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Markenschutz

Amazon Project Zero 2026: Fälschungen selbst entfernen

Amazon Project Zero 2026: Voraussetzungen, Self-Service-Removal in 24 bis 48 Stunden, Kosten der Serialisierung und die Abgrenzung zu Transparency und Brand Registry.

✍️ Jorginho Engelmeyer📅 21. August 202610 Min Lesezeit
Amazon Project Zero 2026: Fälschungen selbst entfernen

Die kurze Antwort: Project Zero ist Amazons Markenschutz-Programm, mit dem Sie Fälschungen ohne Umweg über den Amazon-Support selbst aus dem Katalog löschen. Das Programm ist in Deutschland verfügbar und für die beiden Kernfunktionen – Self-Service-Removal und automatisierte Schutzmechanismen – kostenfrei. Voraussetzung ist eine aktive Marke im Amazon Brand Registry und eine nachweislich hohe Trefferquote bei Ihren Verletzungsmeldungen. Während eine klassische Meldung über "Verstoß melden" typischerweise sieben bis vierzehn Tage bis zur Entscheidung braucht, verschwindet ein Angebot über Project Zero in der Regel innerhalb von 24 bis 48 Stunden. Der dritte Baustein – die Serialisierung einzelner Produkteinheiten – kostet je nach Volumen rund 0,01 bis 0,05 US-Dollar pro Einheit (Stand: August 2026, Quelle: Amazon-Programmangaben und Auswertungen von Seller-Fachportalen).

Wer aber eine falsche Meldung zu viel abschickt, verliert den Zugang. Genau darum ist Project Zero kein Tool, das man nebenbei bedient.

Was Project Zero konkret leistet – und was nicht

Project Zero besteht aus drei Bausteinen, die technisch unabhängig voneinander funktionieren. Viele Händler kennen nur den ersten und verpassen die anderen beiden.

Baustein eins ist das Self-Service-Removal: Sie identifizieren ein Angebot, das Ihre Marke fälscht, und löschen es über ein eigenes Werkzeug im Brand Registry. Es gibt keinen Bearbeiter, der prüft und antwortet – Sie lösen die Entfernung selbst aus. Das ist der Kern des Programms und der Grund, warum Amazon so strenge Anforderungen an die Trefferquote stellt.

Baustein zwei sind die automatisierten Schutzmechanismen. Sie hinterlegen Ihre Markendaten, Logos, Produktbilder und typische Merkmale. Amazons Systeme scannen damit kontinuierlich neue und bestehende Angebote und blockieren Verdachtsfälle, bevor ein Kunde sie sieht. Dieser Teil arbeitet still im Hintergrund und liefert über die Zeit die größere Wirkung als jede manuelle Meldung.

Baustein drei ist die Product Serialization: Jede physische Einheit bekommt einen individuellen Code, den Amazon im Wareneingang scannt. Fälschungen ohne gültigen Code werden gar nicht erst eingelagert.

Wichtig für die Erwartungshaltung: Project Zero entfernt Fälschungen. Es entfernt keine legalen Wiederverkäufer, keine unliebsamen Preisunterbieter und keine schlechten Bewertungen. Wer das Programm als Waffe gegen Wettbewerb einsetzt, riskiert genau den Ausschluss, den Amazon angedroht hat. In der Beratungspraxis der AMZ+ Consulting GmbH ist das der häufigste Denkfehler, den wir bei Marken sehen, die zum ersten Mal über Markenschutz nachdenken.

Voraussetzungen 2026: Wer kommt rein, wer nicht

Die formale Hürde ist überschaubar, die praktische deutlich höher.

Als Marktplatz-Agentur prüft die AMZ+ Consulting GmbH vor jedem Antrag beides getrennt. Formal brauchen Sie eine aktive, eingetragene Marke, die mit Ihrem Brand-Registry-Konto verknüpft ist. Der Zugang gilt jeweils länderbezogen: Sie erhalten die Project-Zero-Werkzeuge für die Amazon-Stores, in denen Ihre Marke tatsächlich registriert ist. Eine reine DE-Marke öffnet also nicht automatisch Frankreich oder Italien. Wenn Sie ohnehin europäisch expandieren, lohnt der Blick auf eine Unionsmarke statt fünf nationaler Eintragungen.

