Logistik. Sie behalten als Händler die volle Kontrolle über Fulfillment, Preis und Lagerbestand – der Showroom ist reine Produktpräsentation, keine Konsignationsware. Das unterscheidet das Konzept von klassischen stationären Shop-in-Shop-Modellen, bei denen Sie physisch Ware und Personal vorhalten müssten.

Für Marktplatz-Händler, die ohnehin über mehrere Kanäle verkaufen, passt das Prinzip gut in eine kanalübergreifende Sichtbarkeitsstrategie: Der stationäre Touchpoint ergänzt Ihren Markenshop und Ihre organische Sichtbarkeit auf der Plattform, statt sie zu ersetzen.

In 5 Schritten als Händler ins Pilotprojekt

Da es keine öffentlich dokumentierte Bewerbungsstrecke für den Showroom gibt, bedeutet „hineinkommen" vor allem: proaktiv anfragen und die richtigen Voraussetzungen mitbringen. So gehen Sie vor:

  1. Prüfen Sie zuerst, ob Ihr Produkt physisch überzeugt. Showroom-taugliche Artikel sind laut der bekannten Beispiele (Grills, Sonnenliegen, Rasenroboter, Inline-Skates) typischerweise sperrige, erklärungsbedürftige oder optisch/haptisch hochwertige Produkte aus Garten, Freizeit, Haushalt oder Elektronik – also Artikel, bei denen „sehen und anfassen" einen echten Kaufanreiz liefert. Ein beliebiges Kleinteil ohne visuellen Mehrwert eignet sich dagegen kaum.

  2. Stellen Sie sicher, dass das Produkt dauerhaft lieferbar ist. Ein Showroom-Stück ohne bestellbare Ware dahinter schadet dem Kundenerlebnis und damit auch Ihrem Account. Klären Sie intern Ihre Lagerbestandssituation, bevor Sie sich für eine Aufnahme ins Sortiment interessieren.

  3. Nehmen Sie aktiv Kontakt zum Kaufland-E-Commerce-Team auf. Da die Presseinformationen ausdrücklich erwähnen, dass das E-Commerce-Team die gezeigten Artikel mit Marktplatz-Händlern abstimmt, ist der direkte Weg über Ihren Händler-Support-Kontakt oder Ihren Key-Account-Ansprechpartner im Partner-Portal aktuell die einzige realistische Option – eine öffentliche Bewerbungsseite für den Showroom existiert nach unserer Recherche nicht.

  4. Bereiten Sie Produktfotos und -daten auf Showroom-Niveau vor. Auch wenn das physische Stück im Markt steht, entscheidet die QR-Code-Landingpage über die Konversion. Ihre Produktbilder und Ihr Listing-Text sollten exakt zu dem passen, was der Kunde gerade in der Hand hatte.

  5. Stimmen Sie Verpackung und Unboxing auf das höhere Vertrauensniveau ab. Wer ein Produkt im Markt angefasst hat und es dann online bestellt, erwartet beim Erhalt genau diese Qualität wieder. Eine durchdachte Verpackung und ein konsistentes Unboxing-Erlebnis verhindern, dass der stationäre Vertrauensvorschuss durch eine enttäuschende Lieferung wieder verspielt wird.

Diese fünf Schritte ersetzen keine offizielle Teilnahmezusage von Kaufland – sie sind die Vorbereitung, mit der Sie als Anfrage für das E-Commerce-Team überhaupt relevant werden.

Risiken und offene Fragen

Seriöse Einordnung bedeutet auch, die Unsicherheiten klar zu benennen, statt sie zu übergehen.

⚠️ Keine festen Teilnahmebedingungen bekannt. Weder Kosten für die Aufnahme ins Showroom-Sortiment noch konkrete Auswahlkriterien sind öffentlich dokumentiert. Sie verhandeln aktuell im Graubereich einer Einzelfall-Abstimmung, nicht nach einem festen Programm mit klaren Spielregeln.

