Losgröße und Bestellrhythmus 2026: Optimal für Amazon einkaufen
Optimale Losgröße mit der Andler-Formel berechnen und den Bestellrhythmus an FBA-Lagergebühren anpassen: Herleitung, Rechenbeispiel und Praxisregeln für 2026.

Die kurze Antwort: Die optimale Losgröße ist die Bestellmenge, bei der die Summe aus Bestellkosten und Lagerhaltungskosten am niedrigsten ist. Sie berechnen sie mit der Andler-Formel: die Wurzel aus (200 × Jahresbedarf × Bestellkosten je Bestellung), geteilt durch (Einstandspreis × Lagerhaltungskostensatz in Prozent). Aus der optimalen Losgröße ergibt sich der Bestellrhythmus — Jahresbedarf geteilt durch Losgröße ist die Zahl der Bestellungen pro Jahr.
Der entscheidende Punkt für Amazon-Händler: Der Lagerhaltungskostensatz ist keine Faustzahl, sondern muss aus Ihren tatsächlichen FBA-Gebühren, Kapitalkosten und Abschreibungsrisiken abgeleitet werden. Wer hier mit einem geschätzten Prozentwert rechnet, bekommt eine Losgröße, die um Faktor zwei danebenliegen kann. Genau das ist der häufigste Fehler.
Losgröße, Bestellrhythmus und Bestellpunkt: die Begriffe sauber getrennt
Drei Begriffe werden in der Praxis ständig vermischt, obwohl sie verschiedene Fragen beantworten.
Die Losgröße beantwortet die Frage: Wie viel bestelle ich pro Bestellung? Sie ist eine Mengenentscheidung und folgt einem Kostenoptimum zwischen fixen Bestellkosten und laufenden Lagerkosten.
Der Bestellrhythmus beantwortet die Frage: Wann bestelle ich? Beim Bestellrhythmusverfahren prüfen Sie in festen Zeitabständen — etwa alle vier Wochen — den Bestand und füllen bis zu einem Sollbestand auf. Die Bestellmenge schwankt, der Termin steht fest.
Der Bestellpunkt (Meldebestand) ist die Alternative dazu: Sie bestellen immer dann, wenn der Bestand eine definierte Schwelle unterschreitet. Der Termin schwankt, die Menge steht fest. Der Meldebestand ergibt sich aus dem erwarteten Verbrauch während der Wiederbeschaffungszeit plus Sicherheitsbestand. Wie Sie den sauber bestimmen, haben wir hier beschrieben: Sicherheitsbestand und Meldebestand bei FBA.
Für Amazon-Händler ist die Kombination üblich: Bestellpunktlogik für die Auslösung, Losgrößenlogik für die Menge. Reine Rhythmusverfahren funktionieren gut bei Lieferanten mit festen Produktionsfenstern oder Sammelcontainern, reine Bestellpunktverfahren gut bei kurzfristig lieferfähigen Zwischenhändlern.
Der Grund, warum die Losgröße überhaupt ein Optimierungsproblem ist: Beide Kostenblöcke laufen gegeneinander. Bestellen Sie selten und viel, sinken die Bestellkosten pro Stück, aber der durchschnittliche Lagerbestand und damit die Lagerkosten steigen. Bestellen Sie oft und wenig, ist es umgekehrt. Dazwischen liegt ein Minimum — und das ist genau der Punkt, an dem beide Kostenblöcke gleich groß sind.
Die Andler-Formel: Herleitung und was sie wirklich sagt
Die Herleitung ist unspektakulär und lohnt sich trotzdem, weil sie zeigt, welche Annahmen drinstecken.
Die Gesamtkosten setzen sich aus zwei Teilen zusammen. Erstens die Bestellkosten: Jahresbedarf geteilt durch Losgröße ergibt die Anzahl der Bestellungen, multipliziert mit den Kosten je Bestellung. Zweitens die Lagerkosten: Bei gleichmäßigem Verbrauch beträgt der durchschnittliche Lagerbestand die halbe Losgröße; multipliziert mit dem Einstandspreis und dem Lagerhaltungskostensatz ergeben sich die jährlichen Lagerkosten.
