Auf Amazon verkaufen 2026: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Auf Amazon verkaufen 2026: Voraussetzungen, Kontotypen, Gebühren, FBA vs. FBM und die Anmeldung in 8 Schritten — die komplette Anleitung für Händler.

Um 2026 auf Amazon zu verkaufen, brauchen Sie ein angemeldetes Gewerbe mit Umsatzsteuer-ID, ein Verkäuferkonto bei Amazon Seller Central, ein Geschäftskonto und erfüllte Pflichten wie die Verpackungsgesetz-Registrierung. Sie wählen zwischen dem Einzelanbieter-Tarif (0,99 € pro Verkauf) und dem Professional-Tarif (39 € netto/Monat) sowie zwischen Versand durch Amazon (FBA) und Eigenversand (FBM). Dazu kommt eine kategorieabhängige Verkaufsprovision von meist 7 bis 15 % (Quelle: sell.amazon.de, 2026).
Mit rund 44 Millionen aktiven Kunden in Deutschland ist Amazon der reichweitenstärkste Marktplatz — aber auch der wettbewerbsintensivste. Diese Anleitung führt Sie Schritt für Schritt von der Anmeldung bis zum ersten Verkauf und zeigt, worauf es 2026 wirklich ankommt.
Voraussetzungen, bevor Sie starten
Für den gewerblichen Verkauf auf Amazon benötigen Sie:
- Gewerbeanmeldung (bzw. passende Rechtsform) und eine gültige Umsatzsteuer-ID.
- Geschäftskonto und Kreditkarte für die Anmeldung und Verifizierung.
- Ausweisdokument und ggf. Gewerbenachweis für die Identitätsprüfung.
- Verpackungsgesetz: Registrierung im LUCID-Register und Lizenzierung Ihrer Verpackungen.
- Produktsicherheit & Kennzeichnung: je nach Produktkategorie CE, GPSR und gültige EAN/GTIN.
Einzelanbieter oder Professional?
Amazon bietet zwei Kontotypen:
- Einzelanbieter: keine Monatsgebühr, dafür 0,99 € pro verkauftem Artikel. Sinnvoll zum Testen mit wenigen Verkäufen pro Monat.
- Professional: 39 € netto pro Monat, dafür keine Stückgebühr, Zugang zu Werbung, Buy-Box-Eignung, A+ Content und Berichten. Ab etwa 40 Verkäufen im Monat lohnt sich Professional fast immer.
Für ernsthafte Händler ist der Professional-Tarif der Standard. Die strategische Vorentscheidung — direkt verkaufen (Seller) oder an Amazon liefern (Vendor) — erklärt der Beitrag Amazon Seller oder Vendor 2026.
FBA oder FBM?
- FBA (Versand durch Amazon): Sie senden Ware an Amazon, das Lagerung, Versand, Retouren und Kundenservice übernimmt. Vorteil: Prime-Eignung und Zeitersparnis. Nachteil: zusätzliche FBA- und Lagergebühren.
- FBM (Eigenversand): Sie versenden selbst. Vorteil: volle Kontrolle, keine FBA-Gebühren. Nachteil: mehr Aufwand, Prime nur über „Verkäufer-Prime" möglich.
Viele Händler starten mit FBA für die Top-Produkte und ergänzen FBM für sperrige oder margenschwache Artikel.
In 8 Schritten auf Amazon verkaufen

- Gewerbe und Steuer klären. Gewerbe anmelden, Umsatzsteuer-ID beantragen und das Verpackungsgesetz (LUCID) erfüllen — das ist die Pflichtbasis.
- Seller-Central-Konto erstellen. Auf sell.amazon.de registrieren, Unternehmens-, Bank- und Ausweisdaten hinterlegen und die Identitätsprüfung durchlaufen.
- Kontotyp und Versandmodell wählen. Professional oder Einzelanbieter entscheiden und FBA bzw. FBM festlegen.
- Produkt und Beschaffung sichern. Produkt mit echter Nachfrage und gesunder Marge wählen, Lieferanten prüfen und Muster bestellen.
- Listing aufbauen. Aussagekräftigen Titel, hochwertige Bilder, klare Bullet Points, Beschreibung und korrekte EAN/GTIN erstellen — sauber und keyword-optimiert.
- Compliance und Lager vorbereiten. Produktkennzeichnung sicherstellen und bei FBA die Ware an Amazon einsenden.
- Preis festlegen und live gehen. Marge inklusive aller Gebühren kalkulieren, wettbewerbsfähig bepreisen und das Listing aktivieren.
- Werben und optimieren. Mit Sponsored-Products-Kampagnen Sichtbarkeit aufbauen und Listing, Gebote und Bestand laufend optimieren.
Die Amazon-Gebühren im Überblick
Rechnen Sie für eine realistische Marge mit diesen Posten (Stand 2026):
- Kontogebühr: 39 € netto/Monat (Professional) oder 0,99 € pro Verkauf (Einzelanbieter).
- Verkaufsprovision: kategorieabhängig, meist 7 bis 15 % des Verkaufspreises.
- FBA-Gebühren: Versand- und Lagergebühren je nach Größe und Gewicht (nur bei FBA).
- Werbung: optionales PPC-Budget für Sichtbarkeit, besonders beim Launch.
Eine ehrliche Vollkostenrechnung je Produkt ist die Grundlage jeder Preisentscheidung. Wie Sie Gebühren gegen die Marge rechnen und wann sich externe Unterstützung lohnt, zeigt der Beitrag Was kostet eine Amazon-Agentur 2026?.
Die häufigsten Fehler beim Start

