Amazon Gebührensenkung 2026: Jetzt Relaunch prüfen
Amazon senkt ab 1. Februar 2026 Verkaufsprovisionen in mehreren Kategorien deutlich. Welche Bereiche sich für einen Relaunch jetzt besonders lohnen.

Die kurze Antwort: Amazon senkt zum 1. Februar 2026 in allen europäischen Stores die Verkaufsprovisionen in mehreren Kategorien deutlich — Heimbedarf von 15 % auf 8 %, Haustierbekleidung und -futter von 15 % auf 5 %, Lebensmittel & Feinkost sowie Nahrungsergänzungsmittel von 8 % auf 5 %. Zusätzlich sinken die FBA-Versandgebühren im Schnitt um rund 0,17 € pro Einheit. Für Händler mit Bestand oder Sortimentsplänen in diesen Bereichen bedeutet die Amazon Gebührensenkung 2026 einen konkreten Anlass, ausgelistete oder pausierte Produkte neu zu kalkulieren und über einen Relaunch nachzudenken. Wer die neue Marge nicht nachrechnet, lässt bares Geld liegen.
Diese Gebührensenkung ist keine Randnotiz. Sieben Prozentpunkte weniger Provision bei Heimbedarf oder zehn Prozentpunkte bei Haustierbekleidung verändern die Wirtschaftlichkeit ganzer Produktgruppen. Dieser Beitrag zeigt, wo sich ein Relaunch jetzt lohnt und wie Sie das systematisch prüfen.
Was sich zum 1. Februar 2026 konkret ändert
Amazon hat die Anpassung im Seller Forum (sellercentral.amazon.de) offiziell angekündigt, weitere Einordnungen liefern haendlerbund.de und onlinemarktplatz.de. Betroffen sind alle europäischen Amazon-Stores gleichzeitig, nicht nur der deutsche Marktplatz.
Konkret sinkt die Verkaufsprovision in drei Bereichen:
- Heimbedarf: von 15 % auf 8 % — eine Senkung um 7 Prozentpunkte.
- Haustierbekleidung und -futter: von 15 % auf 5 % — eine Senkung um 10 Prozentpunkte.
- Lebensmittel & Feinkost sowie Nahrungsergänzungsmittel: von 8 % auf 5 % — eine Senkung um 3 Prozentpunkte.
Parallel dazu sinken die FBA-Versandgebühren im Durchschnitt um rund 0,17 € pro Einheit. Das betrifft nicht nur die drei genannten Kategorien, sondern wirkt sich grundsätzlich auf viele über FBA versendete Produkte aus.
💡 Tipp: Prüfen Sie die neuen Provisionssätze direkt in Ihrem Seller Central unter den Gebührenübersichten, sobald die Änderung zum 1. Februar 2026 aktiv ist. Amazon passt die Kategoriezuordnung mitunter feiner aus, als es die Ankündigung vermuten lässt.
Für die Einordnung lohnt sich ein Blick auf die Gesamtstruktur der Amazon-Gebühren: In Amazon Verkaufsprovision & Gebühren 2026 finden Sie eine vollständige Übersicht aller Kategorien und Sätze, die als Referenz für Ihre Kalkulation dient. Ergänzend zeigt Amazon Gebühren-Änderungen Herbst 2026, dass Amazon 2026 grundsätzlich an mehreren Stellen an der Gebührenschraube dreht.
Diese Häufung an Senkungen ist ungewöhnlich, nachdem die Gebühren in den Vorjahren tendenziell gestiegen sind. Für Händler mit Sortimentsplänen in den betroffenen Kategorien ist das ein Fenster, das Sie aktiv nutzen sollten, statt es verstreichen zu lassen.
Wichtig für die Einordnung: Die Senkung betrifft ausschließlich die Verkaufsprovision (Referral Fee), nicht die Fulfillment-Gebühren im engeren Sinn — diese sinken separat und im Durchschnitt, nicht kategoriespezifisch. Wer beide Effekte in einer Kalkulation vermischt, riskiert eine zu optimistische oder zu pessimistische Einschätzung der neuen Marge. Rechnen Sie deshalb Provision und Versandgebühr getrennt durch, auch wenn beide zum gleichen Stichtag wirksam werden.