Praktisch entscheidend ist die Genauigkeit Ihrer bisherigen Verletzungsmeldungen. Amazon wertet aus, wie viele Ihrer Meldungen über "Verstoß melden" tatsächlich zu einer bestätigten Entfernung geführt haben. Marken mit einer sauberen Historie werden freigeschaltet, Marken mit vielen abgelehnten oder zurückgezogenen Meldungen nicht. Das bedeutet in der Praxis: Der Weg zu Project Zero führt über mehrere Monate diszipliniertes Melden im normalen Verfahren.

Zusätzlich verlangt Amazon einen aktiven, in gutem Zustand befindlichen Account. Kontosperren, offene Richtlinienverstöße oder ein instabiler Account-Health-Wert sind ein Ausschlusskriterium.

⚠️ Rechnen Sie damit, dass die Freischaltung nicht sofort erfolgt und dass Amazon die Eignungskriterien laufend anpasst. Prüfen Sie den aktuellen Status immer direkt in Ihrem eigenen Brand Registry und verlassen Sie sich nicht auf Blogartikel – auch nicht auf diesen. Wie Sie das Fundament richtig legen, haben wir in unserem Leitfaden zur Amazon Brand Registry im Detail beschrieben.

Self-Service-Removal gegen "Verstoß melden": der Zeitunterschied

Der Unterschied zwischen beiden Wegen ist kein technischer Feinschliff, sondern ein Geschäftsfaktor.

Beim klassischen Weg über "Verstoß melden" reichen Sie eine Meldung ein, ein Amazon-Team prüft, fragt gegebenenfalls nach und entscheidet. Sieben bis vierzehn Tage sind ein realistischer Erwartungswert, in Spitzenzeiten deutlich mehr. In dieser Zeit verkauft die Fälschung weiter, sammelt Bewertungen auf Ihrer ASIN und drückt Ihre Conversion.

Beim Self-Service-Removal fällt die Prüfschleife weg. Sie lösen die Entfernung aus, das Angebot verschwindet typischerweise innerhalb von 24 bis 48 Stunden. Bei einem Produkt, das an einem starken Tag 200 Einheiten dreht, ist der Unterschied zwischen zwei Tagen und zwölf Tagen schnell vierstellig.

Der Preis dafür ist Verantwortung. Sie treffen die rechtliche Bewertung selbst. Wenn Sie ein Angebot löschen, das gar keine Fälschung war, hat der betroffene Händler einen realen Schaden – und Sie ein reales Haftungsrisiko. Deshalb empfehlen wir, jeden Fall vor dem Klick zu dokumentieren: Screenshot des Angebots, Screenshot der Bilder, Testkauf bei Grenzfällen, kurze schriftliche Begründung. Wie Sie eine Meldung sauber aufbereiten, zeigt unser Beitrag zum Thema Markenrechtsverletzung melden.

Das Ganze gilt analog für Otto und Kaufland: Dort existiert kein Project-Zero-Äquivalent, aber die Beweisführung, die Sie sich für Amazon aufbauen, funktioniert dort im Support-Ticket genauso.

Product Serialization: was sie kostet und wo sie sich mit Transparency überschneidet

Hier gibt es einen Punkt, den viele Ratgeber unsauber darstellen – und den wir bei der Recherche für diesen Artikel korrigieren mussten.

Die Serialisierung bedeutet: Jede einzelne Verpackung trägt einen eindeutigen Code. Amazon scannt diesen Code im Wareneingang oder beim Versand. Ist der Code unbekannt oder doppelt, wird die Einheit ausgesteuert. Damit verhindern Sie Fälschungen physisch, statt sie nachträglich aus dem Katalog zu löschen.

Die Kosten liegen bei rund 0,01 bis 0,05 US-Dollar pro verkaufter Einheit, gestaffelt nach Volumen (Stand: August 2026, Quelle: Amazon-Programmangaben, zusammengefasst von mehreren Seller-Fachportalen). Hinzu kommen Ihre eigenen Druck- und Handlingkosten für die Codes auf der Verpackung.

Die Korrektur: Diese Serialisierungs-Komponente ist funktional weitgehend deckungsgleich mit dem Programm Amazon Transparency. Amazon führt die Serialisierung heute in der Praxis unter Transparency, während Project Zero vor allem als Entfernungs- und Automatisierungswerkzeug gelebt wird. Wenn Ihnen jemand Project Zero als "das Programm mit den Codes" verkauft, prüfen Sie genau, worüber gesprochen wird. Die Details zur Codelogik finden Sie in unserem Artikel zu Amazon Transparency.

