Otto Energielabel 2026: Pflichtangaben im Listing richtig setzen
Energielabel auf otto.de 2026: EPREL-Registriernummer, Pfeil-Darstellung beim Preis, Produktdatenblatt und welche Angaben Händler im Fernabsatz zeigen müssen.

Die kurze Antwort: Wer energieverbrauchsrelevante Produkte auf otto.de anbietet, muss im Fernabsatz die Energieeffizienzklasse deutlich sichtbar in der Nähe des Preises anzeigen sowie Zugang zum vollständigen Energielabel und zum Produktdatenblatt geben. Zulässig ist entweder das vollständige Label oder der Klassenpfeil mit direktem Zugriff auf Label und Datenblatt.
Grundlage ist die europäische Datenbank EPREL: Jedes gekennzeichnete Produkt muss vom Lieferanten dort registriert sein, bevor es in Verkehr gebracht wird. Die EPREL-Registriernummer ist der Schlüssel, mit dem Label und Datenblatt automatisiert abgerufen werden — verlangen Sie sie von Ihrem Lieferanten und pflegen Sie sie im Artikelstamm.
Seit dem 20. Juni 2025 haben auch Smartphones und Tablets ein Energielabel, mit zusätzlichen Angaben zu Akkulaufzeit, Reparierbarkeit und Sturzfestigkeit. Das Thema betrifft damit deutlich mehr Sortimente als früher. (Stand: Juli 2026, Quelle: europa.eu/youreurope, Regierungspräsidium Tübingen, IHK)
Inhalt
- Welche Produkte betroffen sind
- Was Sie im Listing zeigen müssen
- EPREL: Registriernummer als Schlüssel
- In 7 Schritten die Kennzeichnung sauber aufsetzen
- Typische Fehler und Abmahnrisiken
- FAQ
Welche Produkte betroffen sind
Die Energieverbrauchskennzeichnung gilt für eine wachsende Liste von Produktgruppen. Für Otto-Händler besonders relevant:
- Weiße Ware: Kühl- und Gefriergeräte, Waschmaschinen, Waschtrockner, Geschirrspüler, Wäschetrockner
- Unterhaltungselektronik: Fernseher und elektronische Displays
- Haushaltstechnik: Backöfen, Dunstabzugshauben, Klimageräte, Heizgeräte, Warmwasserbereiter
- Beleuchtung: Lichtquellen
- Reifen: eigenes Label mit Kraftstoffeffizienz, Nasshaftung und Geräusch
- Seit 20.06.2025: Smartphones und Tablets
Die Liste wird laufend erweitert. Prüfen Sie deshalb bei jeder Sortimentserweiterung, ob eine Kennzeichnungspflicht besteht — nicht nur bei offensichtlichen Elektrogroßgeräten.
⚠️ Achtung: Betroffen ist auch, wer als reiner Händler verkauft. Die Pflicht zur korrekten Darstellung im Angebot trifft den Händler, unabhängig davon, wer Hersteller oder Importeur ist.
Was Sie im Listing zeigen müssen
Drei Elemente gehören in jedes betroffene Angebot.
1. Energieeffizienzklasse in der Nähe des Preises. Sie muss ohne zusätzlichen Klick erkennbar sein. Zulässig ist die vollständige Labeldarstellung oder der farbige Klassenpfeil mit der Klassenangabe und dem Spektrum der Skala.
2. Zugang zum vollständigen Energielabel. Über die Pfeildarstellung muss das vollständige Label unmittelbar erreichbar sein — je nach Umsetzung durch Anklicken oder eingebettete Anzeige.
3. Zugang zum Produktdatenblatt. Das Datenblatt enthält die technischen Detailangaben und wird auf Basis von EPREL bereitgestellt. Es muss ebenfalls im Angebot zugänglich sein.
💡 Tipp: Prüfen Sie die Darstellung immer auf dem Smartphone. „In der Nähe des Preises" ist auf kleinen Displays enger auszulegen — was am Desktop noch als benachbart wirkt, kann mobil zwei Bildschirmhöhen entfernt sein.
Die konkreten Felder für Effizienzklasse, Skalenspektrum, Labelbild und Datenblatt gehören in die vorgesehenen Attributfelder Ihrer Otto-Kategorie-Vorlage, nicht in den Beschreibungstext. Nur so werden sie korrekt ausgespielt — siehe Otto Produktdaten.