Ein weiterer Punkt betrifft die Kategoriezuordnung selbst: Amazon ordnet Produkte teils feiner ein, als es die grobe Kategoriebezeichnung vermuten lässt. Ein Produkt, das aus Händlersicht klar zu "Heimbedarf" gehört, kann in Amazons interner Klassifizierung unter einer angrenzenden Unterkategorie laufen, für die die Senkung nicht oder nur teilweise gilt. Eine Prüfung auf ASIN-Ebene im Seller Central ist deshalb unverzichtbar, bevor Sie eine pauschale Aussage für Ihr gesamtes Sortiment treffen.
Warum sich gerade jetzt ein Relaunch lohnen kann
Ein Relaunch bedeutet hier: ein zuvor deaktiviertes, unprofitables oder nie gelistetes Produkt unter den neuen Gebühren neu zu bewerten. Viele Händler haben Produkte in Heimbedarf oder Haustierbedarf in der Vergangenheit aus dem Sortiment genommen, weil die Marge bei 15 % Provision zu knapp war.
Mit der Amazon Gebührensenkung 2026 verschiebt sich diese Rechnung spürbar. Ein Heimbedarf-Produkt, das bislang bei 15 % Provision nur 3 % Nettomarge abgeworfen hat, kann bei 8 % Provision auf 10 % Nettomarge kommen — je nach Kostenstruktur ein völlig anderes Produkt.
Besonders relevant ist das für Kategorien mit hohem Wettbewerb und knappen Verkaufspreisen, wo jeder Prozentpunkt Provision unmittelbar über Rentabilität entscheidet. Haustierbekleidung und -futter mit der Senkung um 10 Prozentpunkte ist hier der stärkste Einzelfall.
⚠️ Wichtig: Die Gebührensenkung wirkt sich nicht automatisch auf bereits aktive Angebote aus, wenn Sie den Verkaufspreis nicht anpassen. Sie entscheiden selbst, ob Sie die Ersparnis als zusätzliche Marge behalten oder in einen wettbewerbsfähigeren Preis umwandeln — beides kann sinnvoll sein, je nach Wettbewerbssituation.
Für Lebensmittel & Feinkost sowie Nahrungsergänzungsmittel ist die Senkung mit 3 Prozentpunkten kleiner, aber wegen der oft hohen Wiederkaufrate in dieser Kategorie summiert sich der Effekt über viele Bestellungen im Jahresverlauf spürbar.
Neben Produkten, die Sie bereits einmal deaktiviert haben, lohnt sich auch ein Blick auf Produktideen, die bislang wegen der Kalkulation gar nicht erst umgesetzt wurden. Gerade bei Haustierbekleidung und -futter kann die Senkung um 10 Prozentpunkte dazu führen, dass ein bislang als zu knapp kalkuliert verworfenes Produktkonzept jetzt tragfähig wird. Ein Relaunch im engeren Sinn und eine echte Neueinführung unterscheiden sich dabei kaum im Prüfaufwand — in beiden Fällen entscheidet die neue Nettomarge.
Berücksichtigen Sie zusätzlich, dass eine niedrigere Provision auch die Wirtschaftlichkeit von Werbekampagnen verändert. Wenn mehr Marge pro Einheit übrig bleibt, können Sie sich bei gleichbleibendem Zielgewinn einen höheren ACoS leisten, um Sichtbarkeit für den Relaunch aufzubauen. Diese Wechselwirkung zwischen Gebührensenkung und Werbebudget wird bei der reinen Fokussierung auf die Produktmarge häufig übersehen.