💡 Praxisregel: Die Serialisierung lohnt sich ab dem Punkt, an dem Fälschungen nicht nur als Fremdangebote auftauchen, sondern in Ihren eigenen FBA-Bestand kommingelt werden könnten. Bei niedrigpreisigen Artikeln mit dünner Marge kann ein Cent pro Einheit dagegen bereits spürbar sein.

In 7 Schritten zum funktionierenden Project-Zero-Setup

So gehen Sie strukturiert vor, statt sich in Einzelfällen zu verlieren:

  1. Marke prüfen und eintragen. Stellen Sie sicher, dass Ihre Wort- oder Wort-Bild-Marke eingetragen und in allen Zielländern gültig ist. Ohne diesen Schritt ist alles Weitere hinfällig.
  2. Brand Registry vollständig befüllen. Hinterlegen Sie Logos, Verpackungsbilder, Produktfotos, Markenvarianten und typische Schreibweisen. Je vollständiger die Daten, desto besser greifen später die automatisierten Schutzmechanismen.
  3. Verletzungen sechs Monate lang sauber melden. Nutzen Sie "Verstoß melden" ausschließlich für echte Marken- und Produktfälschungen. Jede unsaubere Meldung senkt Ihre Trefferquote und damit Ihre Chance auf Freischaltung.
  4. Zugang zu Project Zero beantragen. Prüfen Sie im Brand Registry, ob Ihnen der Programmzugang angeboten wird, und stellen Sie den Antrag. Die Freischaltung erfolgt pro Land.
  5. Automatisierte Schutzmechanismen aktivieren. Aktivieren Sie diesen Baustein zuerst, weil er ohne laufenden Aufwand arbeitet und die meisten Verdachtsfälle abfängt, bevor sie sichtbar werden.
  6. Internen Freigabeprozess definieren. Legen Sie schriftlich fest, wer eine Entfernung auslösen darf, welche Belege vorliegen müssen und wie dokumentiert wird. Zwei Augen sind hier Pflicht, nicht Kür.
  7. Serialisierung kalkulieren und nur bei Bedarf starten. Rechnen Sie die Kosten pro Einheit gegen Ihren realen Fälschungsschaden. Starten Sie mit den drei bis fünf ASINs, die am häufigsten kopiert werden, statt mit dem gesamten Sortiment.

Wer diese Reihenfolge einhält, hat nach etwa zwei Quartalen ein belastbares Setup. Wer bei Schritt sechs abkürzt, produziert früher oder später eine Fehlmeldung.

Rechenbeispiel: Was ein schnellerer Takedown wert sein kann

Das folgende Szenario ist ein hypothetisches Rechenbeispiel und beschreibt keinen realen Kundenfall. Es dient nur dazu, die Größenordnung greifbar zu machen.

Angenommen, eine Marke verkauft ein Produkt zu 39 Euro netto mit einem Deckungsbeitrag von 12 Euro je Einheit und setzt im Schnitt 60 Einheiten pro Tag ab. Ein Fälscher hängt sich an die ASIN und übernimmt durch einen Preis von 27 Euro rund 45 Prozent der Verkäufe.

Bei einer Bearbeitungszeit von zwölf Tagen über das klassische Verfahren entgehen der Marke rechnerisch 60 × 0,45 × 12 = 324 Einheiten, also rund 3.888 Euro Deckungsbeitrag. Bei einer Entfernung nach zwei Tagen über Project Zero sind es 54 Einheiten und rund 648 Euro. Die Differenz liegt in diesem konstruierten Fall bei etwa 3.240 Euro – bei einem einzigen Vorfall.

Dazu kommen Effekte, die sich schwerer beziffern lassen: Bewertungen für gefälschte Ware landen auf Ihrer ASIN, Retouren steigen, der Bewertungsschnitt fällt. Diese Schäden wirken über Monate nach, während der reine Umsatzausfall nach dem Takedown endet.

💰 Rechnen Sie deshalb nicht nur den entgangenen Umsatz, sondern auch die Kosten für Bewertungsreparatur und Rankingverlust ein.

Sie wollen wissen, welcher Markenschutz-Baustein bei Ihrem Sortiment zuerst greift? Kostenloses Erstgespräch buchen – wir schauen uns Ihre ASINs und Ihre Verletzungshistorie gemeinsam an.