Diese Gesamtkostenfunktion leitet man nach der Losgröße ab und setzt die Ableitung gleich null. Aufgelöst ergibt sich die klassische Losformel:
q(opt) = Wurzel aus [ (200 × Jahresbedarf × Bestellkosten je Bestellung) / (Einstandspreis × Lagerhaltungskostensatz in Prozent) ]
Die 200 im Zähler ist kein Zauberwert, sondern nur das Ergebnis aus dem Faktor 2 der Ableitung und der Umrechnung des Prozentsatzes (Faktor 100).
Was steckt an Annahmen drin? Konstanter, über das Jahr gleichmäßig verteilter Bedarf. Konstante Bestellkosten je Bestellung, unabhängig von der Menge. Konstanter Einstandspreis, also keine Mengenrabatte. Keine Kapazitätsgrenzen. Sofortige Verfügbarkeit ohne Fehlmengenkosten.
Im Amazon-Geschäft ist praktisch keine dieser Annahmen erfüllt. Das macht die Formel nicht wertlos — es macht sie zu einem Ausgangspunkt statt zu einer Antwort. Sie liefert Ihnen die Größenordnung. Die Feinjustierung kommt danach.
Zwei Eigenschaften der Formel sind praktisch wichtig. Erstens: Sie ist eine Wurzelfunktion, also relativ unempfindlich gegenüber kleinen Fehlern in den Eingangsgrößen. Ein um zehn Prozent falsch geschätzter Jahresbedarf verschiebt die Losgröße nur um rund fünf Prozent. Zweitens: Die Gesamtkostenkurve ist im Bereich des Optimums sehr flach. Ob Sie 2.250 oder 2.500 Stück bestellen, macht in den Gesamtkosten oft nur wenige Prozent aus. Wer die Losgröße auf die Kartongröße oder Palettenmenge rundet, verliert kaum etwas — und spart Handling.
Was die Formel im FBA-Kontext nicht abbildet
Der Lagerhaltungskostensatz ist die kritische Stellschraube. Für Amazon-Händler setzt er sich aus mindestens drei Blöcken zusammen.
Block 1: die tatsächlichen Lagergebühren. Bei FBA fallen monatliche Lagergebühren nach Volumen an. Nach übereinstimmenden Angaben aus Branchenquellen liegen die monatlichen Lagergebühren in Deutschland außerhalb der Hochsaison bei rund 27,46 Euro je Kubikmeter und von Oktober bis Dezember bei rund 39,60 Euro je Kubikmeter (Stand: August 2026, Quelle: Branchenauswertungen, u. a. spacegoats.io). Prüfen Sie die für Ihr Konto gültigen Werte immer in der Gebührenübersicht im Seller Central — Amazon differenziert nach Größenklasse und passt Gebühren regelmäßig an.
Block 2: Kapitalbindung. Jeder Euro im Lager ist ein Euro, der nicht für Werbung, Sortimentsausbau oder Tilgung zur Verfügung steht. Setzen Sie hier nicht den Sparbuchzins an, sondern Ihre echten Finanzierungskosten oder Ihre Opportunitätsrendite. Wie sich das auf die Liquidität auswirkt, haben wir hier ausgeführt: Cashflow und Liquidität im Amazon-Geschäft.
Block 3: Wertverlust- und Obsoleszenzrisiko. Saisonware, technische Produkte mit kurzem Lebenszyklus und modeaffine Artikel verlieren im Lager real an Wert. Bei Artikeln mit Mindesthaltbarkeit ist der Wertverlust sogar terminiert.
Dazu kommen zwei FBA-Spezifika, die in der klassischen Losformel schlicht fehlen. Erstens Alterszuschläge: Bestand, der lange im FBA-Netz liegt, wird über gestaffelte Zuschläge zusätzlich belastet; für sehr lange gelagerte Einheiten kommen Langzeitlagergebühren hinzu. Das wirkt wie ein progressiv steigender Lagerkostensatz und drückt die optimale Losgröße nach unten.
Zweitens Kapazitätsgrenzen. Amazon begrenzt das Lagervolumen abhängig von der Bestandsleistung. Fällt Ihr Bestandsleistungsindex unter die relevante Schwelle, wird die Kapazität eingeschränkt — ausgerechnet dann, wenn Sie vor der Hochsaison mehr einlagern wollen. Details dazu: Bestandsleistungsindex IPI verstehen.