- Pflichten unterschätzen. Fehlende LUCID-Registrierung oder Produktkennzeichnung führen zu Sperren.
- Produkt ohne Nachfrage. Ohne saubere Recherche bleibt das Listing unsichtbar.
- Marge nicht durchgerechnet. Provision plus FBA- und Werbekosten fressen schnell den Gewinn.
- Schwaches Listing. Schlechte Bilder und vage Titel kosten Conversion und Ranking.
- Kein Plan für Werbung. Ohne Sichtbarkeit zum Start findet ein neues Listing kaum Käufer.
Was Sie jetzt tun können

Klären Sie zuerst die Pflichtbasis (Gewerbe, USt-ID, Verpackungsgesetz) und entscheiden Sie Kontotyp und Versandmodell. Wählen Sie dann ein Produkt mit echter Nachfrage und kalkulieren Sie die Vollkosten, bevor Sie live gehen.
Setup, Listing-Aufbau, Launch und PPC sind genau die Punkte, an denen Einsteiger Zeit und Geld verlieren. Als Marktplatz-Agentur übernehmen wir den Amazon-Start und die Skalierung für Sie — und bauen bei Bedarf weitere Kanäle auf. Welche Marktplätze sich zusätzlich lohnen, zeigt der Marktplatz-Vergleich 2026.
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FAQ: Häufige Fragen zum Verkaufen auf Amazon
Was kostet es, auf Amazon zu verkaufen?
Der Professional-Tarif kostet 39 € netto pro Monat, der Einzelanbieter-Tarif 0,99 € pro Verkauf. Dazu kommt eine kategorieabhängige Verkaufsprovision von meist 7 bis 15 % sowie bei FBA Versand- und Lagergebühren.
Brauche ich ein Gewerbe, um auf Amazon zu verkaufen?
Für den gewerblichen, regelmäßigen Verkauf ja. Sie benötigen eine Gewerbeanmeldung, eine Umsatzsteuer-ID und müssen das Verpackungsgesetz (LUCID) erfüllen. Reine Privatverkäufe sind nur sehr eingeschränkt möglich.
Was ist der Unterschied zwischen FBA und FBM?
Bei FBA (Versand durch Amazon) übernimmt Amazon Lager, Versand und Kundenservice gegen Gebühr und Ihre Produkte sind Prime-fähig. Bei FBM versenden Sie selbst — mehr Kontrolle, aber auch mehr Aufwand.
Einzelanbieter oder Professional — was ist besser?
Bis etwa 40 Verkäufe pro Monat kann der Einzelanbieter-Tarif günstiger sein. Darüber und für Werbung, Buy-Box und A+ Content lohnt sich der Professional-Tarif fast immer.
Wie lange dauert es, bis ich auf Amazon verkaufen kann?
Die Kontoeröffnung inklusive Identitätsprüfung dauert meist wenige Tage. Bis zum ersten Verkauf kommen Produktbeschaffung, Listing-Aufbau und bei FBA der Wareneingang hinzu — realistisch einige Wochen.
Welche Pflichten habe ich als Amazon-Händler?
Neben Gewerbe und Umsatzsteuer die Registrierung im Verpackungsregister (LUCID), Produktsicherheits- und Kennzeichnungspflichten (z. B. CE, GPSR) sowie gültige EAN/GTIN für Ihre Produkte.
Lohnt sich Amazon 2026 noch für Einsteiger?
Ja, die Reichweite ist unverändert hoch. Allerdings sind Wettbewerb und Anforderungen gestiegen — Erfolg hängt 2026 stärker von Produktwahl, sauberer Kalkulation, gutem Listing und Werbung ab.
Sollte ich nur auf Amazon verkaufen?
Amazon ist die ideale Basis, aber ein einziger Kanal birgt ein Klumpenrisiko. Zweitkanäle wie Otto oder Kaufland senken das Risiko und erschließen Wachstum — Details im Marktplatz-Vergleich.
Über den Autor
Jorginho Engelmeyer ist Geschäftsführer der AMZ+ Consulting GmbH und seit über 8 Jahren auf Amazon, Otto und Kaufland für Händler aktiv.
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