EPREL: Registriernummer als Schlüssel
EPREL ist die europäische Produktdatenbank für die Energieverbrauchskennzeichnung. Lieferanten — also Hersteller, Importeure oder Bevollmächtigte — müssen jedes gekennzeichnete Produkt dort registrieren, bevor es in Verkehr gebracht wird.
Für Sie als Händler ergibt sich daraus ein einfacher, aber oft übersehener Prozess:
Fordern Sie die EPREL-Registriernummer bei jedem Wareneingang an. Sie sollte auf Angebot, Auftragsbestätigung oder Rechnung stehen. Fehlt sie, ist das ein Warnsignal für die Konformität des Produkts insgesamt.
Pflegen Sie die Nummer als Pflichtfeld im Artikelstamm. Mit ihr lassen sich Label und Datenblatt jederzeit abrufen und aktualisieren — auch wenn sich Skalen oder Anforderungen ändern.
Prüfen Sie die Nummer stichprobenartig in der öffentlichen EPREL-Datenbank. Nicht registrierte Produkte dürfen nicht in Verkehr gebracht werden; wer sie anbietet, trägt ein erhebliches Risiko.
⚠️ Wichtig: Die Energielabels werden schrittweise digitaler. Halten Sie die EPREL-Nummern im Stammdatensatz aktuell, damit Sie bei künftigen Umstellungen nicht jedes Produkt neu recherchieren müssen.
In 7 Schritten die Kennzeichnung sauber aufsetzen
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Sortiment prüfen. Markieren Sie im Artikelstamm alle Produkte, die einer Kennzeichnungspflicht unterliegen. Denken Sie dabei an Reifen und seit 2025 auch an Smartphones und Tablets.
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EPREL-Nummern beschaffen. Fordern Sie für alle betroffenen Artikel die Registriernummer beim Lieferanten an. Setzen Sie eine Frist und dokumentieren Sie fehlende Rückmeldungen.
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Artikelstamm erweitern. Legen Sie Pflichtfelder an: EPREL-Nummer, Energieeffizienzklasse, Skalenspektrum, Link oder Datei zum Label, Link oder Datei zum Produktdatenblatt.
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Otto-Attribute befüllen. Übertragen Sie die Werte in die vorgesehenen Felder der Kategorie-Vorlage und laden Sie sie als Sammelaktualisierung hoch.
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Darstellung prüfen. Rufen Sie mehrere Angebote am Desktop und am Smartphone auf und kontrollieren Sie, ob Klasse, Label und Datenblatt sichtbar und erreichbar sind.
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Wareneingang anpassen. Ergänzen Sie den Einkaufsprozess dauerhaft um die Abfrage der EPREL-Nummer. Ohne Nummer kein Listing — das ist die einfachste wirksame Regel.
-
Halbjährlich nachprüfen. Kontrollieren Sie, ob neue Produktgruppen hinzugekommen sind und ob sich Skalen geändert haben. Aktualisieren Sie betroffene Angebote gebündelt.
Unsicher, ob Ihre Angebote die Kennzeichnungspflichten erfüllen?
Wir prüfen Ihren Artikelstamm auf betroffene Produkte, beschaffen fehlende Angaben strukturiert und bringen die Darstellung auf Otto, Amazon, Kaufland und eBay in Ordnung.
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</div>Typische Fehler und Abmahnrisiken
Klasse nur im Beschreibungstext. Die Angabe muss in der Nähe des Preises sichtbar sein, nicht irgendwo im Fließtext. Das ist einer der häufigsten Abmahnpunkte.
Veraltete Skala. Nach der Umstellung auf die Skala A bis G sind Angaben wie „A+++" für neu gekennzeichnete Produktgruppen nicht mehr zutreffend. Alte Datenbestände enthalten sie oft noch.
Fehlendes Produktdatenblatt. Viele Händler zeigen die Klasse, aber kein Datenblatt. Beides ist erforderlich.
Kein Skalenspektrum. Die Klasse allein reicht nicht; das Spektrum der Skala muss erkennbar sein, damit die Einordnung möglich ist.
Mobile Darstellung nicht geprüft. Am Desktop korrekt, mobil weit vom Preis entfernt — ein vermeidbares Risiko, das erst bei Prüfung am Gerät auffällt.