Praktische Konsequenz: Rechnen Sie mit der Formel die theoretische Losgröße, und begrenzen Sie sie dann durch Kapazität, Mindesthaltbarkeit und Q4-Planung. Für große Lose ist AWD oder ein eigenes Vorlager oft die bessere Antwort als eine kleinere Bestellung beim Lieferanten. Wenn Sie unsicher sind, welche Parameter für Ihr Sortiment realistisch sind, gehen wir das im Kostenlosen Erstgespräch an einem Ihrer Artikel gemeinsam durch.
Rechenbeispiel: Optimale Losgröße für einen FBA-Artikel
Rechenbeispiel: Angenommen, Sie verkaufen einen Artikel mit einem Jahresbedarf von 12.000 Stück. Der Einstandspreis beträgt 8,50 Euro. Ihre Bestellkosten je Bestellung — Beschaffung, Qualitätsprüfung, Fracht-Fixanteil, Zollabwicklung, interne Bearbeitung — liegen bei 450 Euro. Das Produktvolumen beträgt 1,2 Liter, also 0,0012 Kubikmeter je Einheit.
Schritt 1: Lagerhaltungskostensatz ableiten. Lagergebühr je Stück und Jahr: 0,0012 m³ × 27,46 Euro × 12 Monate = rund 0,40 Euro. Bezogen auf den Einstandspreis von 8,50 Euro sind das rund 4,7 Prozent. Dazu 8 Prozent Kapitalkosten und 5 Prozent Wertverlustrisiko. Summe: rund 18 Prozent.
Schritt 2: Formel anwenden. q = Wurzel aus [ (200 × 12.000 × 450) / (8,50 × 18) ] = Wurzel aus (1.080.000.000 / 153) = Wurzel aus 7.058.824 = rund 2.657 Stück.
Die optimale Losgröße liegt also bei etwa 2.650 Stück, was rund 4,5 Bestellungen im Jahr entspricht — praktisch also alle rund 80 Tage.
Schritt 3: Gegenprobe. Bei 2.657 Stück je Bestellung betragen die Bestellkosten 12.000 / 2.657 × 450 = rund 2.032 Euro. Die Lagerkosten betragen (2.657 / 2) × 8,50 × 0,18 = rund 2.033 Euro. Beide Blöcke sind gleich groß — das ist die Kontrolle, dass das Optimum getroffen ist. Gesamtkosten: rund 4.065 Euro.
Schritt 4: Alternativen vergleichen. Bei nur zwei Bestellungen im Jahr (6.000 Stück je Los) betragen die Bestellkosten 900 Euro, die Lagerkosten aber 4.590 Euro — zusammen 5.490 Euro. Bei zwölf Bestellungen (1.000 Stück je Los) betragen die Bestellkosten 5.400 Euro und die Lagerkosten 765 Euro — zusammen 6.165 Euro. Der Optimalpunkt spart gegenüber der monatlichen Bestellung also rund 2.100 Euro im Jahr, bei einem einzigen Artikel.
Schritt 5: Sensitivität prüfen. Hätten Sie mit einem pauschalen Lagerhaltungskostensatz von 25 Prozent gerechnet, käme die Formel auf rund 2.254 Stück statt 2.657 — eine Abweichung von 15 Prozent. In den Gesamtkosten macht das wegen der flachen Kurve allerdings nur rund 20 Euro aus. Das ist der beruhigende Teil: Grob richtig schlägt exakt falsch.
Die Zahlen sind Modellwerte zur Veranschaulichung. Ihre echten Bestellkosten je Bestellung kennen nur Sie — und die meisten Händler unterschätzen sie deutlich, weil interne Arbeitszeit selten mitgerechnet wird.
In 7 Schritten Ihren Bestellrhythmus festlegen
- Jahresbedarf je SKU aus echten Absatzdaten ableiten. Nicht aus dem Vorjahresumsatz, sondern aus bereinigten Absatzmengen — Aktionen, Out-of-Stock-Phasen und Einmaleffekte herausrechnen.
- Bestellkosten je Bestellung ehrlich ermitteln. Fracht-Fixanteil, Zoll- und Dokumentenkosten, Wareneingangsprüfung, interne Arbeitszeit in Einkauf und Buchhaltung. Summe durch die Zahl der Bestellungen im Vorjahr teilen.