So prüfen Sie, ob sich ein Relaunch für Ihr Sortiment lohnt
Ein Relaunch sollte nicht auf Bauchgefühl basieren, sondern auf einer strukturierten Neukalkulation. Gehen Sie dafür in dieser Reihenfolge vor:
- Liste betroffener Produkte erstellen. Filtern Sie Ihren gesamten Produktkatalog — auch pausierte oder deaktivierte ASINs — nach den drei Kategorien Heimbedarf, Haustierbekleidung/-futter und Lebensmittel/Nahrungsergänzung.
- Alte Kalkulation dokumentieren. Notieren Sie für jedes Produkt die bisherige Marge unter der alten Provision, damit Sie den Effekt der Senkung später klar beziffern können.
- Neue Provision einsetzen. Rechnen Sie die neuen Sätze — 8 %, 5 % oder 5 % je nach Kategorie — sowie die durchschnittlich um 0,17 € gesunkenen FBA-Versandgebühren in die Kalkulation ein.
- Neue Nettomarge berechnen. Ziehen Sie Einkaufspreis, Fulfillmentkosten, Werbekosten und die neue Provision vom Verkaufspreis ab, um die tatsächliche Marge unter den neuen Konditionen zu ermitteln.
- Priorisierung nach Potenzial. Sortieren Sie die Produkte danach, wo die Margenverbesserung am größten ist und wo bereits Bestand, Lieferantenbeziehungen oder ein bestehendes Listing existieren — das reduziert den Aufwand für den Relaunch erheblich.
Diese fünf Schritte dauern für ein mittelgroßes Sortiment meist ein bis zwei Arbeitstage, liefern aber eine belastbare Grundlage für Entscheidungen, statt auf Vermutungen zu setzen.
Halten Sie das Ergebnis in einer einfachen Tabelle fest: ASIN, alte Marge, neue Marge, Differenz in Euro und Prozent sowie eine Einschätzung zum Aufwand für den Relaunch. So behalten Sie auch bei größeren Sortimenten mit mehreren hundert Produkten den Überblick und können die Priorisierung jederzeit nachvollziehen, wenn sich die Gebührensätze im Laufe des Jahres noch einmal ändern sollten.
Rechenbeispiel: Angenommen, ein Händler verkauft ein Heimbedarf-Produkt für 24,90 € und hatte es 2025 wegen zu geringer Marge aus dem Sortiment genommen. Bei einem Einkaufspreis von 9,00 €, FBA-Fulfillmentkosten von 4,50 € und der alten Provision von 15 % (3,74 €) blieb eine Marge von rund 7,66 € vor Werbekosten. Unter den neuen Konditionen 2026 sinkt die Provision auf 8 % (1,99 €) und die FBA-Versandgebühr um rund 0,17 €, wodurch die Marge auf etwa 9,58 € vor Werbekosten steigt — ein Plus von knapp 1,92 € pro Einheit, allein durch die Gebührensenkung. Bei 500 verkauften Einheiten im Monat entspricht das rund 960 € zusätzlicher Marge, ohne dass sich am Produkt oder Preis etwas ändert.
Wenn Sie diese Rechnung für Ihr gesamtes Sortiment durchführen möchten, unterstützt Sie AMZ+ Consulting bei der systematischen Prüfung Ihrer Produkte auf Relaunch-Potenzial. Vereinbaren Sie dazu gerne ein kostenloses Erstgespräch.
Was Sie jetzt tun können
Warten Sie nicht bis zum 1. Februar 2026, um zu reagieren — die Vorbereitung sollte jetzt beginnen, damit Sie am Stichtag startklar sind.
- Erstellen Sie umgehend die Liste aller Produkte in den drei betroffenen Kategorien, inklusive deaktivierter ASINs aus den letzten zwei Jahren.
- Rechnen Sie für die vielversprechendsten Kandidaten die neue Marge nach dem oben beschriebenen Schema durch.
- Prüfen Sie parallel, ob Lieferanten und Bestand für einen schnellen Relaunch zum Stichtag bereitstehen.
- Beobachten Sie nach dem 1. Februar 2026 den Wettbewerb in den betroffenen Kategorien — viele Händler werden ähnlich reagieren, was sich auf die Preise auswirken kann.