Abgrenzung: Brand Registry, Project Zero, Transparency und Verstoßmeldung

Diese vier Begriffe werden ständig vermischt. Die saubere Trennung:

Brand Registry ist die Grundlage. Es ist kein Schutzprogramm, sondern die Registrierung Ihrer Marke bei Amazon. Ohne Brand Registry haben Sie weder A+ Content noch Markenrechte im Katalog noch Zugang zu einem der anderen Programme.

Verstoß melden ist das Standardverfahren für alle Markeninhaber im Brand Registry. Sie melden, Amazon prüft, Amazon entscheidet. Kostenlos, langsam, für die meisten Fälle ausreichend.

Project Zero verkürzt genau diesen Weg: Sie entscheiden selbst und tragen die Verantwortung. Zusätzlich laufen automatisierte Prüfungen im Hintergrund. Kostenlos in den Kernfunktionen, aber zugangsbeschränkt.

Transparency setzt eine Ebene tiefer an: Es verhindert, dass gefälschte Ware überhaupt in den Amazon-Kreislauf gelangt, weil jede Einheit einen individuellen Code trägt. Kostenpflichtig pro Einheit, aber präventiv statt reaktiv.

Für die meisten Marken im DACH-Raum ist die sinnvolle Reihenfolge: Brand Registry sauber aufsetzen, sechs Monate diszipliniert melden, dann Project Zero beantragen, und Transparency nur für die ASINs, bei denen der Fälschungsdruck tatsächlich hoch ist. Wenn das Problem eher Angebotsübernahmen durch Wiederverkäufer als echte Fälschungen sind, hilft ein anderer Werkzeugkasten – dazu haben wir den Beitrag zu Hijackern und Angebotsübernahmen geschrieben.

Ein plattformübergreifender Blick lohnt ohnehin: Wer auf mehreren Marktplätzen verkauft, braucht ein einheitliches Vorgehen statt vier Insellösungen. Die Grundzüge dazu finden Sie in unserer Übersicht zum Marktplatz-Markenschutz.

Laufende Überwachung: der Teil, den fast alle unterschätzen

Project Zero entfernt Angebote. Es findet sie nicht für Sie. Die Erkennung bleibt Ihre Aufgabe – und genau hier scheitern die meisten Setups.

In der Praxis heißt das: Jemand muss regelmäßig prüfen, wer sich an Ihre ASINs hängt, ob neue Angebote mit Ihrer Marke im Titel auftauchen, ob Ihre Buy-Box-Quote plötzlich einbricht und ob Rezensionen von Produkten stammen, die Sie nie ausgeliefert haben. Wöchentlich ist ein realistischer Takt, bei stark kopierten Artikeln täglich.

Manuell ist das ab einem gewissen Sortimentsumfang nicht mehr leistbar. Wer mehrere hundert ASINs über Amazon, Otto und Kaufland hinweg betreut, braucht eine automatisierte Überwachung von Angebotsübernahmen, Preisabweichungen und Buy-Box-Verlusten. Genau dafür haben wir unsere eigene KI-Plattform MarketplAIce gebaut: Sie überwacht Buy Box, Preise und Bestand marktplatzübergreifend und meldet Auffälligkeiten, bevor sie zum Umsatzproblem werden. Die rechtliche Bewertung des Einzelfalls bleibt dabei immer beim Menschen.

Als Marktplatz-Agentur begleitet die AMZ+ Consulting GmbH diesen Prozess für Händler, die weder Zeit noch Kapazität für tägliche Katalogkontrollen haben.

Was Sie jetzt tun können

Ein realistischer Fahrplan für die nächsten 90 Tage:

Woche 1: Prüfen Sie, ob Ihre Marke in allen relevanten Ländern eingetragen und im Brand Registry verknüpft ist. Lücken schließen Sie zuerst.

Woche 2: Ziehen Sie eine Liste aller ASINs, bei denen Fremdangebote hängen. Trennen Sie sauber zwischen echten Fälschungen, Graumarktware und legalen Wiederverkäufern.

Woche 3 bis 12: Melden Sie ausschließlich die echten Fälschungen über das reguläre Verfahren – dokumentiert, mit Belegen, ohne Schnellschüsse. Das ist Ihr Eintrittsticket für Project Zero.

Parallel: Definieren Sie Ihren internen Freigabeprozess für Entfernungen. Wer darf, auf welcher Grundlage, mit welcher Dokumentation.