- Lagerhaltungskostensatz aus drei Blöcken bauen. Reale FBA-Lagergebühr je Stück und Jahr, Kapitalkosten, Wertverlustrisiko. Je SKU-Gruppe getrennt, nicht pauschal für den ganzen Katalog.
- Andler-Losgröße je SKU berechnen. Ergebnis als Ausgangswert notieren, noch nicht als Bestellvorschlag.
- Auf reale Verpackungseinheiten runden. Kartoninhalt, Palettenmenge, Mindestbestellmenge des Lieferanten, Containerkapazität. Nach oben oder unten runden, je nachdem, was näher liegt.
- Restriktionen anlegen. FBA-Kapazitätsgrenze, Mindesthaltbarkeit, Q4-Einlagerungsfristen und Saisonspitzen als harte Obergrenzen definieren. Was darüber hinausgeht, geht ins Vorlager oder in eine Splitlieferung.
- Bestellpunkt daraus ableiten und überwachen. Aus Losgröße, Wiederbeschaffungszeit und Sicherheitsbestand den Meldebestand berechnen, im System hinterlegen und quartalsweise gegen die tatsächliche Absatzentwicklung nachziehen.
Bestellrhythmus oder Bestellpunkt: welches Verfahren wann passt
Das Bestellrhythmusverfahren hat einen unterschätzten Vorteil: Planbarkeit. Wenn Sie mit einem Lieferanten feste Termine vereinbaren, bekommen Sie in der Regel bessere Konditionen, verlässlichere Kapazität und niedrigere Frachtkosten durch Bündelung. Für Importe aus Übersee mit langen Vorlaufzeiten ist der feste Rhythmus fast immer das robustere Modell. Der Nachteil: Zwischen zwei Bestellterminen sind Sie blind gegenüber Nachfragesprüngen und brauchen einen höheren Sicherheitsbestand.
Das Bestellpunktverfahren reagiert schneller, verlangt aber laufende Bestandsüberwachung und einen Lieferanten, der kurzfristig liefern kann. Es passt gut für A-Artikel mit stabilem Absatz und kurzer Wiederbeschaffungszeit sowie für Nachbestellungen bei regionalen Lieferanten.
In der Praxis empfehlen wir eine Zweiteilung: Feste Rhythmen für Übersee-Importe und Artikel mit hoher Mindestbestellmenge, Bestellpunktlogik für kurzfristig beschaffbare Ware und für alles, was saisonal schwankt. Die Verfahren schließen sich nicht aus — sie adressieren unterschiedliche Lieferantentypen.
Ein Wort zum Skonto: Kürzere Bestellintervalle bedeuten häufigere, kleinere Rechnungen und damit oft bessere Skontoausnutzung, weil die Beträge zahlbar bleiben. Skonto ist auf das Jahr gerechnet eine sehr teure Finanzierung, wenn man es nicht zieht — dazu hier mehr: Skonto und Zahlungsziele im Einkauf.
Was Sie jetzt tun können
Fangen Sie nicht mit dem ganzen Katalog an. Nehmen Sie Ihre zehn umsatzstärksten SKUs und rechnen Sie für diese die Losgröße sauber durch. In den meisten Sortimenten machen zehn Artikel den größten Teil des gebundenen Kapitals aus — dort liegt auch der größte Hebel.
Der zweite Schritt ist unbequem: Ermitteln Sie Ihre echten Bestellkosten je Bestellung. Nehmen Sie sich einen Nachmittag, gehen Sie eine konkrete Bestellung durch und schreiben Sie jeden Aufwandsposten mit. Die Zahl, die dabei herauskommt, liegt erfahrungsgemäß deutlich über der Schätzung aus dem Bauch heraus — und verschiebt die optimale Losgröße nach oben.
Dritter Schritt: Legen Sie die berechneten Losgrößen und Meldebestände im System ab, nicht in einer Tabelle auf einem Laufwerk. Was nicht im operativen System steht, wird nicht angewendet.
Für Händler mit mehreren hundert SKUs wird die Rechnung von Hand unwirtschaftlich. In unserer eigenen KI-Plattform MarketplAIce laufen Bedarfsprognose, Sicherheitsbestand und Nachbestellvorschläge über den gesamten Katalog und alle angebundenen Marktplätze — inklusive Otto und Kaufland, wo die Lagerlogik anders aussieht als bei FBA. Was wir als Agentur operativ übernehmen, finden Sie in unserem Leistungsüberblick.