⚠️ Pilotstatus ohne bestätigte Fortsetzung. Der Showroom in Düsseldorf wurde 2023 als zeitlich begrenzter Test mit wechselndem Sortiment angekündigt. Ob er heute noch läuft, auf weitere Filialen ausgeweitet wurde oder eingestellt wurde, ist öffentlich nicht belegt. Planen Sie keine Marketingkampagne rund um „unser Produkt steht bei Kaufland im Showroom", ohne das vorher schriftlich bestätigt zu haben.

⚠️ Kein Umsatzversprechen. Selbst wenn Ihr Produkt aufgenommen wird, ist unklar, wie viele Kunden den QR-Code tatsächlich scannen und wie stark das die Konversion gegenüber einem rein organischen Listing hebt – belastbare, veröffentlichte Zahlen dazu liegen nicht vor. Behandeln Sie die Teilnahme als Markenbildungs-Maßnahme, nicht als kalkulierbaren Abverkaufskanal.

⚠️ Begrenzte Reichweite eines Einzelstandorts. Ein Showroom in einer einzigen Filiale erreicht naturgemäß nur die Kundschaft dieses Standorts plus die Online-Nutzer, die zufällig von der Aktion erfahren. Das ist etwas anderes als eine flächendeckende Aktion über alle Kaufland-Filialen.

Für Sie heißt das: Der Showroom ist ein interessantes Signal dafür, wohin sich Kauflands Marktplatz-Strategie bewegt – aber kein Programm, auf das Sie kurzfristig Ihre Vertriebsplanung stützen sollten.

Rechenbeispiel: Was zusätzliche Sichtbarkeit bringen könnte

Weil keine echten Teilnahme- oder Umsatzzahlen aus dem Showroom-Pilotprojekt öffentlich vorliegen, zeigen wir hier bewusst nur ein hypothetisches Rechenbeispiel, um die Größenordnung einzuordnen – keine belegte Fallstudie.

Rechenbeispiel: Angenommen, ein Händler mit einem Grill-Sortiment erzielt über den Kaufland-Marktplatz aktuell 4.000 € Monatsumsatz mit einer Konversionsrate von 2 %. Würde ein Showroom-Listing die Sichtbarkeit der Produktseite durch zusätzlichen QR-Code-Traffic um 300 zusätzliche Besuche pro Monat erhöhen und davon 5 % konvertieren (deutlich über dem Seiten-Durchschnitt, weil die Kunden das Produkt bereits angefasst haben), ergäben sich hypothetisch 15 zusätzliche Bestellungen bei einem angenommenen Warenkorbwert von 180 € – also rund 2.700 € zusätzlicher Monatsumsatz. Dieses Beispiel dient ausschließlich der Einordnung der Größenordnung und basiert auf angenommenen, nicht gemessenen Werten.

Was Sie jetzt tun können

  • Prüfen Sie Ihr Sortiment auf showroom-taugliche Artikel (sperrig, erklärungsbedürftig, hochwertig anmutend).
  • Fragen Sie aktiv über Ihren Kaufland-Händlerkontakt nach dem aktuellen Status des Showroom-Konzepts und möglichen Teilnahmemöglichkeiten.
  • Bringen Sie Produktdaten, Bilder und Verpackung auf ein Niveau, das dem physischen Erlebnis gerecht wird.
  • Denken Sie den Showroom als Teil einer größeren Cross-Channel-Sichtbarkeitsstrategie, nicht als isolierte Einzelmaßnahme.
  • Dokumentieren Sie intern, was Kaufland Ihnen zu Kosten und Kriterien mitteilt – damit Sie beim nächsten Gespräch mit klaren Fragen statt bei null starten.

Wenn Sie nicht sicher sind, wie Sie Ihre Marktplatz-Präsenz bei Kaufland insgesamt – von Sortiment bis Sichtbarkeit – strategisch weiterentwickeln, ist das genau das Thema für ein kostenloses Erstgespräch mit AMZ+ Consulting. Wir ordnen ein, wo sich eine aktive Anfrage beim E-Commerce-Team lohnt und wo Ihre Energie an anderer Stelle mehr Wirkung zeigt.