Ab Woche 8: Prüfen Sie im Brand Registry, ob Ihnen Project Zero angeboten wird, und rechnen Sie parallel die Serialisierung für Ihre drei meistkopierten ASINs durch.

Dauerhaft: Richten Sie eine wöchentliche Überwachung ein – manuell bei kleinem Sortiment, automatisiert ab etwa 50 aktiven ASINs.

Wenn Sie an einem dieser Punkte nicht weiterkommen oder unsicher sind, ob ein Fall wirklich eine Fälschung ist: Kostenloses Erstgespräch buchen. Wir sortieren die Fälle mit Ihnen und sagen Ihnen ehrlich, wo Project Zero hilft und wo nicht.

FAQ: Häufige Fragen zu Amazon Project Zero

Ist Project Zero in Deutschland verfügbar?

Ja. Amazon führt Deutschland unter den Ländern, in denen Project Zero angeboten wird, und betreibt dafür eine eigene deutschsprachige Programmseite im Brand-Registry-Bereich. Der Zugang gilt aber immer länderbezogen und setzt eine dort gültige Markeneintragung voraus. Prüfen Sie den aktuellen Status für Ihr Konto direkt im Brand Registry.

Was kostet Project Zero?

Die beiden Kernfunktionen – Self-Service-Removal und automatisierte Schutzmechanismen – sind kostenfrei. Kosten entstehen nur, wenn Sie zusätzlich die Serialisierung einzelner Einheiten nutzen. Diese liegt je nach Volumen bei rund 0,01 bis 0,05 US-Dollar pro Einheit (Stand: August 2026, Quelle: Amazon-Programmangaben und Seller-Fachportale), zuzüglich Ihrer eigenen Druck- und Handlingkosten.

Wie schnell wird ein Angebot entfernt?

Über das Self-Service-Werkzeug typischerweise innerhalb von 24 bis 48 Stunden, weil keine manuelle Prüfung durch Amazon dazwischengeschaltet ist. Über das reguläre Verfahren "Verstoß melden" dauert es in der Regel sieben bis vierzehn Tage. Diese Zeitspanne ist der eigentliche wirtschaftliche Vorteil des Programms.

Kann ich mit Project Zero auch Wiederverkäufer entfernen?

Nein. Project Zero ist ausschließlich für Produktfälschungen gedacht. Ein Händler, der Ihre Originalware legal erworben hat und weiterverkauft, ist kein Fälschungsfall – auch wenn er Ihre Preisstruktur stört. Wer das Werkzeug dafür missbraucht, riskiert den dauerhaften Ausschluss aus dem Programm.

Was passiert bei einer Fehlmeldung?

Amazon misst die Genauigkeit Ihrer Entfernungen. Häufige Fehlmeldungen führen zum Verlust des Programmzugangs, im Wiederholungsfall dauerhaft. Zusätzlich besteht ein zivilrechtliches Risiko gegenüber dem betroffenen Händler, weil Sie die Entfernung selbst ausgelöst haben und nicht Amazon. Dokumentieren Sie deshalb jeden Fall vor dem Klick.

Brauche ich Transparency zusätzlich zu Project Zero?

Nicht zwingend. Project Zero entfernt Fälschungen nachträglich aus dem Katalog, Transparency verhindert sie vorab durch Codes auf jeder Einheit. Sinnvoll ist Transparency vor allem dann, wenn gefälschte Ware in den FBA-Bestand gelangen könnte oder wenn ein Produkt dauerhaft und in hoher Frequenz kopiert wird. Bei dünnen Margen sollten Sie die Kosten pro Einheit vorher durchrechnen.

Gibt es bei Otto und Kaufland ein vergleichbares Programm?

Nein, ein Self-Service-Removal in dieser Form existiert dort derzeit nicht. Markenrechtsverletzungen werden bei Otto und Kaufland über den Partner- beziehungsweise Händlersupport gemeldet und manuell geprüft. Die Beweisführung, die Sie für Amazon aufbauen, können Sie dort aber unverändert einreichen – das beschleunigt die Bearbeitung spürbar.

Über den Autor

Jorginho Engelmeyer ist Geschäftsführer der AMZ+ Consulting GmbH und seit über 8 Jahren auf Amazon, Otto und Kaufland für Händler aktiv. Er begleitet Marken und Händler bei Markenschutz, Listing-Qualität und der Skalierung über mehrere Marktplätze hinweg.

Zuletzt aktualisiert: 21. August 2026

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