- Dokumentieren Sie die tatsächlichen neuen Gebührensätze aus Ihrem Seller Central, sobald sie live sind, da sich Details gegenüber der Ankündigung noch verschieben können.
Ein strukturiertes Vorgehen jetzt spart im Februar wertvolle Zeit und verhindert, dass Sie das Gebührenfenster ungenutzt verstreichen lassen. AMZ+ Consulting begleitet Amazon-Händler seit Jahren bei genau solchen Kalkulations- und Relaunch-Entscheidungen und kann die Prüfung für Ihr komplettes Sortiment übernehmen.
Denken Sie auch über den Stichtag hinaus: Gebührensenkungen wie diese sind in der Vergangenheit gelegentlich im Jahresverlauf nachjustiert worden. Legen Sie sich deshalb eine feste Routine an, mit der Sie die tatsächlich abgerechneten Gebühren monatlich mit Ihrer Kalkulation abgleichen, statt sich einmalig auf die Ankündigung vom 1. Februar 2026 zu verlassen. So erkennen Sie frühzeitig, wenn sich einzelne Sätze doch anders entwickeln als angekündigt, und können Ihre Preisstrategie entsprechend nachschärfen.
Für Agenturkunden von AMZ+ Consulting ist dieser Abgleich Teil des laufenden Controllings — die neuen Gebührensätze fließen automatisch in die monatliche Margenauswertung ein, sodass Relaunch-Kandidaten nicht manuell nachgehalten werden müssen.
FAQ
Ab wann gilt die Amazon Gebührensenkung 2026?
Die Senkung tritt zum 1. Februar 2026 in Kraft und gilt für alle europäischen Amazon-Stores gleichzeitig. Bis dahin gelten weiterhin die bisherigen Provisionssätze.
Welche Kategorien sind von der Gebührensenkung betroffen?
Betroffen sind Heimbedarf (15 % auf 8 %), Haustierbekleidung und -futter (15 % auf 5 %) sowie Lebensmittel & Feinkost und Nahrungsergänzungsmittel (8 % auf 5 %). Andere Kategorien sind laut aktueller Ankündigung nicht Teil dieser Anpassung.
Sinken auch die FBA-Versandgebühren?
Ja, parallel zur Provisionssenkung sinken die FBA-Versandgebühren im Schnitt um rund 0,17 € pro Einheit. Der genaue Betrag hängt von Produktgröße und Versandklasse ab.
Muss ich meine Verkaufspreise nach der Gebührensenkung senken?
Nein, das ist keine Pflicht. Sie können die Ersparnis als zusätzliche Marge behalten oder gezielt in einen wettbewerbsfähigeren Preis investieren — je nachdem, wie stark der Wettbewerb in Ihrer Kategorie ist.
Lohnt sich ein Relaunch auch für kleine Stückzahlen?
Bei kleinen Stückzahlen ist der absolute Effekt geringer, aber die relative Margenverbesserung bleibt gleich. Prüfen Sie den Aufwand für den Relaunch gegen den erwarteten monatlichen Zusatzgewinn.
Wie finde ich heraus, welche meiner Produkte in die betroffenen Kategorien fallen?
Die Kategoriezuordnung sehen Sie in Seller Central unter den Produktdetails jeder ASIN. Bei Unsicherheiten über die genaue Einordnung hilft ein Abgleich mit den offiziellen Angaben im Seller Forum.
Gilt die Gebührensenkung auch für Produkte, die ich neu listen möchte?
Ja, die neuen Provisionssätze gelten unabhängig davon, ob ein Produkt bereits gelistet ist oder neu aufgenommen wird. Ein Neu-Listing profitiert von Anfang an von den reduzierten Gebühren.
Über den Autor Jorginho Engelmeyer ist Geschäftsführer der AMZ+ Consulting GmbH und seit über 8 Jahren auf Amazon, Otto und Kaufland für Händler aktiv. → Kostenloses Erstgespräch buchen
Zuletzt aktualisiert: 07.09.2026
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