Wettbewerbsrechtliche Abmahnungen in diesem Bereich sind verbreitet, weil die Verstöße leicht automatisiert auffindbar sind. Wie Sie das Risiko insgesamt senken, zeigt Marktplatz-Abmahnung vermeiden.
⚠️ Hinweis: Dieser Beitrag gibt eine praxisnahe Orientierung und ersetzt keine Rechtsberatung. Lassen Sie Ihre konkrete Umsetzung rechtlich prüfen.
Der gleiche Standard auf allen Kanälen
Die Pflichten ergeben sich aus EU-Recht und gelten unabhängig vom Verkaufskanal. Amazon, Kaufland, eBay und Temu verlangen dieselben Angaben in eigenen Feldern — die Datenbasis ist identisch.
Pflegen Sie EPREL-Nummer, Klasse, Skala, Label und Datenblatt deshalb einmal zentral im Artikelstamm und verteilen Sie sie kanalübergreifend, statt je Marktplatz nachzupflegen. Siehe dazu Kaufland Pflichtangaben und PIM für Multichannel. Für die laufende Steuerung von Preisen und Beständen über Amazon, Otto, Kaufland, eBay und Temu nutzen wir unsere eigene KI-Plattform MarketplAIce.
Was Sie jetzt tun können
- Diese Woche: Alle kennzeichnungspflichtigen Artikel im Stamm markieren.
- Diese Woche: EPREL-Nummern bei Lieferanten anfordern, mit Frist.
- Diesen Monat: Pflichtfelder im Artikelstamm anlegen und Otto-Attribute befüllen.
- Diesen Monat: Darstellung von zehn Angeboten am Smartphone prüfen.
- Dauerhaft: Wareneingangsprozess um die EPREL-Abfrage ergänzen.
FAQ
Muss ich als Händler das Energielabel selbst erstellen?
Nein. Der Lieferant registriert das Produkt in EPREL und stellt Label und Produktdatenblatt bereit. Ihre Pflicht ist die korrekte Anzeige im Angebot — dafür brauchen Sie die EPREL-Registriernummer.
Reicht es, die Energieeffizienzklasse zu nennen?
Nein. Erforderlich sind die Klasse in Verbindung mit dem Skalenspektrum, in der Nähe des Preises sichtbar, sowie der Zugang zum vollständigen Label und zum Produktdatenblatt.
Was ist EPREL genau?
Die europäische Produktdatenbank für die Energieverbrauchskennzeichnung. Lieferanten müssen gekennzeichnete Produkte dort vor dem Inverkehrbringen registrieren. Über die Registriernummer lassen sich Label und Datenblatt automatisiert abrufen.
Sind Smartphones wirklich betroffen?
Ja. Seit dem 20. Juni 2025 tragen Smartphones und Tablets ein Energielabel mit zusätzlichen Angaben unter anderem zu Akkulaufzeit, Reparierbarkeit und Sturzfestigkeit. (Stand: Juli 2026)
Was passiert bei fehlender oder falscher Kennzeichnung?
Es drohen wettbewerbsrechtliche Abmahnungen sowie behördliche Maßnahmen der Marktüberwachung. Zusätzlich können Marktplätze Angebote sperren, bis die Angaben vollständig sind.
Wo gehören die Angaben im Otto-Listing hin?
In die dafür vorgesehenen Attributfelder der Kategorie-Vorlage, nicht in den Beschreibungstext. Nur so werden sie an der richtigen Stelle im Angebot ausgespielt.
Wie oft muss ich die Angaben aktualisieren?
Immer bei Produktwechsel und bei Änderungen der Skalen oder Anforderungen. Ein halbjährlicher Prüftermin plus die feste Abfrage im Wareneingang deckt die Praxis gut ab.
<div class="not-prose">
Compliance ist auf Marktplätzen ein Datenthema — kein Jurathema allein.
AMZ+ Consulting bringt Pflichtangaben strukturiert in den Artikelstamm und hält sie über Otto, Amazon, Kaufland, eBay und Temu konsistent.
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</div>Über den Autor
Jorginho Engelmeyer ist Geschäftsführer der AMZ+ Consulting GmbH und seit über 8 Jahren auf Amazon, Otto und Kaufland für Händler aktiv.
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Zuletzt aktualisiert: 28. Juli 2026
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