Wenn Sie wissen wollen, wie viel Kapital in Ihrem Sortiment unnötig gebunden ist, rechnen wir das gemeinsam durch: Kostenloses Erstgespräch buchen.
FAQ: Häufige Fragen zu Losgröße und Bestellrhythmus
Ist die Andler-Formel für den Onlinehandel überhaupt noch zeitgemäß?
Als exaktes Rechenmodell nein, als Orientierungsrahmen sehr wohl. Ihre Annahmen — konstanter Bedarf, keine Mengenrabatte, keine Kapazitätsgrenzen — treffen im Marktplatzgeschäft selten zu. Sie liefert aber die richtige Größenordnung und macht sichtbar, welche Kostenblöcke gegeneinander laufen. Das ist mehr, als die meisten Bauchentscheidungen leisten.
Wie berücksichtige ich Mengenrabatte des Lieferanten?
Nicht in der Formel selbst, sondern durch Szenarienvergleich. Berechnen Sie die Gesamtkosten — Einstand plus Bestellkosten plus Lagerkosten — für die Andler-Losgröße und für jede Rabattstaffel separat und vergleichen Sie die Summen. Oft schlägt eine Staffelgrenze das rechnerische Optimum, oft aber auch nicht.
Welchen Lagerhaltungskostensatz soll ich ansetzen, wenn ich keine Zeit für die Herleitung habe?
Wenn es schnell gehen muss, ist ein Bereich zwischen 15 und 25 Prozent für FBA-Artikel ein pragmatischer Einstieg. Rechnen Sie dann beide Ränder durch: Wenn die resultierenden Losgrößen nah beieinanderliegen, ist die Entscheidung robust. Wenn nicht, lohnt sich die saubere Herleitung.
Gilt das alles auch für Otto und Kaufland?
Die Logik gilt analog, die Parameter unterscheiden sich. Bei Fulfillment über den Marktplatz gelten andere Lagerkostenstrukturen als bei FBA; bei Eigenversand rechnen Sie mit Ihren tatsächlichen Lagerkosten. Wichtig ist, dass Sie den Bedarf über alle Kanäle zusammen planen und nicht pro Kanal getrennt bestellen.
Wie oft sollte ich die Losgrößen neu berechnen?
Mindestens jährlich, zusätzlich bei jeder relevanten Änderung: neue Gebührenstruktur, geänderter Einstandspreis, deutlich verändertes Absatzniveau, neuer Lieferant mit anderen Bestellkosten. Für saisonale Artikel lohnt eine gesonderte Betrachtung vor der Saison.
Was mache ich mit C-Artikeln mit sehr geringem Bedarf?
Bei sehr kleinen Jahresbedarfen führt die Formel zu Losgrößen unterhalb der Mindestbestellmenge — dann ist sie unbrauchbar. Für C-Artikel ist die pragmatische Antwort meist: seltener bestellen, mit dem Lieferanten Sammelbestellungen über mehrere Artikel bündeln und die Bestellkosten damit auf mehrere SKUs verteilen.
Wie hängen Losgröße und Bestandsleistungsindex zusammen?
Große Lose erhöhen den durchschnittlichen Bestand und damit die Lagerdauer, was sich negativ auf die Bestandsleistung auswirken kann. Kleinere, häufigere Lieferungen verbessern die Kennzahl, erhöhen aber Bestellkosten und Anlieferaufwand. Die Auflösung liegt meist nicht in der Losgröße beim Lieferanten, sondern in gestaffelter Einlagerung ins FBA-Netz.
Über den Autor
Jorginho Engelmeyer ist Geschäftsführer der AMZ+ Consulting GmbH und seit über acht Jahren im Marktplatzgeschäft tätig. Er unterstützt Händler bei Sortimentssteuerung, Bestandsplanung, Werbung und Controlling auf Amazon, Otto, Kaufland, eBay und Temu. Mehr über die Agentur erfahren Sie hier.
Weiterführend zur Planungsseite: Bestandsplanung und Restock bei Amazon und Nachfrageprognose und Absatzplanung.
Zuletzt aktualisiert: 24. August 2026
Lohnt sich eine Agentur für Ihr Geschäft?
Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir uns Ihre Zahlen gemeinsam an — unverbindlich und ehrlich.
Kostenloses Erstgespräch buchen