Für Händler, die ohnehin auf mehreren Marktplätzen gleichzeitig verkaufen, lohnt sich zusätzlich ein Blick auf MarketplAIce als Werkzeug: Die KI-Plattform steuert Repricing und Bestandsverfügbarkeit kanalübergreifend über Amazon, Otto und Kaufland hinweg – wichtig gerade dann, wenn ein zusätzlicher stationärer Touchpoint wie der Showroom plötzlich für mehr Nachfrage auf ein einzelnes Produkt sorgt und Ihr Lagerbestand das abfedern muss.

FAQ

Was genau ist der Kaufland-Showroom "Marktplatz zum Anfassen"?

Ein stationärer Ausstellungsbereich im Eingangsbereich einer Kaufland-Filiale in Düsseldorf, in dem ausgewählte Marktplatz-Produkte mit QR-Codes gezeigt werden. Kunden scannen den Code und bestellen den Artikel online über eine Aktionsseite – die Ausstellungsstücke selbst sind nicht zum Mitnehmen bestimmt.

Wo genau befindet sich der Showroom?

In der Kaufland-Filiale am Hilde-und-Joseph-Neyses-Platz 5 in Düsseldorf, im Eingangsbereich des Markts.

Läuft der Showroom 2026 noch?

Das ist öffentlich nicht eindeutig dokumentiert. Die Ankündigung stammt aus dem Sommer 2023 und sprach von einem auf mehrere Monate angelegten Pilotprojekt mit wechselndem Sortiment. Eine aktuelle Bestätigung zum Status, zur Ausweitung auf weitere Filialen oder zur Beendigung liegt in der Fachpresse nicht vor – fragen Sie aktiv bei Ihrem Kaufland-Händlerkontakt nach, bevor Sie Ihre Planung darauf aufbauen.

Wie komme ich als Händler mit meinem Produkt in den Showroom?

Es gibt keine öffentlich bekannte Bewerbungsseite dafür. Laut Kauflands eigener Kommunikation stimmt das E-Commerce-Team die gezeigten Artikel direkt mit Marktplatz-Händlern ab – der realistische Weg ist eine aktive Anfrage über Ihren Händler-Support- oder Key-Account-Kontakt im Kaufland-Partner-Portal.

Welche Produkte eignen sich für den Showroom?

Nach den bekannten Beispielen (Holzkohlegrills, Sonnenliegen, Rasenroboter, Inline-Skates) eignen sich vor allem sperrige, erklärungsbedürftige oder optisch/haptisch hochwertige Artikel aus Garten, Freizeit, Haushalt und Elektronik – Produkte, bei denen physisches Anfassen einen klaren Kaufanreiz gegenüber dem reinen Online-Bild bietet.

Entstehen für Händler Kosten durch die Teilnahme am Showroom?

Dazu liegen keine öffentlich kommunizierten Angaben vor. Weder Gebühren noch ein kostenfreies Modell sind in der verfügbaren Berichterstattung genannt. Klären Sie das verbindlich direkt mit dem Kaufland-E-Commerce-Team, bevor Sie Zusagen in Ihre Kalkulation einplanen.

Lohnt sich der Aufwand für die Anfrage überhaupt, wenn so vieles unklar ist?

Das kommt auf Ihr Sortiment und Ihre Ressourcen an. Für Händler mit ohnehin showroom-tauglichen Produkten und einer laufenden Kaufland-Beziehung ist eine kurze, unverbindliche Anfrage beim E-Commerce-Team ein geringer Aufwand mit potenziell hohem Sichtbarkeitsgewinn. Für Händler ohne passendes Sortiment oder mit engen Ressourcen ist es sinnvoller, zunächst in etablierte Hebel wie Markenshop und Sortimentserweiterung zu investieren.


Über den Autor

Jorginho Engelmeyer ist Geschäftsführer der AMZ+ Consulting GmbH und seit über 8 Jahren auf Amazon, Otto und Kaufland für Händler aktiv. → Kostenloses Erstgespräch buchen

Zuletzt aktualisiert: 05.10.2026

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